Geplanter Aufmarsch in Hannover Polizei lehnt Hooligan-Versammlungsleiter ab

Die Polizei hat den Versammlungsleiter einer geplanten Demonstration von Hooligans in Hannover abgelehnt. Er verherrliche den Holocaust und hetze gegen Muslime.

Hooligan-Demo am 26.10 in Köln: Neuauflage in Hannover?
DPA

Hooligan-Demo am 26.10 in Köln: Neuauflage in Hannover?


Hannover - Am 15. November wollen Hooligans in Hannover aufmarschieren. Doch die Organisatoren der Demonstration unter dem Motto "Europa gegen den Terror des Islamismus" müssen sich einen neuen Versammlungsleiter suchen. Den bisherigen Leiter hat die Polizei in der niedersächsischen Landeshauptstadt abgelehnt.

Es gebe Zweifel an der Zuverlässigkeit des Mannes, da er im Internet Inhalte verbreitet habe, die den Holocaust verherrlichten, teilte die Polizeidirektion mit. Gegen ihn wurde Anzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung erstattet.

Die Organisatoren der Kundgebung können nun einen anderen Versammlungsleiter benennen, um ein behördliches Verbot zu vermeiden. Der abgelehnte Versammlungsleiter war nach Erkenntnissen der Polizei Ende Oktober auch in Köln als Redner aufgetreten, als es bei einem Protest von rund 4500 gewaltbereiten Hooligans und Rechtsextremen zu Zusammenstößen mit der Polizei kam. Dabei wurden 49 Beamte verletzt.

SPD und FDP rufen zu Gegenkundgebungen auf

Die Polizei Hannover befürchtet, dass es bei der geplanten Demonstration ebenfalls zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen könnte. Die Behörden erwarten bis zu 5000 Teilnehmer sowie neun Gegenkundgebungen, die unter anderem von SPD und FDP organisiert werden.

Ursprünglich war für den 15. November in Berlin eine Hooligan-Demonstration mit rund 10.000 Teilnehmern unter dem Motto "Hooligans gegen Salafisten" angemeldet worden. Der Antrag ist nach Behördenangaben aber ungültig. Auch in Hamburg war für dasselbe Datum eine ähnliche Demonstration angemeldet - hier zog aber der Veranstalter die Anmeldung zurück.

syd/dpa

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