Herxheim Anschlag auf geplantes Flüchtlingsheim in Rheinland-Pfalz

In wenigen Tagen hätten Asylbewerber eine neue Unterkunft in Rheinland-Pfalz beziehen sollen. Nun haben Unbekannte in dem Haus in Herxheim Feuer gelegt. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.


Erneut hat in Deutschland eine geplante Unterkunft für Asylsuchende gebrannt. Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag im rheinland-pfälzischen Herxheim drei gefüllte Kanister mit einer bislang unbekannten Flüssigkeit in das Gebäude geworfen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Ein Kanister sei in Flammen aufgegangen, dabei verschmorten die Decke und der Bodenbelag. Das einstöckige Gebäude wird derzeit zu einer Erstaufnahmeeinrichtung für 800 Asylbewerber umgebaut. Mitte Dezember hätten die ersten Flüchtlinge einziehen sollen. "Ich gehe davon aus, dass sich der Einzug verzögert", sagte ein Polizeisprecher. Wie lange, könne man derzeit nicht sagen. Zur Höhe des Schadens gab es zunächst keine Angaben.

Die Landrätin des Kreises Südliche Weinstraße, Theresia Riedmaier (SPD), sagte, im Moment gehe es nur um einen Schaden am Gebäude - aber hinter der Tat stehe ein Angriff auf Menschen, die "Schutz und Sicherheit vor Krieg oder Verfolgung" suchen. Die Tat sei auch ein Angriff gegen alle Helfer der Flüchtlinge.

Eine fremdenfeindliche Tat sei nicht ausgeschlossen, es werde aber in alle Richtungen ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Landau.

Seit Monaten steigt die Zahl der Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland, doch die Täter werden selten gefasst. Laut einem Bericht der "Zeit" gibt es nach insgesamt 222 fremdenfeindlichen Angriffen nur zwölf Anklagen.

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Quelle: Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl / Polizei / eigene Recherchen / dpa
Stand: 7. Januar 2016
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syd/dpa



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