Innenministerium Seehofers Gleichstellungsbeauftragte attackiert ihren Chef

Nur Männer waren auf dem Gruppenbild von Horst Seehofers neuem Führungsteam zu sehen. Die Gleichstellungsbeauftragte des Innenministeriums sieht darin eine Verhöhnung des Koalitionsvertrags.

Horst Seehofer
DPA

Horst Seehofer


Neuer Ärger für Innenminister Horst Seehofer wegen seines von Männern dominierten Führungsteams: Maria Spetter, die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesinnenministeriums hat die Personalentscheidungen des CSU-Politikers kritisiert - in einem Brief an Seehofer, den sie auch als hausinternes Rundschreiben an die Mitarbeiterinnen verteilte. Das Schreiben liegt "Zeit Online" als Faksimile vor.

Spetter wirft Seehofer vor, den Koalitionsvertrag zu "verhöhnen", der die "gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Leitungsfunktionen im öffentlichen Dienst bis 2025" vorsehe. Seine Personalentscheidungen seien "ein klares Zeichen gegen Führung und stellen einen politischen wie gesellschaftlichen Rückschritt dar, der neue Fronten zwischen Männern und Frauen aufmacht".

Seehofers Männerteam
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat/dpa

Seehofers Männerteam

Seehofer hatte stolz ein Gruppenbild seines neuen Führungsteams veröffentlicht, auf dem nur Männer zu sehen waren. Das sorgte für jede Menge Spott und Kritik.

Seehofers Entscheidung lasse viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums ratlos, betroffen und wütend zurück, wird weiter aus dem Schreiben der Gleichstellungsbeauftragten zitiert. Ein von ihr eingeholtes internes Meinungsbild habe ergeben, dass Seehofers Personalentscheidungen "auf völliges Unverständnis im Haus" stoßen. Das Ministerium wollte die Existenz des Schreibens auf Nachfrage von "Zeit Online" weder bestätigen noch dementieren.

als



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.