Seehofer laut Medienberichten "Mutter aller Probleme ist die Migration"

Zu den Vorfällen in Chemnitz schwieg Horst Seehofer lange. Auf einer CSU-Tagung erklärt sich der Innenminister nun - und verteidigt laut Medienberichten die Demonstranten.

Horst Seehofer
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Nachdem sich Horst Seehofer zu den Vorfällen in Chemnitz lange nicht geäußert hatte, brach der Innenminister Medienberichten zufolge nun sein Schweigen. Dabei wählte er offenbar sehr harsche Worte. Migration sei die "Mutter aller Probleme", sagte der CSU-Vorsitzende am Mittwoch am Rande einer Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im brandenburgischen Neuhardenberg, wie die "Welt" und die "Bild" berichten.

Demnach verteidigte Seehofer auch die Demonstranten in Sachsen. Wie die "Welt" unter Berufung auf Teilnehmerkreise berichtet, sagte der Innenminister, er habe Verständnis, wenn sich Leute empören, das mache sie noch lange nicht zu Nazis.

Laut "Bild" sagte Seehofer zu Chemnitz: "An erster Stelle steht ein brutales Verbrechen." Ob Seehofer auf die darauf folgenden rechten Ausschreitungen in Chemnitz näher einging, ist nicht bekannt.

Für sein langes Schweigen zu den Vorfällen in Chemnitz war Seehofer von einigen Bundespolitikern kritisiert worden. Bei der CSU-Veranstaltung in Brandenburg reagierte er nun auf die Kritik: Er sei "immer dafür, dass man sich als Politiker zu solchen Dingen erst einlässt, wenn man authentische Informationen hat". Deshalb habe er sich nach dem Tötungsdelikt und den anschließenden Protesten zunächst einmal bei der Landesregierung und der Polizei nach den Einzelheiten erkundigt.

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Chemnitz: Chronologie der Ausschreitungen

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte nach den Übergriffen in Chemnitz Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) widersprochen, die "Hetzjagden" auf Ausländer verurteilt hatte. Kretschmer sagte, das Geschehen in Chemnitz müsse richtig beschrieben werden. "Klar ist: Es gab keinen Mob, keine Hetzjagd und keine Pogrome", so Kretschmer.

Merkel bekräftigte am Mittwoch ihre Verurteilung der Auseinandersetzungen und Proteste.

Auch dazu äußerte sich Seehofer laut Nachrichtenagentur dpa. Die Regierungserklärung aus Sachsen stehe "ja möglicherweise im Widerspruch zur Stellungnahme des Kanzleramtes", sagte er. Letztere kenne er aber noch nicht in Gänze.

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Seehofers interne Äußerungen sind bemerkenswert, da sie einmal mehr als Affront gegen die Kanzlerin verstanden werden können. Bereits vor der Sommerpause hatte er in der Migrationspolitik erheblichen Streit in der Union ausgelöst. Dabei soll mit Blick auf Merkel unter anderem der Satz gefallen sein: "Ich kann mit der Frau nicht mehr arbeiten."

Nach einem angekündigten Rücktritt, zu dem es dann doch nicht kam, rauften sich Seehofer und Merkel sowie CSU und CDU insgesamt vorerst wieder zusammen. Seehofers jüngste Äußerungen deuten allerdings darauf hin, dass der Frieden durchaus brüchig sein könnte.

lie/dpa

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ckrueger 05.09.2018
1.
Es fühlt sich sehr demotivierend an, wenn man mit Mitte 20 für ein offenes, demokratisches und rechtsstaatliches Deutschland stehen möchte und von Regierungsmitgliedern dann solche Kommentare überliefert bekommt. Und um es klarzustellen: Ich finde den Mord in Chemnitz genauso abscheulich und traurig! Und dass der Rechtsstaat - genau wie geschehen - seine Arbeit macht.
BoMo_UAE 05.09.2018
2. Ruecktritt jetzt
Wenn ein deutscher Innenminister tatsaechlich behauptet, Migration sei die Mutter von Rassismus, Faschismus, Intoleranz und Gesetzesbruechen, dann ist er fuer Deutschland untragbar!!! Seehofer MUSS seine Aemter sofort niederlegen.
DieButter 05.09.2018
3.
Für die CSU ist das die Vertrauensfrage - steht sie für ihre eigenen Prinzipien oder ist sie von dem Kanzlerinwahlverein durchsetzt? Für Seehofer steht es gerade äußerst schlecht, solange er sich nicht glaubhaft distanziert in Bayern.
kruegerson 05.09.2018
4. Migration ist das Wesen der Menschheit
seit Mio von Jahren. Wir sollten dafür arbeiten, dass sie friedlich und fair passiert, .. anstatt gegen Umvermeidliches zu arbeiten.
minimalmaxi 05.09.2018
5. Gruselig
Solche Äusserungen habe ich von Seehofer erwartet. Da braucht es nicht mehr das Gespenst, dass es in Deutschland keine Partei rechts von der CSU geben darf - die CSU IST diese Partei. Gruselig. Der Zusammenhang in diesem Land ist diesem Mann völlig egal.
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