CSU-Chef Seehofer Heimatminister ohne Land

CSU-Chef Seehofer wollte sich für den Wechsel nach Berlin ein großes Heimatministerium zurechtschneidern. Nun fehlen nach SPIEGEL-Informationen die entscheidenden Kompetenzen aus dem Agrarressort.

Horst Seehofer
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Das künftige Heimatministerium von Horst Seehofer wird nicht für die Entwicklung des ländlichen Raums zuständig sein. Nach SPIEGEL-Informationen lehnte es Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem vertraulichen Treffen am Donnerstag in Berlin ab, die entsprechende Abteilung aus dem Landwirtschaftsministerium herauszulösen und in das neue Ministerium für Inneres, Bau und Heimat zu integrieren.

Stattdessen erhielt Seehofer von Merkel die Zusage, dass die CSU den Posten eines Staatsministers für Digitales im Kanzleramt besetzen darf. Als mögliche Kandidatin gilt die stellvertretende CSU-Vorsitzende Dorothee Bär.

Seehofer hatte die Zuständigkeiten aus dem Landwirtschaftsministerium auch deshalb verlangt, weil über sie Fördergelder in ganz Deutschland verteilt werden können. Merkel wiederum stand unter großem Druck, nach der Aufgabe des Finanz- und Innenministeriums nicht noch weitere Kompetenzen aus dem Bereich der CDU abzugeben. Insbesondere die designierte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte sich intern vehement dagegen gesperrt, dass ihr Ressort gefleddert wird.

Seehofer hatte in den vergangenen Tagen angedeutet, dass er möglicherweise nicht nach Berlin kommen werde, falls Merkel seine Forderungen ablehnt. Dass nun der Staatsminister für Digitales an die CSU geht, soll für den CSU-Chef eine gesichtswahrende Lösung ermöglichen.



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insgesamt 53 Beiträge
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Peter Lind 02.03.2018
1. Digitales
Während eines Auslandsaufenthaltes in Skandinavien fällt mir sehr stark auf, wie viel Digitalisierungspotential Deutschland noch hat. Ich hoffe, dass in diesem Bereich auch ohne die FDP in der Regierung große Fortschritte gemacht werden...
claus7447 02.03.2018
2. Er wird es noch bereuen!
Zum einen steht er als Kabinettsmitglied dem Zwang sich einzuordnen (ob das allerdings für CSU Mitglieder umsetzten lässt?). Des Weiteren, er hat jetzt so viele Bereiche, dass, sollte er die Daumen überall draufhalten wollen, er locker einen 36 Stunden Tag hat. Letztlich, ich bin sicher wird ihm seine Gesundheit Grenzen rasch aufzeigen. Horsti, hättste lieber dich in deinen eisenbahnkeller zurückgezogen und die staatspension verbrasst. Aber Eitelkeit ist der Tod der Politiker.
ansv 02.03.2018
3. Wie auf dem Bazar
Das Postengeschacher ist irgendwie unwürdig. Und warum ist es so wichtig, dass der bekennende Rechtsaußen Seehofer sein "Gesicht wahrt". Wen juckt das, wenn der in Bayern bleibt?
hei-nun 02.03.2018
4. fauler Kompromiss
Wenn Dorothee Bär so ein wichtiges Amt wie "Staatsminister für Digitales im Kanzleramt" erhält, wird mal wieder (nach Dobrindt, Schmidt) ein wichtiges Amt mit einem CSU-Ausfall besetzt ! Als Staatssekretärin im Verkehrsministerium konnte sie leider von ihrem Chef außer "Maut" nichts mitbekommen ! Und zur Diesel-Affäre fällt ihr absolut nichts Sinnvolles ein.
gammoncrack 02.03.2018
5. Was bei Seehofer in den letzten Monaten
alles an Gesichtswahrung gelaufen ist, würde, falls von SPON in einem Artikel niedergelegt, den Speicherplatz auf dem Server sprengen.
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