Kabinettsmitglied der Schmidt-Regierung Ex-Arbeitsminister Herbert Ehrenberg ist tot

Der frühere Bundesarbeitsminister und Gründer der Künstlersozialkasse, Herbert Ehrenberg, ist gestorben. Während der Zeit der Deutschen Wiedervereinigung beriet er die neuen Bundesländer.

Herbert Ehrenberg (Archivbild von 1983)
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Herbert Ehrenberg (Archivbild von 1983)


Herbert Ehrenberg gehörte als Arbeitsminister zwischen 1976 bis 1982 der sozialliberalen Regierung von Helmut Schmidt an. Im Alter von 91 Jahren ist er nun gestorben, wie die SPD in Wilhelmshaven bestätigte. Ehrenberg starb der "Wilhelmshavener Zeitung" zufolge am Dienstag.

Der gebürtige Ostpreuße und engagierte Gewerkschafter begann seine politische Laufbahn in Niedersachsen. 1955 trat er in die SPD ein. Von 1974 bis 1984 gehörte er dem Parteipräsidium an. In Bonn übernahm er zunächst leitende Funktionen in der Ministerialbürokratie.

1971 wurde er Staatssekretär im Arbeitsministerium, fünf Jahre später Minister. Während dieser Zeit versuchte er, die Vollbeschäftigung wiederherzustellen, die Rentenfinanzen zu sanieren und die Ausgaben im Gesundheitswesen zu bremsen.

Im Bundestag saß er von 1972 bis 1988. Während der Zeit der Deutschen Wiedervereinigung beriet er die neuen Bundesländer und unterstützte die letzte DDR-Regierung beim Aufbau einer zentralen Arbeitsverwaltung.

1983 gründete Ehrenberg zudem die Künstlersozialversicherung, die heute fast 187.000 selbstständigen Künstlern und Publizisten einen Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung verschafft.

vks/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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infoseek 26.02.2018
1. Danke, Herr Ehrenberg
Ich war einer der ersten Mitglieder der Künstlersozialkasse. Diese Institution hat es mir ermöglicht, 36 Jahre lang ordentlich in die Rentenversicherung einzuzahlen - viel, wenn es gut lief, weniger, wenn es mal eng wurde. Dito Kranken- und Pflegeversicherung. Diese Flexibilität hat den Zwang, immer irgendwas einzahlen zu müssen, bei weitem wettgemacht, weil sie mir mehr als einmal den A... gerettet hat. Dadurch habe ich heute eine auskömmliche Rente. Und genau deshalb wurde die KSK gegründet. Mission accomplished, Herr Ehrenberg. Kann man von politischen Projekten ja nicht so oft behaupten.
unky 26.02.2018
2. Sein Andenken in Ehren halten
Die Gründung der Künstler war eine herausragende sozialpolitische Leistung und hilft den vielen freiberuflich tätigen Künstlern und Journalisten bzw. Publizisten, indem sie die Arbeitgeberanteile für die Renten- und Krankenversicherung übernimmt. Bei den unstetigen - und oftmals sehr geringen - Einkünften dieser Berufsgruppen ist das eine große Hilfe für die Betroffenen. Natürlich gab es auch Versuche, die KKS abzuschaffen, was in den 1990er Jahren dazu führte, dass das Leistungsspektrum etwas reduziert wurde. Aber noch existiert die Künstlersozialkasse - und wird hoffentlich auch weiterhin bestehen bleiben.
japhyryderson, 26.02.2018
3. @infoseek & unky
Betreff der Einführung der Künstlersozialkasse sage ich Danke für Ihre Kommentare. Kann mich noch gut erinnern an die Debatten, als sie eingeführt wurde. Halte ich ebenfalls für eine große Sache.
sabrina74 26.02.2018
4. Ganz meine Meinung
Zitat von unkyDie Gründung der Künstler war eine herausragende sozialpolitische Leistung und hilft den vielen freiberuflich tätigen Künstlern und Journalisten bzw. Publizisten, indem sie die Arbeitgeberanteile für die Renten- und Krankenversicherung übernimmt. Bei den unstetigen - und oftmals sehr geringen - Einkünften dieser Berufsgruppen ist das eine große Hilfe für die Betroffenen. Natürlich gab es auch Versuche, die KKS abzuschaffen, was in den 1990er Jahren dazu führte, dass das Leistungsspektrum etwas reduziert wurde. Aber noch existiert die Künstlersozialkasse - und wird hoffentlich auch weiterhin bestehen bleiben.
... und eine kleine Ergänzung, bevor sich gleich wieder die Nörgler berufen fühlen: Die KSK finanziert sich zum Teil dadurch, dass jedes Unternehmen, das einen künstlerischen Freiberufler beschäftigt, eine Abgabe an die KSK zahlt. Es ist eine großartige Einrichtung, die sehr durchdacht gestaltet wurde.
zylmann 26.02.2018
5. Und was hat die CDU/CSU und die FDP
für die freischaffenden Künstler getan? Na ja dafür werden sie dann belohnt und gewählt. Verstehen muss man das nicht.
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