Parteitag CSU wählt Seehofer mit nur 83,7 Prozent erneut zum Chef

Horst Seehofer bleibt der Vorsitzende der CSU. Der bayerische Ministerpräsident wurde auf dem Parteitag in Nürnberg von der Basis in dem Amt mit 83,7 Prozent bestätigt. Damit schnitt er schlechter als vor zwei Jahren ab.

Horst Seehofer
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Horst Seehofer


Trotz der immensen Verluste bei der Bundestagswahl ist CSU-Chef Horst Seehofer erneut in seinem Amt bestätigt worden. Er wurde am Vormittag von den rund 800 Delegierten auf dem Parteitag in Nürnberg in einer geheimen Abstimmung erneut zum Parteichef gewählt.

Seehofer erhielt 83,7 Prozent der Stimmen - nach 87,2 Prozent vor zwei Jahren. Sein bestes Ergebnis hatte Seehofer 2013 mit mehr als 95 Prozent erzielt.

Die CSU hatte bei der Bundestagswahl im September mit 38,8 Prozent der Stimmen in Bayern so schwach abgeschnitten wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Partei fürchtet nun um ihre absolute Mehrheit im Landtag, der im Herbst kommenden Jahres gewählt wird.

Nach der Seehofer-Wahl soll am Samstag noch Markus Söder zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 ernannt werden. Seehofer hatte seit 2008 beide CSU-Führungsposten inne, war aber nach der Pleite bei der Bundestagswahl vor knapp drei Monaten massiv intern unter Druck geraten.

Vor seiner Wiederwahl hatte Seehofer eine positive Bilanz über seine Arbeit gezogen. "Bayern blüht, Bayern boomt", sagte der Ministerpräsident unter anderem. "Bayern ist das Paradies, das können wir uneingeschränkt sagen."

Er habe die politische Verantwortung für das schlechte Ergebnis bei der Bundestagswahl übernommen, "auch wenn die Ursache in Berlin lag", fügte Seehofer hinzu. Dies war ein Seitenhieb auf Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. Seehofer hatte ihre Flüchtlingspolitik lange Zeit scharf kritisiert.

Im Video: CSU-Parteitag: "Zum Streiten machen wir die Haustüre zu"

SPIEGEL ONLINE

ssu/dpa/Reuters

insgesamt 49 Beiträge
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MarkusH. 16.12.2017
1. Aufwandsentschädigung für 2?
bekam Seehofer dann bisher 2x eine Entschädigung? der Job ist ja sicher extrem anstrengend und aufwändig! so ein Aufopferungsvoller Politiker?
Wolfgang Heubach 16.12.2017
2. Ein ordentliches Ergebnis
Eine gute Basis für die anstehenden Gespräche und Verhandlungen in Berlin. Und nicht zuletzt ein Stück weit Kontinuität für die CSU und ihren Anspruch in Deutschland und Europa. Und das ist gut so.
ehrgeizbefreiter 16.12.2017
3. Deutschlands verlogene Partei
Horst Wendehals hat seine verlogene Riege wieder auf Vordermann gehracht. Ich hoffe die SPD geht keine GroKo mit solch einer Partei ein.
hardeenetwork 16.12.2017
4. Die CSU
.. ist und bleibt unwählbar. Und das Söder in die Spitze aufrückt bringt das ganze Fass endgültig zum überlaufen.
axelmueller1976 16.12.2017
5. Wer Seehofer gewählt hat wußte nicht was Er tat
Nach dem Einkniggen vor Merkel hätte ich ich nie erwartet ,daß Seehofer wieder Parteivorsitzender wird.Ob die Wähler das auch so sehen wird sich im September 2018 zeigen
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