"Hitler-Gruß" Horst Mahler muss ins Gefängnis

Der Rechtsextremist Horst Mahler muss wegen Volksverhetzung zehn Monate in Haft. Das Amtsgericht Erding verurteilte ihn unter anderem, weil er bei einem Interview die Gesprächspartner mit "Heil Hitler" begrüßt hatte. Im Gerichtssaal löste er einen weiteren Eklat aus.


Erding - Nun wandert er also wieder in den Knast. Dieses Mal für zehn Monate. Das Amtsgericht Erding verurteilte den schon mehrfach vorbestraften Horst Mahler wegen Volksverhetzung, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Beleidigung. Mahler kündigte an, in Berufung zu gehen.

Mehrfachtäter: Horst Mahler zu Gefängnisstrafe verurteilt
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Mehrfachtäter: Horst Mahler zu Gefängnisstrafe verurteilt

Der 72-jährige Rechtsextremist hatte im November 2007 in einem Interview mit dem früheren Vizevorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, die systematische Tötung von Juden im Konzentrationslager Auschwitz geleugnet. Außerdem begrüßte Mahler seinen Gesprächspartner mit den Worten "Heil Hitler".

Während der Verhandlung kam es zu einem weiteren Eklat. Mahler, der sich selbst verteidigte, leugnete den Holocaust erneut und beging damit nach Angaben des Staatsanwalts eine weitere Straftat. Später wurde ihm das Rederecht entzogen und er selbst aus dem Saal entfernt. Zuvor hatte er versucht, Friedman zu provozieren, und den Prozess mit zahlreichen Beweisanträgen behindert, die das Gericht sämtlich ablehnte.

Die Vorsitzende Richterin Astrid von Boennighausen-Budberg sagte in der Urteilsverkündung, mildernde Umstände für Mahler habe es nicht gegeben. Die Aussetzung der Strafe zur Bewährung sei nicht in Betracht gekommen. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer elf Monate Haft für Mahler gefordert. Der Angeklagte hatte sich während des Prozesses selbst verteidigt.

Mahler ist einer der prominentesten Vertreter der rechten Szene in Deutschland. Er wurde bereits mehrfach wegen seiner Äußerungen verurteilt. 2007 verbüßte er schon einmal eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung.

Anfang der siebziger Jahre hatte er zu den ersten Mitgliedern der terroristischen Rote-Armee-Fraktion gehört und war an der Befreiung des Terroristen Andreas Baader sowie an mehreren Banküberfällen beteiligt. Deshalb war er zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Später wandte er sich dem Rechtsextremismus zu und trat 2000 in die NPD ein, verließ die Partei aber mittlerweile wieder.

ler/AP/ddp



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