Lebensgefährliche Erkrankung Neonazi Mahler unterbricht Haft

Der inhaftierte Neonazi Horst Mahler ist schwer erkrankt, er hat seine Gefängnisstrafe unterbrochen. Der 79-Jährige wird in einer Klinik behandelt.


Zehn Jahre Haft - das ist die Strafe, die der Rechtsextremist Horst Mahler wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocausts verbüßen muss. Im August hätte Mahler zwei Drittel davon abgesessen. Doch nun ist er schwer erkrankt, sein Gefängnisaufenthalt unterbrochen, bestätigte eine Sprecherin des brandenburgischen Justizministeriums.

Die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" hatten zuvor berichtet, dass der 79-Jährige an einer schweren Blutvergiftung leide. Am Dienstag vor einer Woche sei ihm der linke Unterschenkel amputiert worden, berichtete das Blatt mit Berufung auf die Familie Mahlers. Sein Gesundheitszustand sei dramatisch, schreibt die Zeitung. Nach Angaben seiner Tochter Wiebke wird Mahler in einer Klinik in Brandenburg behandelt.

Ob der Rest seiner Strafe auf Bewährung ausgesetzt werden kann, ist unklar. Wegen eines antisemitischen Aufsatzes, den der Neonazi in der Haft verfasste und den Unbekannte im Internet veröffentlichten, wurde erneut Anklage gegen ihn wegen Volksverhetzung erhoben.

Mahler war Mitbegründer der linksextremistischen Rote Armee Fraktion (RAF). Später sagte er sich vom Terrorismus los und wandte sich dem Rechtsextremismus zu.

Die Polizei soll nach Medienberichten bereits Vorkehrungen treffen. Sie will im Falle des Todes von Mahler rechtsextreme Gedenkaufmärsche in Brandenburg (Havel) verhindern. Die Stadt solle keine Pilgerstätte für die Neonazis werden, heißt es. Bereits in der Vergangenheit hatte es mehrere Aufmärsche im Zusammenhang mit dem Neonazi in dem Ort gegeben.

heb/dpa

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