Attentat im Kölner OB-Wahlkampf Generalbundesanwalt erhebt Anklage

Frank S. soll die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Wahlkampf niedergestochen haben. Nun muss er sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Und es ist nicht sein einziges Vergehen.

Tatort in Köln (Archiv): Der Täter war vorbestraft
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Tatort in Köln (Archiv): Der Täter war vorbestraft


Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den mutmaßlichen Attentäter von Henriette Reker erhoben, die inzwischen Kölner Oberbürgermeisterin ist. Einen entsprechenden Medienbericht bestätigte eine Sprecherin der Behörde SPIEGEL ONLINE. Dem 44-Jährigen werden demnach versuchter Mord und fünffache Körperverletzung vorgeworfen.

Frank S. soll die Kölner Lokalpolitikerin Reker auf einer Wahlkampfveranstaltung im vergangenen Oktober angegriffen haben. Die Parteilose war auf dem Wochenmarkt mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Laut "Süddeutscher Zeitung" stach der Angreifer das Messer zehn Zentimeter tief in den Hals der Politikerin. Dabei sei die Luftröhre zweimal durchtrennt worden. Zudem habe das Messer die Wirbelsäule gerammt.

Frank S. wurde kurz nach dem Angriff festgenommen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Ermittler gingen schnell davon aus, dass Frank S. die Tat gewissenhaft vorbereitet hatte. Bei einer Vernehmung soll Frank S. rechte Parolen zu Protokoll gegeben haben. Auch im Internet war er vor der Tat nach Behördenangaben mit ausländerfeindlichen Kommentaren aufgefallen.

Laut "Süddeutscher Zeitung" war Reker nicht die einzige Politikerin, die bei dem Angriff verletzt wurde. So werde Frank S. unter anderem vorgeworfen, der FDP-Politikerin Annete von Waldow zweimal in den Brustkorb gestochen zu haben. Dem grünen Wahlkampfhelfer Pascal Siemens habe der Angreifer in Ober- und Unterarm gestochen, heißt es in dem Bericht. Die FDP-Frau Katja Hoyer wurde an der Wange verletzt. Bislang hatten die Ermittler keine Angaben zur Identität der weiteren Verletzten gemacht.

brk

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