Drohendes EU-Verbot: Helmut Schmidt hortet angeblich 200 Stangen Mentholzigaretten

Die EU will Mentholzigaretten verbieten - und hat damit offenbar den Altkanzler aufgeschreckt. Helmut Schmidt bunkere 200 Stangen seiner geliebten Marke, berichtete nun Peer Steinbrück. Der Kanzlerkandidat hortet aus Angst vor Brüssel französische Glühbirnen.

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Altkanzler Schmidt: Nachschub bis zum 100. Geburtstag gesichert

Hamburg - Helmut Schmidt ist Sonderregeln gewöhnt. Ihn lässt man auch dort rauchen, wo Normalbürger ihre Zigaretten in der Tasche behalten müssen: in Fernsehstudios etwa oder in Parteitagshallen. Seine SPD und die TV-Sender zeigen Nachsicht mit dem 94-Jährigen. Doch nun schiebt sich eine höhere Macht zwischen den Altkanzler und seine geliebten Mentholzigaretten: die Europäische Union.

Weil die EU Mentholzigaretten verbieten will, hat der Altkanzler offenbar zu drastischen Mitteln gegriffen. Angeblich hortet der Kettenraucher nun 200 Stangen seiner geliebten Zigaretten aus Angst, dass Brüssel ernst macht mit dem geplanten Verbot. So hat zumindest Peer Steinbrück berichtet. Der Kanzlerkandidat der SPD erzählte die Anekdote am Montag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Karlsruhe.

Die Meldung inspirierte die "Hamburger Morgenpost" zum sofortigen Nachrechnen. Danach müsse sich Schmidt mit rund 38.000 "Reyno"-Zigaretten eingedeckt haben, zählte das Blatt. Wenn er pro Tag eine Schachtel verpaffe, reiche der Vorrat etwa bis zu seinem 100. Geburtstag.

Der Hintergrund der Aktion: Die EU arbeitet an einem Verbot von Zusatzstoffen, die den charakteristischen Tabakgeschmack verfälschen, wie Fruchtgeschmack, Schokoladenaroma oder eben Menthol. Der Plan stammt aus dem vergangenen Jahr, im Juni einigten sich nun auch die Gesundheitsminister der Mitgliedstaaten darauf.

Steinbrück nutzte die Anekdote von Schmidts Sammelaktion, ob sie nun stimmt oder nicht, zu einem Angriff auf die "unerträgliche Regelungswut" Brüssels. "Die EU-Kommissionen müssen davon abgebracht werden, alles bis ins Detail regeln zu wollen", sagte er vor Unternehmern auf seiner Wahlkampftour. Zwar solle grenzüberschreitend geregelt werden, was sinnvoll sei. "Aber etwa in unseren Sozial- und Wohlfahrtsverbänden oder im öffentlichen Nahverkehr hat die EU nichts zu suchen."

Er selbst habe beispielsweise hundert spezielle französische Glühbirnen in seinem Keller gebunkert, "weil ich nicht weiß, ob ich die in fünf Jahren für meine französische Lampe noch bekomme".

Das Glühbirnenverbot wurde übrigens maßgeblich von Steinbrücks Parteichef Sigmar Gabriel angeschoben - darüber verlor Steinbrück allerdings kein Wort.

fab/dpa

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