Helmut Kohls Berlin: Herr Kanzler baut Geschichte

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Er schuf nicht nur mit Taten Fakten, sondern auch mit Stahl und Beton: Wie kaum ein anderer Kanzler hat Helmut Kohl Architektur benutzt, um sich in die Geschichte einzuschreiben. Kritiker überging er - heute prägen viele Zeichen seiner Zeit die Hauptstadt Berlin.

Helmut Kohl: Die Bauten des Kanzlers Fotos
DPA

Berlin - Der Kanzler zog eine Schublade auf. Darin lag, versteckt, ein Plattenspieler. Plötzlich erklang ein "Divertimento" von Mozart. Helmut Kohl und der US-Stararchitekt Ieoh Ming Pei lauschten andächtig.

Es war eine Szene, die ein Dritter damals im Bonner Kanzleramt still beobachtete. Und die sich bei ihm tief einprägte. "Ich spüre - die beiden sind sich einig, wortlos", beschrieb sie Christoph Stölzl, Kohl-Freund und langjähriger Direktor des Deutschen Historischen Museums.

Das war 1997. Acht Jahre später, im Frühjahr 2005, wurde der schöne, schlichte Anbau des Deutschen Historischen Museums in Berlin eröffnet, erbaut von Pei. Kohl, nun Ex-Kanzler, war ebenso dabei wie der Architekt. Beide sahen sehr zufrieden aus. Sie hatten der Bürokratie ein Schnippchen geschlagen. Weil der Kanzler Pei selbst ausgewählt hatte, war das Verfahren erheblich abgekürzt worden.

Pei, der sich in Paris mit einer gläsernen Pyramide vor dem Louvre verewigt hatte, war ein unumstrittener Architekt. Kohl war ein umstrittener Kanzler. Viele im linksliberalen Lager hielten ihn für einen provinziellen Politiker, gerade und insbesondere in Geschmacksfragen. Seine Strickjacke war ihnen das Symbol für den Kulturbegriff des CDU-Politikers.

Doch in diesem Fall sollten sie sich irren.

Mit Pei hatte Kohl das richtige Händchen bewiesen. Am Ende stimmte sogar die SPD im Haushaltsausschuss des Bundestags für den 60 Millionen Euro teuren Neubau.

Kohls Verhältnis zu Berlin war widersprüchlich. Oft waren er und seine Ehefrau Hannelore privat in der Stadt, sie unterhielten später eine Privatwohnung in einem Altbau in Berlin-Wilmersdorf. Doch die Liebe zu Berlin kannte Grenzen. Zwar hatte sich der Kanzler 1991 für die Teilverlagerung des Regierungssitzes starkgemacht. Als es aber um die Fortsetzung der Berlin-Förderhilfen und der direkten Zuschüsse zum Haushalt ging, zeigte er sich knauserig. "Im Grunde hat die bundesdeutsche Politik Berlin in die Schuldenfalle getrieben", erinnert sich der ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU).

Eingraviert in die Geschichte

Die Interessen Berlins waren Kohl weit weniger wichtig als die historische Bühne, welche die Hauptstadt für ihn abgab. Wie kaum ein Kanzler der neuen Bundesrepublik trug sich der Pfälzer mit steinernen Monumenten in die Geschichte ein, in Berlin vor allem, aber auch schon in Bonn.

Kohl, der Historiker, wusste, dass die Vergänglichkeit der Politik, ihre hektische Betriebsamkeit, eigentlich nur mit Bauten zu bannen ist. In diesem Sinne war er François Mitterrand sehr ähnlich, dem Sozialisten und französischen Staatspräsidenten. Auch Mitterrand drückte Paris - ob mit der neuen Oper oder dem Viertel La Defense - unübersehbare Erkennungszeichen seiner Amtszeit auf.

Schon in den achtziger Jahren hatte Kohl in Berlin Großes vor. Er ließ Pläne für einen gigantischen Neubau des Deutschen Historischen Museums in unmittelbarer Nähe zur Spree und damit zur DDR-Grenze anfertigen. Doch das geplante Projekt, für das der Italiener Aldo Rossi bereits Entwürfe gezeichnet hatte, wurde nie realisiert. Es war die Geschichte selbst, die dem Historiker Kohl einen Streich spielte - zu seinen Gunsten. Im November 1989 fiel die Mauer, und wenig später war Berlin wirklich Hauptstadt eines vereinten Deutschlands. Jahre später wurde auf derselben Stelle, wo der Grundstein für das Museum gelegt worden war, das neue Bundeskanzleramt errichtet.

