CDU-Kritik an Seehofers Russlandbesuch Putins Helfer

CSU-Chef Horst Seehofer betreibt seine eigene Außenpolitik. Vor seiner Reise nach Moskau wächst nach SPIEGEL-Informationen in der Schwesterpartei die Sorge, dass das schiefgehen könnte.

Seehofer, Putin im Februar 2016 in Moskau
DPA

Seehofer, Putin im Februar 2016 in Moskau


In knapp zwei Wochen will Horst Seehofer nach Moskau reisen: Am 16. März ist in Russlands Hauptstadt ein Gespräch des bayerischen Ministerpräsidenten mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geplant. Just an diesem Tag fand 2014 auf der zur Ukraine gehörenden Krim ein Referendum für den Anschluss der Halbinsel an Russland statt, das von Moskau kontrolliert wurde. Kurz zuvor hatte das Parlament auf der Halbinsel seine Unabhängigkeit von der Ukraine erklärt (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 10/2017
Wie viel Putin steckt in Trump?

In der CDU-Spitze befürchtet man nach Informationen des SPIEGEL, dass sich Seehofer für russische Propaganda missbrauchen lässt. Wenn Seehofer wieder fordere, die damals verhängten Sanktionen gegen Russland müssten aufgehoben werden, dann mache er sich zum Propagandagehilfen Putins, sagt ein hochrangiges CDU-Mitglied. "Wir können nur hoffen, dass er das merkt."

Seehofer hat sich bereits mehrfach gegen die Russland-Sanktionen ausgesprochen und damit die Haltung der Bundesregierung konterkariert.

Zuletzt war er im Februar 2016 mit dem früheren CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber zu einem Treffen mit Putin nach Moskau gereist. Das Duo war seinerzeit unangenehm aufgefallen. Stoiber hatte sich herzlich mit Putin umarmt, obwohl das russische Bombardement im Syrienkrieg in vollem Gange war.

Seehofer hatte sich damals für eine Lockerung der Sanktionen gegen Moskau ausgesprochen und es als nobel bezeichnet, dass Putin sich nicht in die Flüchtlingsdebatte in Deutschland einmische.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.



insgesamt 98 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rotella 03.03.2017
1. Seehofer hat Recht
wenn er sich gegen die sinnlosen Sanktionen ausspricht, die wir damals auf Druck der Obama-Regierung und gegen eigene Interessen verhängt haben. Gut, dass er sich seine Überzeugungen nicht von Merkel verbiegen kässt.
unixv 03.03.2017
2. ist schon lustig!
aber mal ehrlich, Steinmeier war jetzt auch nicht ...DER... Außenminister und Gabriel o0O! Kann nicht schaden jetzt einen Bayern zum Deeskalieren zu senden!
spmc-12355639674612 03.03.2017
3. Ich bin zwar auch der Meinung,
dass wir uns irgendwann überlegen müssen, wie wir uns aus den selbst auferlegten Handelsbeschränkungen mit Russland wieder herauswinden können, ohne unser Gesicht zu verlieren, aber was Seehofer hier treibt, ist vollkommen inakzeptabel. Er ist weder der bundesdeutsche Außenminister noch hat er das Recht, Bayern unter Umgehung der Bundesregierung im Ausland zu vertreten.
Lion 03.03.2017
4. Seehofer tappt in die Falle...
... in die Trump und seine sieben Zwerge bereits getappt sind und egal was er bespricht und egal mit wem und egal wo er darüber in Russland spricht hat er jetzt schon politisch verloren, weil er unglaubwürdig ist. Und Wähler wie mich, die den Populismus des Herrn Seehofer unerträglich finden, freut es enorm. Denn Putin und Kontakte zu ihm hinterlassen - politisch gesehen - verbrannte Erde. Seehofer schaufelt sich wahlpolitisch betrachtet sein eigenes Grab. Weiter so!
Subco1979 03.03.2017
5. Egal?
Ob unsere Politiker nun andere in den USA, in Russland oder China treffen. Die haben alle ihren eigenen Willen, ihre eigene Propaganda. Was jetzt an Russland aussenpolitsch schlimmer sein soll als an den USA erschließt sich mir nicht. Haben beide ihre Angriffskriege geführt. Nur dass Russland die der letzten Jahre gewonnen hat und die der USA Chaos-Staaten hinterlassen haben. Dafür hat Russland einen Konflikt mit der Ukraine direkt vor ihrer und unserer Haustür. Ansonsten haben die Staaten eben den Trump und die Russen den Putin. Wo soll die Reise also hingehen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.