Ukraine-Krise Altkanzler Schmidt wirbt für mehr Verständnis für Russland

Russlands größte Sorge sei nicht die Ukraine. Putins Aufmerksamkeit gelte besonders dem Nachbarn China, sagte Ex-Kanzler Schmidt in einem Interview. Dafür müsse der Westen mehr Verständnis aufbringen.

Ex-Kanzler Schmidt (Archiv): Aus Ukraine-Konflikt könnte "heißer Krieg" werden
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Ex-Kanzler Schmidt (Archiv): Aus Ukraine-Konflikt könnte "heißer Krieg" werden


Hamburg - Altkanzler Helmut Schmidt hat sich für mehr Verständnis für Russland und Präsident Wladimir Putin ausgesprochen. Andernfalls sei "nicht völlig ausgeschlossen", dass aus dem Konflikt um die Ukraine "sogar ein heißer Krieg wird", sagte Schmidt der "Bild"-Zeitung.

Die großen Sorgen Putins gälten weniger der Ukraine, Polen oder Litauen, sondern den Nachbarn China, Pakistan und ehemaligen sowjetischen Teilrepubliken, sagte Schmidt. Angesichts dieser Lage sei Putin die Zukunft der Ukraine "weniger wichtig".

Russland sei von den Beschlüssen der EU zur Ost-Erweiterung Anfang der Neunzigerjahre in einer "Wild-West-Periode" unter dem damaligen Präsidenten Boris Jelzin überrascht worden. "Das rächt sich heute", sagte Schmidt, denn Jelzins Nachfolger Putin habe Russland wieder internationale Beachtung verschafft. "Putins Politik muss uns nicht gefallen. Aber wir müssen sie aus der Geschichte verstehen und ernst nehmen."

mka/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 43 Beiträge
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pansatyr 12.03.2015
1. hat eigentlich Schmidt
schon einmal von russischen Politikern mehr Verständnis für die Ukraine verlangt?
epicur 12.03.2015
2. Nähe zu Diktatoren
Schmidt hatte immer eine gewisse Schwäche für Diktatoren. Carter hielt er für einen Schwächling. Nach den letzten Ehrungen für mögliche Mörder durch Putin, war es nur eine Frage der Zeit, bis Schröder oder Schmidt wieder Werbung für Putin machen. Putin will jetzt ein Museum, das den Opfern des Stalinismus gewidmet war in eine Gedenkstätte für die anständig gebliebenen Täter umwandeln. Vermutlich sollen wir das auch gut finden.
1966logan 12.03.2015
3. Die Ukraine...
...ist auch eine ehemalige sowjetische Teilrepublik. Genau wie Litauen auch. Was will Herr Schmidt uns damit sagen???
linkereuropäischerpatriot 12.03.2015
4. Danke Herr Altkanzler
für diese klaren Worte. Eventuell wird ja doch der ein oder andere Ex Pazifist in diesem Land wach und erkennt und akzeptiert die eigenen unglaublichen Anfängerfehler des Westens in diesem Konflikt. Der heiße Krieg ist sehr wohl nicht auszuschließen. Diesmal werden wir aber keinen via TV Fernbedinung in die Schlacht für unsere Sache schicken. Diesmal merden wir, unsere Söhne und Töchter diejenigen sein, die in forderster Front ihr Leben lassen. So wie dieser Konflikt hat jeder Krieg dieser Welt angefangen!
Märchenonkel 12.03.2015
5. Der Mann hat Visionen...
... und sollte zum Arzt gehen
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