Homosexuelle Paare: Merkel lehnt schnelle steuerliche Gleichstellung ab

Die Regierung streitet offen über ein Ehegattensplitting für homosexuelle Paare: Bundeskanzlerin Merkel will die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abwarten - und stellt sich damit nicht nur gegen ihren Koalitionspartner FDP, sondern auch gegen einige CDU-Abgeordnete.

Merkel im Juli 2012 in Berlin: "Vorerst kein Handlungsbedarf"Zur Großansicht
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Merkel im Juli 2012 in Berlin: "Vorerst kein Handlungsbedarf"

Berlin - Angela Merkel (CDU) schaltet sich in die Debatte um eine Ausweitung des Ehegattensplittings auf homosexuelle Lebenspartnerschaften ein. Die Bundeskanzlerin sehe in dieser Frage vorerst keinen Handlungsbedarf, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Vor einer Entscheidung über die Gleichstellung bei der Einkommensteuer solle das für 2013 erwartete Urteil des Bundesverfassungsgerichts abgewartet werden.

Zwar bestehe in der Koalition Einigkeit darüber, dass die steuerliche Ungleichbehandlung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften und der Ehe abgebaut werden müsse, sagte Seibert. In vielen Bereichen sei dies auch bereits geschehen, beim Ehegattensplitting gingen die Meinungen aber auseinander.

Merkel stellt sich mit dieser Haltung gegen die FDP und auch gegen eine Initiative von 13 Bundestagsabgeordneten, die eine Gleichstellung auch bei der Einkommensteuer noch vor der Karlsruher Entscheidung verlangt hatten. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bekräftigte diese Forderung erneut: Die bisherigen Karlsruher Urteile zur Homo-Ehe seien "starke Indizien" dafür, dass auch bei der Einkommensteuer die Ungleichbehandlung nicht zulässig sei, sagte die Sprecherin des FDP-Chefs. Das müsse nun politisch geklärt werden. "Das kann nicht bis 2013 warten."

In der vergangenen Woche hatten 13 Christdemokraten sich für die steuerliche Gleichstellung der Homo-Ehe mit der klassischen Ehe starkgemacht. "Es ist nicht akzeptabel, dass der Politik immer wieder und absehbar vom Bundesverfassungsgericht vorgeschrieben werden muss, diese Ungleichbehandlung abzuschaffen wie jüngst im Urteil zum beamtenrechtlichen Familienzuschlag", heißt es in ihrem Appell.

Eingetragene Lebenspartner trügen genauso wie Ehegatten die Unterhalts- und Einstandspflichten füreinander, heißt es in der Erklärung. "Insofern ist das Steuersplitting auch für Lebenspartnerschaften nur konsequent." Die Unionsfraktion solle "nun endlich" die steuerliche Gleichstellung als "eigene politische Entscheidung" umsetzen.

Beim Ehegattensplitting werden Mann und Frau beim Finanzamt gemeinsam veranlagt. Daraus ergibt sich - vor allem bei hohen Einkommensunterschieden zwischen den Eheleuten - eine Steuerersparnis. Diese wird damit begründet, dass das Grundgesetz die Ehe zwischen Mann und Frau besonders schützt.

Im Koalitionsvertrag hätten sich Union und FDP "zur Ausgewogenheit von Rechten und Pflichten von eingetragenen Lebenspartnerschaften verpflichtet". Die FDP spricht sich schon länger grundsätzlich für eine steuerliche Gleichbehandlung von Eheleuten und homosexuellen Lebenspartnerschaften aus. Auch Grüne, SPD und Linke setzen sich für eine Gleichstellung ein.

