Ex-Bundespräsident Horst Köhler wird Uno-Gesandter für Westsahara

Neue Aufgabe für Horst Köhler: Der ehemalige Bundespräsident, der als Afrikakenner gilt, soll neuer Uno-Sonderbeauftragter für den Westsahara-Konflikt werden.

Horst Köhler
DPA

Horst Köhler


Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler übernimmt einen Posten bei den Vereinten Nationen. Köhler solle neuer Uno-Gesandter für den Konflikt in der Westsahara werden, teilten Diplomaten laut Nachrichtenagentur AFP am Uno-Sitz in New York mit.

Bereits im April war bekannt geworden, dass Köhler diese Aufgabe übernehmen soll. Er gilt als Afrikakenner und fordert seit vielen Jahren einen größeren Fokus der internationalen Politik auf Afrika.

Köhler sei den 15 Mitgliedstaaten des Sicherheitsrats vorgeschlagen worden, die keine Einwände gegen die Nominierung des 74-Jährigen erhoben hätten, hieß es den Angaben zufolge.

Köhlers Vorgänger als Westsahara-Gesandter der Uno, der US-Diplomat Christopher Ross, war nach achtjähriger Vermittlungstätigkeit zwischen Marokko und der Rebellenbewegung Polisario-Front über den Status der Westsahara Anfang März zurückgetreten. Der Uno-Sicherheitsrat hatte sich im April einstimmig dafür ausgesprochen, die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien wieder aufzunehmen.

Die Westsahara ist eine ehemalige spanische Kolonie, die nach ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1975 größtenteils von Marokko annektiert wurde. Die Polisario-Front fordert einen Volksentscheid über die Selbstständigkeit der Region. Rabat bietet an, der Westsahara einen Autonomiestatus unter marokkanischer Herrschaft zuzugestehen.

Die Westsahara liegt zwischen Marokko und Mauretanien am Atlantik und ist mit 266.000 Quadratkilometern etwas größer als die alte Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung.

Der 74 Jahre alte Köhler war von 2004 bis zu seinem Rücktritt 2010 Bundespräsident. Köhler setzt sich seit Langem für den Kontinent ein. So forderte er unter anderem eine andere Afrika-Politik des Westens, die stärker darauf ausgerichtet sein müsse, Arbeitsplätze und Einkommen zu schaffen.

Zuvor war der CDU-Politiker Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF).

kry/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.