Auch in diesem Fall ging Kohl beherzt vor. Der städtebauliche Wettbewerb für das Regierungsviertel am Spreebogen war mit 835 Bewerbern einer der größten in der Architekturgeschichte, er war unübersichtlich. Kohl entschied persönlich, dass nicht der Wettbewerbssieger, ein junges Architektenteam aus Ost-Berlin, sondern das Architektenduo Axel Schultes und Charlotte Frank das Regierungsgebäude bauen durfte.

Schröder und Merkel fehlt der Sinn fürs Historische

Kohl war kein Bauherr, der nach einer Entscheidung den Architekten alles weitere überließ. Er mischte sich ein. Schultes und Franks egalitärer Entwurf für ein "Band des Bundes" zwischen Ost und West sah keine Höhenunterschiede zwischen Parlamentsbauten und Kanzleramt vor. Kohl aber beschloss, dass sein Büro über jenen der Abgeordneten und Ausschüsse zu liegen hatte. So wurde das Kanzleramt denn auch zum mächtigen Widerpart des Reichstagsgebäudes mit seiner Kuppel - das Schultes und Frank ursprünglich als größtes Solitär im Regierungsviertel vorgesehen hatten.

Kohl wollte Repräsentationsarchitektur - am Ende bekam er sie, mit einem Dienstsitz, der viermal so groß ist wie das Weiße Haus in Washington.

Auch für kleinere Bauten, wie der Neuen Wache Schinkels, nahm sich Kohl Details vor. Das Ehrenmal, das zuletzt die DDR für die Opfer des Militarismus und Faschismus genutzt hatte, sollte auf sein Geheiß hin eine Gedenkstätte der Bundesrepublik werden.

Was folgte, war eine erregte Debatte in der medialen Öffentlichkeit. Kohl wurde Eigenmächtigkeit und Selbstherrlichkeit vorgehalten, viele Kritiker hielten einen solchen Ort schlichtweg für überflüssig. Am Ende setzte sich Kohl durch - er ließ eine 40 Zentimeter große Skulptur der Künstlerin Käthe Kollwitz - die mit der Darstellung einer trauernden Mutter ihre eigenen Erfahrungen während des Ersten Weltkriegs verarbeitet hatte - vom Bildhauer Harald Haacke auf 1,52 Meter vergrößern und in die Neue Wache stellen. Zum Volkstrauertag 1993 wurde sie offiziell eingeweiht. Die Gedenkschrift "Für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft" wurde jedoch als ausgrenzend empfunden. Am Eingangsbereich wurden Tafeln angebracht, auf denen der ermordeten Sinti und Roma, Homosexuellen, aber auch der Opfer des Stalinismus gedacht wird.

Die Aufregung legte sich schnell.

Heute sind die Neue Wache, der Pei-Anbau, das Kanzleramt längst Teil der Berliner politischen Kulisse. Sie sind selbst Geschichte. Sie stehen als Zeichen einer Zeit, in der sich ein Kanzler noch zum Bauherrn berufen fühlte. Weder Gerhard Schröder noch Angela Merkel haben steinerne Zeichen in der Stadt hinterlassen.

Im Gegenteil: Das größte Projekt der Republik, den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, legte ausgerechnet die Kohl-Schülerin Merkel vorerst aufs Eis.

