Prag Holocaust-Überlebender Adolf Burger ist tot

Einer der letzten Überlebenden des Holocaust ist gestorben: Adolf Burger wurde als KZ-Häftling gezwungen, Geld zu fälschen - seine Geschichte diente als Vorlage für den oscarprämierten Spielfilm "Die Fälscher".

August Burger (Mitte) mit Schauspieler August Diehl (r.) und Freundin Julia Malik auf der Berlinale 2007
DPA

August Burger (Mitte) mit Schauspieler August Diehl (r.) und Freundin Julia Malik auf der Berlinale 2007


Der Holocaust-Überlebende Adolf Burger ist tot. Er sei am Dienstagabend im Alter von 99 Jahren in Prag gestorben, berichteten am Mittwoch der öffentlich-rechtliche tschechische Rundfunk und die Zeitung "Idnes" unter Berufung auf die Tochter und den Schwiegersohn des Verstorbenen.

Burger war einer der letzten Zeitzeugen der NS-Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen. Er war mit anderen jüdischen KZ-Häftlingen in Sachsenhausen in Oranienburg, nördlich von Berlin, gezwungen worden, millionenfach Pfund- und US-Dollar-Scheine zu fälschen.

Über die augenscheinlich größte Geldfälschungsaktion der Geschichte schrieb Burger später das Buch "Des Teufels Werkstatt". Seine Erinnerungen dienten als Vorlage für den Spielfilm "Die Fälscher". Der Film des österreichischen Regisseurs Stefan Ruzowitzky gewann 2008 einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Die Nationalsozialisten hatten Burger wegen seiner Kenntnisse als Buchdrucker zur sogenannten Aktion Bernhard abkommandiert.

Seine Gedanken, als er dort eintraf, beschrieb er so: "Von hier kommst du nie lebendig raus. Eine vom Nazi-Staat errichtete Geldfälscherwerkstatt bedeutet ein Staatsgeheimnis, dessen Zeugen nur der Tod erwartet."

Die US-Armee befreite Burger, der am 12. August 1917 im heute slowakischen Velka Lomnica zur Welt gekommen war, kurz vor Kriegsende. Seine Frau überlebte den Holocaust nicht.

kry/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Marut 08.12.2016
1. Ein großartiger Zeitzeuge
Ich habe diesen Mann auf einen Vortrag in einer Göttinger Gemeinde vor ca. 25 Jahren gehört und gesehen - es war faszinierend ihm zuzuhören. Er war ein wichtiger Zeitzeuge, der sehr eindringlich einer Generation, die immer weniger mit der deutschen Vergangenheit zu tun hat, diese wieder ein bißchen lebendig machen konnte. Er hat mit seinen Vorträgen gegen das Vergessen gearbeitet und er war auf eine herausragende Weise ohne den zu erwartenden Hass in seinen Erzählungen. Nun, wo er gestorben ist, verneige ich mich vor ihm noch einmal ganz tief!!
jimbofeider 08.12.2016
2. Adolf Burger
Ein kleiner großer Mann ist Tot. R.I.P.
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