lgr/dapd/AFP

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insgesamt 77 Beiträge
labbimen 13.08.2012
"Vor einer Entscheidung über die Gleichstellung bei der Einkommensteuer solle das für 2013 erwartete Urteil des Bundesverfassungsgerichts abgewartet werden." Anschließend nutzen wir die vom BVG gesetzte Frist bis zum [...]
"Vor einer Entscheidung über die Gleichstellung bei der Einkommensteuer solle das für 2013 erwartete Urteil des Bundesverfassungsgerichts abgewartet werden." Anschließend nutzen wir die vom BVG gesetzte Frist bis zum vorletzten Tag zum Nichtstun aus, um dann am letzten Tag mit flinker Feder ein Gesetz hinzusauen, das dann ein Jährchen später vom BVG nebst vernichtender Kritik kassiert wird undsoweiterundsofort. So geht Re(a)gieren Heute, nicht wahr Frau Merkel?
tgrob99 13.08.2012
Beschämend so eine Haltung, einfach nur beschämend Frau Merkel.
Beschämend so eine Haltung, einfach nur beschämend Frau Merkel.
A.R. 13.08.2012
Also wieder abwarten und evtl aussitzen! Frau M. sie haben wirklich die Lehren des Kohlosses von Oggersheim verinnerlicht, oder was noch schlimmer wäre, zu nichts eine eigene Meinung.
Zitat von sysopDie Regierung streitet offen über ein Ehegattensplitting für homosexuelle Paare: Bundeskanzlerin Merkel will die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abwarten - und stellt sich damit nicht nur gegen ihren Koalitionspartner FDP, sondern auch gegen einige CDU-Abgeordnete. Homo-Ehe: Merkel lehnt schnelle steuerliche Gleichstellung ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,849789,00.html)
Also wieder abwarten und evtl aussitzen! Frau M. sie haben wirklich die Lehren des Kohlosses von Oggersheim verinnerlicht, oder was noch schlimmer wäre, zu nichts eine eigene Meinung.
Klarseherps 13.08.2012
Irgendwie erinnert mich die Diskussion zur steuerlichen Gleichstellung an das Vorgehen von Sarkorzy. Der hat vor den Wahlen auch noch schnell das leugnen des Genozid an den Armeniern durch die Türken unter Strafe stellen lassen, [...]
Zitat von sysopDie Regierung streitet offen über ein Ehegattensplitting für homosexuelle Paare: Bundeskanzlerin Merkel will die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abwarten - und stellt sich damit nicht nur gegen ihren Koalitionspartner FDP, sondern auch gegen einige CDU-Abgeordnete. Homo-Ehe: Merkel lehnt schnelle steuerliche Gleichstellung ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,849789,00.html)
Irgendwie erinnert mich die Diskussion zur steuerlichen Gleichstellung an das Vorgehen von Sarkorzy. Der hat vor den Wahlen auch noch schnell das leugnen des Genozid an den Armeniern durch die Türken unter Strafe stellen lassen, in der Hoffnung die Stimmen dieser Minderheit könnten die Wahlen zu seinen Gunsten wenden. Was das gebracht hat.......
Bambusratte 13.08.2012
damit, dass sie das nicht so einfach durchwinkt. Das Ehegattensplitting gehört ganz abgeschafft, weil es eine Subvention für Besserverdiener ist. Dieser Staat hat so viele offene Baustellen, besonders bei den Geringverdienern mit [...]
damit, dass sie das nicht so einfach durchwinkt. Das Ehegattensplitting gehört ganz abgeschafft, weil es eine Subvention für Besserverdiener ist. Dieser Staat hat so viele offene Baustellen, besonders bei den Geringverdienern mit Kindern, dass es wahrlich wichtiger Dinge gibt, als noch mehr Geld bei Besserverdienenden auszuschütten. Herrn Rösler empfehle ich bei der steuerlichen Ungleichbehandlung von Alleinerziehenden und Geschiedenen mal hinzu schauen. Jeder Mensch mit einem Gerechtigkeitssinn wird feststellen, dass die Baustellen ganz woanders liegen. Manchmal frage ich mich, sind unsere Politiker wirklich so dumm, oder einfach nur auf Stimmenfang um jeden Preis aus.
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  • Montag, 13.08.2012 – 16:38 Uhr
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