Björn Höcke Hessen will Unterrichtsverbot für AfD-Politiker

Hessens Landesregierung will verhindern, dass AfD-Politiker Björn Höcke in Zukunft wieder an einer Schule in dem Bundesland unterrichtet - eine Reaktion auf umstrittene Äußerungen des thüringischen Abgeordneten.

AfD-Politiker Björn Höcke: Oberstudienrat in den Fächern Sport und Geschichte
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AfD-Politiker Björn Höcke: Oberstudienrat in den Fächern Sport und Geschichte


Hessen will den AfD-Politiker Björn Höcke nicht mehr in den Schuldienst zurücklassen. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte der "Frankfurter Rundschau", er werde im Rahmen seiner Möglichkeiten "alles dafür tun, dass Herr Höcke nicht mehr Unterricht an einer unserer Schulen erteilt".

Der 43-jährige Partei- und Fraktionschef der AfD in Thüringen hatte auf einer Kundgebung im November in Sachsen-Anhalt von einem "lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp" gesprochen - was von Experten als rassistisch gewertet worden war. Ermittlungen wegen Volksverhetzung hat die Staatsanwaltschaft Halle mangels hinreichenden Tatverdachts aber eingestellt.

Höcke hatte früher als Oberstudienrat Sport und Geschichte im nordhessischen Bad Sooden-Allendorf unterrichtet. Bis 2019 ist er in den Thüringer Landtag gewählt und für diese Zeit beurlaubt. Falls er danach in den Schuldienst zurückkehren wolle, werde man versuchen, das "unter Beachtung bzw. Einhaltung aller rechtlichen Voraussetzungen" zu verhindern, sagte Lorz.

asc/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
carlitom 16.01.2016
1.
Heißt der nicht Bernd? ;-) Natürlich muss es Ideologen verboten sein, Kinder zu unterrichten und damit zu prägen. Das hatten wir schon mehrmals (im Dritten Reich wie in der DDR). Das wollen wir auf keinen Fall mehr.
phrasensport 16.01.2016
2. Sehr gut!
Daumen hoch! Selbst wenn diesee Mann ein guter Lehrer wäre, istbes unzumutbar ihn auf unsere Kinder loszulassen. Jeder Lehrer hat seinen eigenen Stil und bringt seine eigenen Ideale oft mit in den Stoff ein. Teil bewusst, teils unbewusst. Eigentlich ist das gut so, weil der Stoff vermittelt und eine bunte Gesellschaft gespiegelt wird. Bei einem klaren Rassisten sollte also Vorsicht geboten sein.
dissidenten 16.01.2016
3.
Ob man den Spinner jetzt mag oder nicht - aber das hätte schon einen deutlichen Beigeschmack und wird wohl an den rechtlichen Voraussetzungen scheitern.
larry_lustig 16.01.2016
4. Nicht 'Hessen' sondern
ein Politiker will das nicht..... Und dieses Berufs-Verbot, wegen einer legalen politischen Aktivität, würde von jedem Gericht (so lange es unabhängig ist) kassiert werden.
crazy_swayze 16.01.2016
5.
Sorry, das geht zu weit. Wenn man alle Lehrer wegen einer umstrittenen Äußerung aus dem Dienst ausschließen würde, gäbe es nur noch halb so viele. Auch ich hatte Lehrer die mal kräftig danebenlagen. Und wenn man, noch schlimmer, Lehrer wegen ihrer Partei ausschließt, dann leben wir in keiner Demokratie mehr. Das sage ich als jemand, der Herrn Höcke verabscheut.
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