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Kölner Hooligan-Krawalle: Hogesa-Demonstrantin zu Bewährungsstrafe verurteilt

Angeklagte im Amtsgericht Köln: Sechs Monate Haft auf Bewährung Zur Großansicht
DPA

Angeklagte im Amtsgericht Köln: Sechs Monate Haft auf Bewährung

Sie soll Polizisten beleidigt und mit einer Flasche beworfen haben: Ein Gericht in Köln hat eine Teilnehmerin der Kölner Hooligan-Krawalle zu einer Bewährungstrafe verurteilt.

Köln - Das Kölner Amtsgericht hat eine Teilnehmerin der Hooligan-Krawalle von Köln zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass die 21-Jährige bei der Kundgebung der "Hooligans gegen Salafisten" (Hogesa) im vergangenen Oktober eine gefüllte Plastikflasche auf Polizisten geworfen hatte. Die Flasche verfehlte ihr Ziel.

Die junge Frau hatte dem Urteil zufolge außerdem Beamte beleidigt. Den Vorwurf, sie habe auch den Hitlergruß gezeigt, ließ die Staatsanwaltschaft hingegen fallen. Die nun Verurteilte hatte schon bei ihrer Festnahme ein Geständnis abgelegt und bat im Gerichtssaal für ihr Verhalten um Entschuldigung. Bei der als Kundgebung gegen Salafisten angemeldeten Demonstration waren im Oktober 49 Polizisten verletzt worden.

Das Urteil beendet den ersten Prozess im Zusammenhang mit dieser Hooligan-Kundgebung. Nach Angaben des Amtsgerichts Köln hat die Staatsanwaltschaft bislang zwei weitere Anklagen erhoben und neun Strafbefehle mit Geldstrafen gegen Hogesa-Demonstranten erlassen.

Nach den Ausschreitungen hatte die Polizei gegen Dutzende Verdächtige Ermittlungen eingeleitet. Bereits im November hatten die Ermittlungsbehörden nach eigenen Angaben 134 Verfahren eingeleitet und 78 Tatverdächtige identifiziert.

Zu den Tatverdächtigen der Hogesa-Kundgebung zählen demnach sieben Straftäter aus dem rechtsextremen Spektrum und acht Gewalttäter aus dem Hooligan-Milieu. Mehr als die Hälfte der mutmaßlichen Täter waren der Polizei jedoch bislang nicht einschlägig bekannt.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte im Herbst angekündigt, dass Hooligans und Rechtsextreme bei gemeinsamen Aufmärschen künftig mit massiven Polizeieinsätzen rechnen müssten. Die Exzesse in Köln, die im Nachhinein detailliert analysiert wurden, seien aber nicht absehbar gewesen.

mxw/dpa

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