Hintergrund Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Sozialhilfe - wer bekommt wie viel, wer bezahlt was?


Anspruch auf Arbeitslosengeld haben alle, die innerhalb der letzten drei Jahre vor dem Gang zum Arbeitsamt mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig gearbeitet haben. Arbeitslose mit Kindern erhalten 67 Prozent des Nettolohns aus ihrem letzten Arbeitsjahr, Kinderlose 60 Prozent. Mindestens wird sechs, maximal 32 Monate Arbeitslosengeld gezahlt - ja nach Alter des Erwerbslosen und Dauer seiner Berufstätigkeit. Zur Zeit beziehen rund 1,9 Millionen Menschen in Deutschland Arbeitslosengeld. Im Jahr 2000 machte das für die Bundesanstalt für Arbeit eine Summe von rund 49 Millionen Mark.

Arbeitslosenhilfe bekommt, wer auch nach Ablauf der Arbeitslosengeldzahlung noch keine Arbeit hat oder überhaupt keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld erreichen konnte, weil er nicht lang genug versicherungspflichtig gearbeitet hat. Vor der Gewährung von Arbeitslosenhilfe wird allerdings die Bedürftigkeit geprüft: Das Arbeitsamt nimmt das Einkommen des Partners, sonstige Vermögen des Arbeitslosen und Unterhaltsansprüche gegenüber Dritten unter die Lupe. Je nach Ergebnis fällt die Höhe der Leistung aus. Sie liegt maximal bei 57 Prozent des früheren, pauschalierten Nettolohns, bei Kinderlosen sind es 53 Prozent. Jährlich wird die Leistung um drei Prozent gekürzt bis sie einen festgelegten Mindestsatz erreicht hat. Der Betrag wird bis zum 65. Lebensjahr gezahlt. Knapp 1,5 Millionen Menschen in Deutschland bekommen Arbeitslosenhilfe, das bedeutete für den Bund 25 Milliarden Mark im Jahr 2000.

Sozialhilfe erhalten alle Bedürftigen und die Arbeitslosen, die keinen Anspruch auf Arbeitslosenhilfe haben. Das betrifft etwa 700.000 der insgesamt 2,8 Millionen Sozialhilfeempfänger. Sozialhilfe leisten die Kommunen. Sie besteht aus Geld- und Sachleistungen sowie persönlicher Hilfe. Der Regelsatz ist von Land zu Land unterschiedlich, in Berlin beträgt er beispielsweise 550 Mark für den Haushaltsvorstand. Dazu kommen spezielle Zahlungen, z.B. für Wohnung oder Heizung. Sozialhilfe wird erst gezahlt, wenn das eigene Vermögen schon eingesetzt wurde. Gegebenenfalls müssen auch Angehörige für die Sozialhilfe aufkommen. die Hilfeempfänger müssen außerdem "zumutbare Arbeit" annehmen, sonst verfällt ihr Anspruch auf Zahlungen.



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