Im Fall einer Wahlschlappe CSU will Parteichef Seehofer ausbooten

Die Umfragewerte sind schlecht, die Panik wächst. Vor der Bayern-Wahl sucht die CSU nach SPIEGEL-Informationen bereits Verantwortliche für die drohende Pleite. Im Fokus: Parteichef Horst Seehofer.

Horst Seehofer, Markus Söder
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Horst Seehofer, Markus Söder


Mehrere Mitglieder des CSU-Vorstands wollen Horst Seehofer nach Informationen des SPIEGEL von möglichen Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober ausschließen. Ein entsprechender Beschluss wird von Vorstandsmitgliedern für die Sitzung des Gremiums am Montag nach der Wahl vorbereitet. Das wäre ein beispielloser Vorgang und käme einer Entmachtung des Parteichefs gleich.

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Auch ein kompletter Sturz Seehofers ist nicht ausgeschlossen. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer sagte am vergangenen Montag im Parteivorstand, ehemalige Wähler, die sich von der CSU abgewandt hätten, würden als Begründung immer "die Namen von drei Politikern aus Berlin" nennen.

Gemeint war neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt auch Bundesinnenminister Seehofer. Aus dessen Umfeld heißt es, der CSU-Chef wolle dem Druck nicht weichen. Er sei gewählter Parteivorsitzender und könne nicht einfach abgesetzt werden.

Laut aktuellen Umfragen ist die CSU von einer absoluten Mehrheit weit entfernt. In einer Erhebung der ARD kam sie zuletzt nur auf 33 Prozent der Stimmen. Es wäre ein historisches Desaster für die Partei.

VIDEO: Warum die CSU diesen Wähler verloren hat

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insgesamt 204 Beiträge
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claus7447 06.10.2018
1. Es wird ein unterhaltsamer Sonntagabend
Die CSU zerlegt sich selbst. Es wird Analysen geben, Umfragen, Wählerströme um Ursachen des Wahlergebnisses nächsten Sonntag zu erklären. Das Endergebnis kann ja ruhig +/- 2% noch schwanken. Ich möchte wetten: Nicht die anderen Parteien waren so brillant und gut, nein die CSU hat sich selbst zerlegt. Dauerrevolte, Stänkern, Nonsensebeschlüsse, man merkt, diese Parteiführung hat nichts mehr auf der Agenda. Man lebt von den Erfolgen der Vergangenheit, nur diese verblassen schnell, wenn man Fehler macht, diese nicht einsieht und korrigiert, und dann noch ein personalprogramm hat das einem geistigen Gruselkabinet entspricht.
fht 06.10.2018
2. Kaffeesatzleserei
oder Kreml-Asztologie? Ein Artikel ohne wirklichen Informationsgehalt. Dass es nach der - zu erwartemden - Wahlschlappe bei der CSU zu Hauen und Stechen kommt liegt ja auf der Hand.
Klaus-Otto 06.10.2018
3. Das war doch schon von langer Hand geplant.
"Seine Horstheit" wurde doch nur so lange noch als Parteivorsitzender geduldet, damit man ihm eine Wahlschlappe in die Schuhe schieben kann. Diese Rolle hat er nun durch sein Verhalten in der Groko selbst aktiv (über-)erfüllt, sehr viel gründlicher, als Söder lieb sein kann.
phillyst 06.10.2018
4. Als Bayer...
... sage ich, sowohl Seehofer als auch Söder gehören beide aufs Abstellgleis. Und den Herrn Dobrinth können sie gleich mitnehmen. Nicht, weil sie der CSU schaden, sondern weil sie alle drei vollkommen realitätsfremd sind, von "Bürgerlichkeit" und den Gedanken ihres Volkes keinerlei Ahnung mehr haben und sich ihr Tun einzig und allein auf die eigene Macht und deren Erhalt konzentriert - vor allem Seehofer und Söder sind die deutschen Trumps. Solange wir solchen Leuten die Macht geben brauchen wir nicht mit kopfschütteln über den Teich linsen und uns fragen, wie sowas passieren kann.
trex#1 06.10.2018
5. Ablenkung von den Ursachen
Die CSU ist in der Krise, weil sie alternativlos die Politik Merkels unterstützt hat. Jetzt erlebt die CSU, was CDU und SPD auch bei Wahlen erleben, nämlich massive Verluste. Davon kann man auch nicht ablenken, indem die Verluste jetzt auf lokale Differenzen zwischen Landespolitikern reduziert.
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