Hessen-Umfrage Schwarz-Gelb winkt satte Mehrheit, Linke vor dem Scheitern

CDU und FDP können bei der Landtagswahl in Hessen laut einer Umfrage mit einer komfortablen Mehrheit rechnen. Die Linke droht dagegen an der Fünfprozenthürde zu scheitern, die SPD verharrt im Stimmungstief. Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel legt gegen Roland Koch aber kräftig zu.


Frankfurt am Main - Die parteiinternen Querelen zeigen offenbar Wirkung: Der Linkspartei droht bei der hessischen Landtagswahl am kommenden Sonntag das Scheitern an der Fünfprozenthürde. Einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der "Frankfurter Rundschau" liegt die Linke derzeit in der Wählergunst nur noch bei vier Prozent.

Linken-Spitzenkandidat van Ooyen: Nicht mehr in den Landtag?
DPA

Linken-Spitzenkandidat van Ooyen: Nicht mehr in den Landtag?

In der hessischen Linken tobt derzeit ein heftiger Streit. Viele Mitglieder beklagen zentralistische Strukturen und Mobbing, einige haben die Partei bereits aus Protest verlassen.

CDU und FDP sagen die Demoskopen indes eine satte Mehrheit in Hessen voraus. Nach dem Ergebnis der Umfrage liegt die CDU von Ministerpräsident Roland Koch bei landesweit 41 Prozent. Für die FDP würden sich derzeit 15 Prozent entscheiden. Dies wäre für die hessischen Liberalen das beste Ergebnis bei einer Landtagswahl seit mehr als 50 Jahren.

Die hessische SPD dagegen verharrt weiterhin im Stimmungstief. Die Meinungsforscher von Forsa ermittelten für die Sozialdemokraten gerade einmal 24 Prozent - das wäre ein neuer Negativrekord. Die Grünen können laut Umfrage mit 13 Prozent rechnen.

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Großer Unsicherheitsfaktor in den Umfragen bleiben allerdings die unentschlossenen Wähler: 41 Prozent der Hessen gaben an, sie seien sich in ihrer Wahlentscheidung noch nicht sicher.

Im direkten Vergleich mit Regierungschef Koch hat SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel kräftig aufgeholt. 32 Prozent der Befragten würden ihn am liebsten im Amt sehen, 39 Prozent geben Koch den Vorzug. In der Dezember-Umfrage der "Frankfurter Rundschau" hatte Koch noch einen Vorsprung von 20 Prozentpunkten vor seinem Herausforderer.

Auf Bundesebene kann die SPD laut Forsa in der Wählergunst leicht zulegen. Wäre jetzt Bundestagswahl, könnten die Sozialdemokraten der Befragung für "stern" und RTL zufolge mit 25 Prozent rechnen, das sind zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche.

Die Union käme auf 36 Prozent (minus eins), die FDP bliebe bei 13 Prozent und die Linkspartei bei elf Prozent. Um einen Punkt abwärts ginge es bei den Grünen auf neun Prozent. Die Befragung fand vor der Einigung auf das neue Konjunkturpaket statt.

phw/dpa/AP

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