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Forum - Berlin - aufregende Hauptstadt oder Möchtegern-Metropole?
insgesamt 1085 Beiträge
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    Seite 1    
1.
rotte 31.08.2010
Zitat von sysopDeutschland, was hast Du nur für eine Hauptstadt! Aufregend, kreativ, glanzvoll, arm, hässlich, brutal - geteilt, aber anders als früher. Eine Weltstadt, schon 20 Jahre lang im Werden. Wie sehen Sie Berlin - als eine aufregende Hauptstadt oder nur als Möchtegern-Metropole?
Berlin wird künstlich hoch gejubelt. Melztiegel. Keine ruhigen Nächte. Habe keine guten Erinnerungen.
2. Berliner Luft .... stinkt
Wallenstein 31.08.2010
Zitat von sysopDeutschland, was hast Du nur für eine Hauptstadt! Aufregend, kreativ, glanzvoll, arm, hässlich, brutal - geteilt, aber anders als früher. Eine Weltstadt, schon 20 Jahre lang im Werden. Wie sehen Sie Berlin - als eine aufregende Hauptstadt oder nur als Möchtegern-Metropole?
Meine Erfahrungen in Berlin. Viele Stellen an den uriniert wird. Da stinkts. Ist das die berüchtigte Berliner Luft, Luft, Luft??? Die ähnelt der, wenn man in Frankfurt vor die Tür geht. Es gibt in Berlin nichts, was es man auch woanders haben kann. Musicals, Theater in Hamburg, Bochum, Köln, Stuttgart, München. Discotheken habe ich auch woanders zu hauf. In anderen Städten ist die Kneipendichte größer. Da dürfen sich die Berliner gar nix einbilden. Ich musste nirgendswo so weit bis zu nächsten Kneipe laufen wie in Berlin. Da holte man sich fast schon Blasen an die Füße. Die Arroganz vorallem der West-Berliner, alles um sie herum sei Provinz, kann man nur müde belächeln. Die Ostberliner waren mir symphatischer. Die waren nicht so arrogant.
3. Andersherum
CAJ 31.08.2010
Zitat von sysopDeutschland, was hast Du nur für eine Hauptstadt! Aufregend, kreativ, glanzvoll, arm, hässlich, brutal - geteilt, aber anders als früher. Eine Weltstadt, schon 20 Jahre lang im Werden. Wie sehen Sie Berlin - als eine aufregende Hauptstadt oder nur als Möchtegern-Metropole?
Berlin ist eine Hauptstadt über die man sich immer mehr "aufregen" muß.
4. Hoch gejubelt
Wallenstein 31.08.2010
Zitat von rotteBerlin wird künstlich hoch gejubelt. Melztiegel. Keine ruhigen Nächte. Habe keine guten Erinnerungen.
Ja aufgrund des Kalten Krieges. Diese Propaganda in den Unterhaltungsshows im Fernsehen vor der Wende, immer der Extra-Gruß nach Berlin. Dieses Gejuble. Einfach affig. Verbrausen unser Geld.
5.
kdshp 31.08.2010
Zitat von sysopDeutschland, was hast Du nur für eine Hauptstadt! Aufregend, kreativ, glanzvoll, arm, hässlich, brutal - geteilt, aber anders als früher. Eine Weltstadt, schon 20 Jahre lang im Werden. Wie sehen Sie Berlin - als eine aufregende Hauptstadt oder nur als Möchtegern-Metropole?
Hallo, ganz klar als Möchtegern-Metropole! Wenn die bundespolitik nicht dort wäre würde von berlin nix übrig bleiben außer das da mal ne mauer stand. Ach doch ja das die stadt pleite ist und da war mal was mit politik und banken.
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Wie kein anderer Ort stand Berlin für die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Von 1961 bis 1989 war die Stadt durch die Berliner Mauer getrennt. Nach der Wende wurde Berlin wieder Hauptstadt im geeinten Deutschland. Schon 1991 beschloss der Bundestag, damals noch in Bonn, den Umzug der Regierung an die Spree. Acht Jahre später packten die Parlamentarier ihre Koffer. 2001 zog Gerhard Schröder als erster Regierungschef in das neue Bundeskanzleramt. Nach und nach wurde ein Teil des Verwaltungsapparats nach Berlin verlegt. Denn bis heute halten sechs Ministerien ihren Hauptsitz weiter am Rhein - und die Mehrheit der Beamten (9000) ist weiterhin dort angesiedelt. Zum Vergleich: In Berlin sind es rund 8000 Bundesbeamte.
Einwohner
Berlin ist die Stadt der kulturellen Vielfalt. Rund 3,4 Millionen Menschen leben in der bevölkerungsreichsten Metropole Deutschlands. Davon waren 2009 etwa 460.000 Ausländer. Etwa ein Viertel davon stammt allein aus der Türkei. Berlin ist aber auch die Stadt der sozialen Gegensätze. 2009 waren im Schnitt 237.000 Menschen arbeitslos. Das entspricht einem Anteil von 14,1 Prozent. Damit liegt das Land im Bundesdurchschnitt weit vorn. Berlin ist die Stadt mit den meisten Hartz IV-Empfängern. Ungefähr jeder Siebte Berliner ist von Armut bedroht.
Demografischer Wandel
