Geplanter Aufmarsch in Berlin Mit zehntausend Hooligans zum Pariser Platz

Die Veranstalter des Hooligan-Aufmarsches in Berlin haben die zu erwartende Teilnehmerzahl nach oben korrigiert. Sie rechnen nun mit rund 10.000 Menschen, zehnmal mehr als bisher angenommen.

Randale in Köln (26. Oktober): Neue Kundgebung in Berlin geplant
DPA

Randale in Köln (26. Oktober): Neue Kundgebung in Berlin geplant


Berlin - Die Polizei äußert sich vorsichtig: Die zu erwartende Teilnehmerzahl sei, "im Moment ganz schwer einzuschätzen", sagte ein Sprecher. Er bestätigte zugleich, dass die Veranstalter des für Mitte November geplanten Hooligan-Aufmarschs in Berlin mit etwa 10.000 Teilnehmern rechnen, wie es zuvor der RBB berichtet hatte. Zunächst seien für die Kundgebung am 15. November lediglich 1000 Demonstranten angemeldet worden.

Die Kundgebung unter dem Motto "Gegen Salafisten, Islamisierung und Flüchtlingspolitik" soll zwischen 15 Uhr und 21 Uhr am Pariser Platz direkt am Brandenburger Tor stattfinden. Am vergangenen Wochenende hatten Tausende Hooligans in Köln randaliert und dabei 49 Polizisten verletzt. Der Aufmarsch stand unter dem Motto "Hooligans gegen Salafisten", auch Rechtsextremisten waren dabei präsent. Dies löste Befürchtungen aus, Rechtsextreme könnten Einfluss auf die gewaltbereite Hooligan-Szene nehmen oder mit diesen neuartige Bündnisse eingehen.

Bundesliga-Clubs verbieten "HoGeSa"-Schriftzug

Nach RBB-Informationen rechnen die Berliner Behörden bereits bei einer Demonstration am 9. November direkt am Reichstag mit möglichen Ausschreitungen. Hinter der Kundgebung steht demnach die rechtsgerichtete Reichsbürgerbewegung. Ob auch Hooligans daran teilnehmen wollen, sei derzeit noch unklar, sagte der Polizeisprecher.

Ein ebenfalls für den 15. November geplanter Hooligan-Aufmarsch in Hamburg wurde inzwischen vom Anmelder wieder abgesagt.

Auch in der Bundesliga wird das Thema "Hooligans gegen Salafisten" zunehmend als großes Problem angesehen. Neben Fortuna Düsseldorf haben mittlerweile drei weitere Klubs aus der 1. und 2. Fußball-Bundesliga Kleidungsstücke und Symbole mit dem Schriftzug "HoGeSa" verboten. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, haben der FC Schalke 04, der SC Paderborn und der 1. FC Nürnberg ein explizites Verbot eingeführt.

Weitere Vereine prüfen offenbar ähnliche Schritte, so soll laut "NOZ" beim FC Augsburg, Mainz 05 und Arminia Bielefeld ein Verbot bevorstehen. In den Stadienordnungen der Bundesligisten wird bereits jetzt Besuchern von Fußballspielen der Zugang zu den Stadien verwehrt, wenn sie fremdenfeindliche, rassistische, homophobe, gewaltverherrlichende, antisemitische, links- oder rechtsextreme Symbole auf Fahnen und Bannern mitführen oder diese auf ihrer Kleidung tragen.

bim/dpa/AFP



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