Messerangriffe Hessen will Waffengesetz verschärfen

In Hessen ist die Zahl der Messerangriffe zuletzt kontinuierlich gestiegen. Landesinnenminister Beuth fordert nun die Ausweitung von Zonen, in denen keine Waffen getragen werden dürfen.

Verbotsschild am Rande der Bremer Discomeile in der Nähe des Hauptbahnhofs
imago/ Eckhard Stengel

Verbotsschild am Rande der Bremer Discomeile in der Nähe des Hauptbahnhofs

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Hessens Innenminister Peter Beuth will als Reaktion auf die gestiegene Zahl von Angriffen mit Messern das Waffengesetz verschärfen lassen. Entsprechende Vorschläge will der CDU-Politiker auf der am Mittwoch im sachsen-anhaltischen Quedlinburg beginnenden Innenministerkonferenz präsentieren.

Nach Beuths Vorstellungen sollen bundesweit sogenannte Waffenverbotszonen an sensiblen Orten leichter als bislang eingerichtet werden können. So soll etwa an Schulen und Bahnhöfen ein generelles Waffenverbot gelten.

Dafür muss das Waffenrecht auf Bundesebene geändert werden. Bislang dürfen die Behörden solche Verbotszonen nur an Orten einrichten, die besonders von Kriminalität belastet sind. "Rund um einen Kindergarten hat aber jemand mit einem Messer oder gar einer Pistole nichts zu suchen", sagte Beuth dem SPIEGEL. "Dass wir hier nicht erst auf eine Tat warten dürfen, bevor wir diese Orte besonders schützen können, leuchtet Eltern sofort ein."

Die Zahl der mit Messern begangenen Körperverletzungs- und Tötungsdelikte ist in Hessen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Nach offiziellen Angaben registrierte die Polizei 2013 insgesamt 865 entsprechende Fälle, 2017 waren es schon fast 1200 (Lesen Sie hier Hintergründe zur Kriminalstatistik).

"Wir müssen alles daran setzen, dass es erst gar nicht zu solchen Taten kommen kann", sagte Beuth. Gezielte Kontrollen in ausgewiesenen Waffenverbotszonen könnten dazu "einen wichtigen Beitrag" leisten.

Gesonderte Statistiken in einigen Ländern

In den vergangenen Monaten hatten Berichte über Angriffe mit Messern immer wieder Schlagzeilen gemacht. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlangte, "nach gefühlt täglich erscheinenden Meldungen über Messerangriffe" solle künftig für ganz Deutschland erfasst werden, wie oft Messer als Waffen eingesetzt würden.

Einige Bundesländer - etwa Hessen, Rheinland-Pfalz und Berlin - haben solche gesonderten Statistiken über Angriffe bereits, andere nicht - darunter Bayern und Sachsen-Anhalt. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen will ab 2019 Gewalttaten mit Messern statistisch erfassen. Auch Niedersachsen nimmt künftig den Einsatz von Stichwaffen in die Kriminalstatistik auf.

Recherchen der ARD hatten Berichten über eine angebliche "Messer-Epidemie" (AfD) in Deutschland allerdings wiedersprochen.

Video: Ein Leben mit Gewehren und Pistolen - Meine Waffe und ich

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insgesamt 56 Beiträge
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mirage122 06.06.2018
1. Wozu?
Kann mir mal jemand erläutern, warum man überhaupt Waffen mit sich herumtragen muss? Ich sehe absolut keine Notwendigkeit. Ist das der amerikanische Einfluss? Reicht nicht auch zur Abwehr Pfeffer-Spray oder dergleichen? Wenn die Statistik hier steigende Zahlen z.B. in Hessen angibt, kann das daran liegen, dass man dadurch verschärft sensibilisiert worden ist. Keine Waffen rund um Kindergärten: Ja, was soll denn das? Das bringt vielleicht einige Menschen erst auf eine Idee. Verteidigen Eltern ihre Kinder vor Lehrern oder Mitschülern mit Waffen?Wie weit soll das in diesem, unserem Lande denn noch kommen?
Jean-P. 06.06.2018
2. Warum?
Warum gibt es Zonen an denen ohne Probleme Messer, andere Stichwaffen, Pistolen etc mitgeführt werden dürfen? Sollten diese ”messerfreien” Zonen nicht auf das ganze Bundesgebiet ausgedehnt werden?
RudiRastlos2 06.06.2018
3.
Mich würden die Ursachen für die gestiegene Zahl der Messerangriffe interessieren. Man sollte, wenn Möglich, die Ursache zu aller erst bekämpfen.
SPONU 06.06.2018
4. Endlich mal eine gute Idee
Liesse sich das auch für andere Gefahrenzonen anwenden? Strassen zum Beispiel? Dort wird ja oft rücksichtslos gefahren und viel zu schnell. Wenn wir nun ein Gesetz hätten welches auf bestimmten Abschnitten die Geschwindigkeit begrenzt....dann wäre alles viel sicherer :)
s.raudolf 06.06.2018
5. Nicht Symptome, sondern Ursachen bekämpfen!
Legalwaffenbesitzer gehören zu den gesetzestreuesten Bürgern, da ihnen beim kleinsten Vergehen die Erlaubnis entzogen wird. Der reflexhafte Ruf nach einem noch schärferen Waffenrecht ist lächerlich, da diese Taten zum allergrößten Teil von Kriminellen mit illegalen Waffen verübt werden. Waffenfreie Zonen - klasse, die sind schon in den USA eine Einladung für alle Verbrecher, da hier nicht mit Widerstand zu rechnen ist. Es war zu erwarten, dass die Messer als nächstes dran sind, in UK wird ernsthaft darüber nachgedacht, die Spitzen aller Küchenmesser zwingend rundschleifen zu lassen - kein Scherz....
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