Demografischer Wandel? Berlin trotzt erstaunlicherweise dem Bundestrend. Während die Republik über sinkende Geburtenzahlen diskutiert, erlebt die Hauptstadt einen regelrechten Baby-Boom. In den vergangenen beiden Jahren kamen in Berlin 9,3 Babys pro 1000 Einwohner auf die Welt. Deutschlandweit sind es gerade einmal 8,3. Und weil im Gegensatz zum Bundestrend an der Spree mehr Kinder geboren werden als Menschen sterben, wächst die Stadt. Zwar nur leicht, aber immerhin. Dazu kommt, dass nach wie vor mehr Menschen von außerhalb nach Berlin ziehen als die Stadt verlassen. 143.800 kamen 2009 neu in die Hauptstadt. 133.000 zogen weg.
Industrie und Gewerbe
Der wichtigste Industriezweig in Berlin ist nach wie vor die Elektrobranche. 28.500 Menschen arbeiten in diesem Bereich. Grundsätzlich hat sich Berlin aber längst von einer Industrie- zur Dienstleistungsmetropole entwickelt. Die einstige Industriemetropole des Reiches gibt es nicht mehr. Zweiter Weltkrieg, Nachkriegszeit, Mauerbau und das Ende der DDR sowie der westdeutschen Subventionen an die Unternehmen in West-Berlin sorgten für einen rapiden Verfall. Noch 1991 gab es rund 200.000 Industriearbeitsplätze, heute sind es knapp 100.000. Rund 80 Prozent der Unternehmen in der Hauptstadt zählen mittlerweile zum Dienstleistungssektor. Rund 41 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten hier. Immer wichtiger wird der Tourismus. 8,3 Millionen Gäste besuchten 2009 Berlin - ein neuer Rekord. Das Land drückt allerdings ein gewaltiger Schuldenberg von mehr als 60 Milliarden Euro. 2006 forderte man deshalb finzielle Unterstützung vom Bund, das Bundesverfassungsgericht lehnte jedoch ab.
Politik
Berlin und seine Bürgermeister: Große Namen, meist auch im Bund einflussreiche Politiker, oft schillernde Persönlichkeiten - ganz wie die Stadt selbst. Seit 2001 ist Klaus Wowereit (SPD) Regierender Bürgermeister und ein gerngesehner Gast in Talkshows. Der bekennende Homosexuelle führt seit 2002 eine rot-rote Regierung an. Sein Vorgänger war der CDU-Mann Eberhard Diepgen, mit mehr als 15 Jahren im Amt der dienstälteste Regierende Bürgermeister der Stadtgeschichte. Wowereit und Diepgen können auf eine Reihe berühmter Vorgänger zurückblicken. Willy Brandt (SPD) natürlich, der spätere Bundeskanzler, oder Ernst Reuter (SPD), der unmittelbar nach dem Krieg die Verknüpfung West-Berlins mit der Bundesrepublik vorantrieb. Klaus Schütz (SPD) setzte sich besonders für den deutsch-jüdischen Dialog ein und initiierte 1969 ein Besuchsprogramm für jüdische Emigranten. Die Oberbürgermeister im Ostteil Berlins waren mit weniger Freiheiten als ihre Pendants im Westen ausgestattet. Doch konnten sie der Stadt ihren Stempel aufdrücken. Unter Friedrich Ebert junior beispielsweise, Sohn des ehemaligen Reichspräsidenten, wurden in den sechziger Jahren große Umbauarbeiten am Alexanderplatz vorgenommen. Einer seiner Nachfolger, Erhard Krack, setzte sich für den Wiederaufbau des Gendarmenmarktes, der Friedrichstraße und des Nikolaiviertels ein. Unter ihm wurden aber auch die großen Trabantenstädte im Osten - Marzahn und Hellersdorf - aufgebaut. Der erste freigewählte Oberbürgermeister Ost-Berlins war nach der Wende Tino Schwierzina. Dem SPD-Mann oblag es, zusammen mit seinem West-Kollegen Walter Momper die Vereinigung der Stadt zu vollenden.
Kulturszene
Wohl keine Stadt in Deutschland hat so eine vielfältige und zugleich verwirrende Kulturlandschaft wie Berlin. Leuchttürme sind das Pergamonmuseum, das Alte Museum, das die weltberühmte Büste der Nofretete beherbergt, oder das Deutsche Historische Museum. Die Unesco nahm 1999 die Berliner Museumsinsel in ihre Liste des Weltkulturerbes auf. In der jüngeren Zeit rückte auch immer stärker die Aufarbeitung der NS-Zeit in den Blickpunkt. Außer der Gedenkstätte deutscher Widerstand zählt die Ausstellung Topografie des Terrors zu den großen Projekten in der Hauptstadt. Das neue Berlin steht aber auch für eine stetig wachsende junge Künstlerszene. Billige Mieten lassen unzählige Galerien aus dem Bodern sprießen. Viele brachliegende Industrieanlagen bieten Platz für neue Ideen und locken Kunstschaffende aus der ganzen Welt. Für junge Menschen ebenso attraktiv ist die Berliner Clubszene, die auch international einen guten Ruf genießt. Tausende Tanzwütige reisen an den Wochenenden in die Hauptstadt. Im Berghain in Friedrichshain zum Beispiel sind regelmäßig mehr als zwei Drittel aller Besucher aus dem Ausland.