Kohl-Erbe Eine Million Euro für die Söhne und Enkel

Nach SPIEGEL-Informationen ist die Witwe Helmut Kohls die Alleinerbin. Die Söhne und Enkel gingen dennoch nicht leer aus: Einem Zeitungsbericht zufolge gab es noch zu Lebzeiten des Altkanzlers eine finanzielle Einigung.

Walter Kohl und zwei Enkel Helmut Kohls kurz nach dem Tod des Altkanzlers
DPA

Walter Kohl und zwei Enkel Helmut Kohls kurz nach dem Tod des Altkanzlers


In der Frage um das Erbe Helmut Kohls gibt es eine neue Volte: Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, haben sich die beiden Söhne, Walter und Peter Kohl, bereits im April 2016, also noch zu Lebzeiten des Kanzlers, mit der Ehefrau Maike Kohl-Richter finanziell geeinigt.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, erhielten die Söhne je 400.000 Euro, ihre Kinder Leyla und Johannes, die Enkel Helmut Kohls, jeweils 100.000 Euro. Im Gegenzug für die Gesamtsumme von einer Million Euro unterzeichneten sie in Ludwigshafen einen "Erb-Pflichtteilsverzicht". Die zweite Ehefrau Maike Kohl-Richter war damit die Alleinerbin des im Juni verstorbenen Altkanzlers. Das geht nach SPIEGEL-Informationen auch aus dem Erbschein hervor, den das Nachlassgericht in Ludwigshafen am Rhein am 10. August ausgestellt hat. Das Verhältnis zwischen Kohl-Richter und Kohls Söhnen aus erster Ehe, Walter und Peter, gilt als zerrüttet.

Zum Nachlass Kohls zählen auch Akten, auf die das Bundesarchiv Anspruch erhebt. So hatte dessen Präsident fünf Tage nach dem Tod Kohls der Witwe geschrieben, er wäre ihr "verbunden", wenn sie staatliches Schriftgut "aus dem Wirken" ihres Mannes über das Kanzleramt an das Bundesarchiv weiterleiten würde. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Im Hintergrund tobt ein Streit zwischen dem Bundesarchiv und der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). Kohl hatte nach seiner Wahlniederlage 1998 rund 400 Aktenordner aus dem Kanzleramt in das Archiv der KAS transportieren lassen.

Im Jahr 2010 forderte er die Unterlagen mit der Begründung an, er benötige sie für einen weiteren Memoirenband. Jetzt liegen die Papiere in seinem Privathaus in Oggersheim. Die Stiftung möchte, dass die Papiere vollständig zurück in ihr Archiv kommen.

Michael Hollmann, der Präsident des Bundesarchivs, verweist hingegen auf die Rechtslage. Danach gehören staatliche Unterlagen ins Bundesarchiv. Bislang ist allerdings unklar, ob und in welchem Ausmaß Kanzleramtspapiere in den Ordnern abgelegt wurden.

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insgesamt 58 Beiträge
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Seite 1
j.vantast 15.10.2017
1. Und die interessanteste Frage?
Und die interessanteste Frage bleibt unbeantwortet: Woher stammt das ganze Geld? Als Bundeskanzler verdient man zwar nicht schlecht, aber eben auch keine Unsummen. Meine Theorie, das Maike Kohl-Richter es die ganze Zeit nur auf das Erbe Kohls abgesehen hatte, hat sich in meinen Augen jedenfalls bestätigt.
mc_os 15.10.2017
2. Verständnisfrage
Helmut Kohl war von 1959 bis 1999 in (auch höheren/hohen) politischen Ämtern, bekam mindestens ein Angeordnetengehalt, maximal das Gehalt des Bundeskanzlers. In dieser Zeit hat er sicher gut über dem Durchschnitt der Bundesbürger "verdient"*, es dürfte allerdings kaum ausgereicht haben die im Artikel erwähnten Summen angespart zu haben - ganz abgesehen von den eben NICHT erwähnten Summen, dem Erbe der Witwe. Laut Wikipedia war H.Kohl nach seiner politischen Karriere noch als "Unternehmensberater" tätig. Details finde ich im Netz jedoch nicht. Gibt es dazu seriöse Informationen? *Ein/e Bundeskanzler/in erhält aktuell ca. 19.000Euro pro Monat.
vish 15.10.2017
3. Muss das sein?
Ich bin weder Kohl-Fan noch CDU-Wähler und auch nicht religiös, aber muss man wirklich wissen, wer nach dem Tod einer Person was und wie viel erbt? Pietätlos.
toll_er 15.10.2017
4. erstaunlich
es ist erstaunlich, was die Menschen heutzutage alles interessiert... sorry, Herrschaften, das hier gehört nicht dazu. Damit werden doch nur diese Vollpfosten aus der Ecke gelockt, die Verschwörungstheorien wittern und Erbschleicherei postulieren. Das ist so ungemein .. billig.
saftfrucht 15.10.2017
5.
Zitat von mc_osHelmut Kohl war von 1959 bis 1999 in (auch höheren/hohen) politischen Ämtern, bekam mindestens ein Angeordnetengehalt, maximal das Gehalt des Bundeskanzlers. In dieser Zeit hat er sicher gut über dem Durchschnitt der Bundesbürger "verdient"*, es dürfte allerdings kaum ausgereicht haben die im Artikel erwähnten Summen angespart zu haben - ganz abgesehen von den eben NICHT erwähnten Summen, dem Erbe der Witwe. Laut Wikipedia war H.Kohl nach seiner politischen Karriere noch als "Unternehmensberater" tätig. Details finde ich im Netz jedoch nicht. Gibt es dazu seriöse Informationen? *Ein/e Bundeskanzler/in erhält aktuell ca. 19.000Euro pro Monat.
Mit dem über Jahrzehnte sehr guten Gehalt eines Abgeordneten bzw. später Bundeskanzlers kann man, unter Berücksichtigung eines normalen Zinseffekts, ohne weiteres derartige Summen ansparen, wenn man nicht auf all zu großem Fuß lebt - und dafür gibt es bei Kohl keine Hinweise. Zudem hat er nach der Kanzlerschaft Bücher veröffentlicht und dabei sicher auch noch einmal gut verdient. Alles in allem ist ein Vermögen von 4-5 Millionen Euro hier durchaus plausibel. Natürlich werden wir nie erfahren, wie viel Vermögen die Witwe erhält. Korruptionsvorwürfe, wenn auch in Ihrem Fall nur implizit, halte ich hier jedenfalls vorerst für fehl am Platze.
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