CSU-Chef Seehofer erwägt weitere Amtszeit

Schon vor Jahren hatte Horst Seehofer seinen Rückzug aus der Politik fürs Jahr 2018 angekündigt. Jetzt scheint er es sich anders überlegt zu haben, wie seine Aussagen im SPIEGEL-Interview zeigen.

Ministerpräsident Seehofer
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CSU-Chef Horst Seehofer will möglicherweise auch über die bayerische Landtagswahl im kommenden Jahr hinaus Parteivorsitzender und Ministerpräsident bleiben. "Darüber führe ich gerade Gespräche in meiner Partei, auch mit meinen Amtsvorgängern", sagt Seehofer in einem Interview mit dem SPIEGEL: "Am 6. Mai werden wir unsere Bundestagsliste aufstellen. Bis dahin will ich in dieser Frage Klarheit schaffen." (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)

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Heft 8/2017
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Bislang hatte Seehofer erklärt, dass er nach der Landtagswahl 2018 aus der Politik ausscheiden wolle. Unter seinen potenziellen Nachfolgern, darunter Bayerns Finanzminister Markus Söder, schwelt seit Jahren ein Kampf um die beste Position für die Nachfolge.

Das Thema hätte sich natürlich vorerst erledigt, falls Seehofer wirklich weitermachen sollte.

Nach Berlin will der CSU-Chef dann nicht wechseln, obwohl er mehrfach erklärt hatte, dass der Parteivorsitzende im Falle eines Sieges bei der Bundestagswahl ins Kabinett gehöre. "Wenn ich aufhöre, dann muss der Parteivorsitzende dort sitzen", sagte Seehofer nun im SPIEGEL-Interview. "Falls ich weitermache, ist das anders. Ich glaube, ich habe jetzt mehr als acht Jahre lang gezeigt, dass ich nicht persönlich in Berlin sitzen muss, um dort wirkmächtig zu sein."

Mit Blick auf die Bundestagswahl erklärt Seehofer im SPIEGEL, er habe sich mit Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz am Rande der Bundesversammlung in Berlin auf ein Fairness-Abkommen geeinigt: "Wir waren uns einig, dass wir das Fairness-Gebot im Wahlkampf nicht verletzen wollen. Ich glaube, wir werden das besser hinbekommen, als viele erwarten", sagt er.

Vergleiche von Schulz mit US-Präsident Donald Trump, wie sie CDU-Finanzminister Wolfgang Schäuble gezogen hatte, lehnt Seehofer ab: "Wir greifen die politische Haltung von Herrn Schulz an, nicht seine Person", sagt der CSU-Chef.

Dieses Thema stammt aus der neuen SPIEGEL-Sonderausgabe zur Bundestagswahl - erhältlich ab Dienstagmorgen und schon heute ab 15 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
reflektiert_ist_besser 17.02.2017
1. das wäre der größte Witz
das wäre der größte Witz. Jahrelang hat er, gefragt oder nicht, gesagt, dass er 2018 in der Politik aufhört. Und jeder (incl. Merkel) hat sich gefreut. Nun gut, man weiß ja wieviel Wert ein gegebenes Wort von Seehofer hat. Aber geschenkt. Aber wie will er und Merkel weitere vier Jahre zusammenarbeiten? Nach seinen Verleumdungen der letzten Jahre?
Pinin 17.02.2017
2. Der Seehofer will ...
... also gemeinsam mit der Merkel das Projekt Deutschland bis zum Ende mit-abwickeln. Nicht dass da ein anderer noch ihm in die Quere kommt und Deutschland retten würde.
maike_sonnenschein 17.02.2017
3. Abgang verpassen
Horst Seehofer sollte aufpassen, dass er nicht den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören verpasst, wie es schon so viele Politiker getan haben. Von Vorteil für die CSU und die politische Kultur ist sein das jedenfalls nicht.
lupo44 17.02.2017
4. das ist ja wie ein Wunschkonzert.....
es entsteht immer mehr der Eindruck ,dass unsere derzeitigen Spitzenpolitiker kein Gespür entwickeln für ihr gradlinieges Amtszeitende. Weil wir gerade jeden Tag unseren Kopf nach den USA richten ,sollten wir endlich auch mal den Mut besitzen uns zumindest deren guten Erfahrungen in punkto Amtszeit zu akzeptiern für deutsche Verhältnisse. ( Jahre höchstens und dann ist es vorbei.Warum tun sich solche Politiker deutscher Prägung dieses an? Sie sind eigentlich verbraucht,kaum noch neue Ideen und ihre Manschaft hat sich eingerichtet. Man kann es ja bei sich selbst sehen.Kaum eine Arbeitsbiographie kann ein Lebenslanges Miteinander aufzeigen.Das wären japanische Verhältnisse.Also bezogen auf Frau Merkel und Herrn Seehofer wäre es Zeit mal Platz zu machen für Andere .Vor allen Dingen Jüngere.Das Fernsehen zeigt uns das brutal auf. Andy Boorg,Max Schautzer,und andere .Leider werden die Konsumenten nicht danach gefragt,trotzdem sie dafür bezahlen.Aber unsere Politiker sagen einfach sie wollen weiter machen und die Fraktionen werden einen Teufel tun dagegen zu sein.Es ist auch ihre Versorgung zu sichern.Mit Demokratei hat das nichts zu tun!
zeisig 17.02.2017
5. Das wäre schön.
Hoffentlich macht er noch weiter. Wenn er gesund ist und sich gut fühlt, warum sollte er aufhören? Er ist für mich die Ikone einer konservativen freiheitlichen und demokratischen politischen Mitte, die wir leider in Restdeutschland seit einigen Jahren nicht mehr repräsentiert finden. Hätte es einen "bundesweiten Seehofer" gegeben, müssten wir uns heute nicht mit der AfD rumschlagen.
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