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Geplanter Aufmarsch: Polizei will Hooligan-Demo in Hannover verbieten

Hooligan-Krawalle im Oktober in Köln: Keine Wiederholung in Hannover Zur Großansicht
DPA

Hooligan-Krawalle im Oktober in Köln: Keine Wiederholung in Hannover

Die Polizei will einen geplanten Hooligan-Aufmarsch in Hannover verbieten. Die Behörden befürchten, dass dieselben Organisatoren dahinter stehen wie bei der vor zwei Wochen in Köln eskalierten Kundgebung.

Hannover - Die Polizei will erneute Ausschreitungen von Hooligans gar nicht erst ermöglichen - daher will die Behörde eine für den 15. November in Hannover geplante Kundgebung verbieten. Derzeit sei davon auszugehen, dass hinter der Anmeldung die Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) stehe, teilte die Behörde mit. Bei einer Demonstration der Gruppierung vor knapp zwei Wochen in Köln war es zu heftigen Krawallen gekommen, in deren Verlauf 49 Polizisten verletzt wurden.

Auch die Demonstration in Hannover sei nach derzeitigen Erkenntnissen "auf gewalttätige Auseinandersetzungen ausgerichtet", teilte die Polizei mit. Solche Veranstaltungen "genießen nicht den Schutz des Versammlungsrechts", unterstrich Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte den Behörden in Hannover am Mittwoch ein Verbot der Kundgebung empfohlen. Er wolle sie "ausdrücklich ermuntern", einen solchen Schritt zu gehen.

Der Anmelder der für Hannover geplanten Kundgebung hatte zuvor ein geplantes Gespräch mit der Polizei kurzfristig abgesagt, die Ankündigung des Versammlungsverbots soll ihm nun schriftlich zugestellt werden. Der Mann aus Nordrhein-Westfalen könne sich bis Anfang nächster Woche zu dem geplanten Aufmarschverbot äußern, sagte Kluwe.

"Wir werden vorbereitet sein"

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Polizei den Mann als Veranstalter der Kundgebung ablehnt. Es gebe Zweifel an der Zuverlässigkeit des Mannes, da er im Internet Inhalte verbreitet habe, die den Holocaust verherrlichten, teilte die Polizeidirektion mit. Gegen ihn wurde Anzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung erstattet. Der Beschuldigte bestreitet jedoch, jemals den Holocaust verherrlicht zu haben.

Ungeachtet dessen stelle sich die Polizei aber darauf ein, dass am 15. November gewaltbereite Hooligans nach Hannover reisen. "Wir werden vorbereitet sein", sagte Kluwe. Die Hooligans wollen in Hannover unter dem Motto "Europa gegen den Terror des Islamismus" aufmarschieren. Die Behörden erwarten bis zu 5000 Teilnehmer sowie neun Gegenkundgebungen, die unter anderem von SPD und FDP organisiert werden.

Ursprünglich war für den 15. November in Berlin eine Hooligan-Demonstration mit rund 10.000 Teilnehmern unter dem Motto "Hooligans gegen Salafisten" angemeldet worden. Der Antrag ist nach Behördenangaben aber ungültig. Auch in Hamburg war für dasselbe Datum eine ähnliche Demonstration angemeldet - hier zog aber der Veranstalter die Anmeldung zurück.

mxw/sid/AFP/dpa

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Polizeigroßeinsatz: Hooligan-Demo in Köln


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