Nach Wahldebakel CSU-Abgeordneter fordert Rücktritt Seehofers

Die Forderungen innerhalb der Partei werden lauter: Max Straubinger spricht sich als erster bekannter CSU-Bundestagsabgeordneter für die Ablösung Seehofers an der CSU-Spitze aus.

Horst Seehofer
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Horst Seehofer


Den "Watschnbaum" wollte Horst Seehofer nicht noch einmal für die CSU machen. Eher würde er, so hatte er in Anspielung auf die CSU-Landtagswahlpleite gesagt, als Parteichef zurücktreten. Wie ernst er die Aussage meinte, ist nicht klar. Allerdings forderte nun der erste bekannte CSU-Bundestagsabgeordnete einen schnellen Rücktritt Seehofers als Parteichef.

"Wir brauchen schnell einen neuen Parteivorsitzenden", sagte der ehemalige parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Max Straubinger, dem "Münchner Merkur". Er sprach sich zugleich für den Europapolitiker Manfred Weber als Nachfolger Seehofers an der Parteispitze aus. "Ich stehe für Manfred Weber. Alles andere müssen wir sehen", sagte er.

Weber und Söder gelten als Kandidaten für Nachfolge

Die CSU hatte bei der Landtagswahl ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950 eingefahren - sie bekam 37,2 Prozent der Stimmen, 10,5 Prozentpunkte weniger als 2013. Seit dem CSU-Absturz und dem Verlust der absoluten Mehrheit steht Seehofer unter Druck.

Fraglich bleibt, ob Seehofer wirklich zurücktreten will, und wann. Als mögliche Nachfolger an der CSU-Spitze gelten Weber und der alte und wohl auch neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder.

Mit der CSU Schwaben verlangt inzwischen der erste große Bezirksverband einen Sonderparteitag, bei dem explizit über die "Aufstellung" für die kommenden Jahre entschieden werden müsse. Und mehrere Kreisverbände fordern Seehofers Ablösung.

mst/dpa

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