SPD-Politiker Hamburgs früherer Erster Bürgermeister Henning Voscherau ist tot

Henning Voscherau galt als Inbegriff des Hanseaten: sachlich, vornehm, leise. Neun Jahre war der Sozialdemokrat Hamburgs Erster Bürgermeister. Nun ist er im Alter von 75 Jahren an den Folgen eines Hirntumors gestorben.

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Der Sozialdemokrat Henning Voscherau ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Neun Jahre war er Hamburgs Erster Bürgermeister, von 1988 bis 1997.

Der gebürtige Hamburger trat 1966 in die SPD ein. Er selbst bezeichnete sich einmal als den "geborenen Sozi", weil schon seine Großeltern und Eltern der Partei angehörten.

Voscherau galt als Inbegriff des Hanseaten: sachlich, vornehm, leise. Gegenüber dem NDR sagte er: "Ein Hanseat gibt sein Wort und zwar mündlich oder per Handschlag - und er hält es auch." Weil er sich zum Ende seiner Amtszeit mit Themen der Sicherheitspolitik profilierte, nannte der SPIEGEL ihn einmal den "roten Sheriff".

Als Voscherau im Jahr 2011 vom Senat die Bürgermeister-Stolten-Medaille erhielt, würdigte ihn der heutige Erste Bürgermeister Olaf Scholz für seine "herausragenden, bleibenden Verdienste" um die Hansestadt. Voscherau sei der "Vater der Hafencity". Tatsächlich stellte Voscherau 1997 Pläne vor, wie die Innenstadt erweitert werden könnte und die Hafenflächen am Nordufer der Elbe integriert werden könnten.

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt engagierte Voscherau sich in der Politik. Er war Schlichter bei Tarifverhandlungen und wurde 2014 Vorsitzender der Mindestlohnkommission. Dieses Amt musste er ein Jahr später aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.

Voscherau wurde am 13. August 75 Jahre alt. Nach Angaben des Senats starb er nun in Hamburg im Kreise seiner Familie an den Folgen eines Hirntumors. Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

kgp



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