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Gesundheitliche Probleme: Seehofer verbrachte Nacht in Klinik

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Da schien alles noch in Ordnung: Merkel und Seehofer am Samstag in Bayreuth Zur Großansicht
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Da schien alles noch in Ordnung: Merkel und Seehofer am Samstag in Bayreuth

Die Gerüchte über einen Kollaps der Kanzlerin haben sich zerstreut. Bayerns Ministerpräsident Seehofer dagegen hatte in Bayreuth tatsächlich gesundheitliche Probleme: Nach SPIEGEL-Informationen ließ er sich im Krankenhaus untersuchen.

"Es ging ihm nicht so gut." Mit diesen Worten begründete die bayerische Staatskanzlei, dass sich Horst Seehofer am Samstagabend beim Empfang zum Auftakt der Bayreuther Festspiele entschuldigen ließ. Was genau ihm gefehlt hatte, darüber machte die Sprecherin keine Angaben. Offenbar waren die gesundheitlichen Probleme des Ministerpräsidenten aber doch so ernst, dass er die Nacht zur Sicherheit in einer Klinik verbracht hat.

Nach SPIEGEL-Informationen fühlte sich Seehofer während der Premiere von "Tristan und Isolde" schlecht. Der CSU-Chef klagte über Herzbeschwerden, sein Puls raste. Gegen 21 Uhr wurde Seehofer diskret durch einen Hinterausgang des Festspielhauses geleitet und per Rettungswagen zum Klinikum Bayreuth gefahren - ohne Blaulicht und Martinshorn, darauf bestand Seehofer.

Im Krankenhaus kam Seehofer den Informationen zufolge auf die Intensivstation, wo er wegen seiner Herzprobleme behandelt wurde. Am nächsten Morgen ging es ihm wieder besser, er ließ sich von seiner Dienstlimousine - erneut diskret - abholen und wurde wieder zurück nach München gefahren.

CSU-Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer sagte am Montag, es sei Seehofer nicht gut gegangen, aber das ganze habe sich als harmlos herausgestellt. Es sei sehr heiß im Festspielhaus gewesen. In der Staatskanzlei wollte man sich zum Klinikaufenthalt nicht äußern. Seehofer selbst habe aber erklärt, alles sei nicht so schlimm gewesen. Am Montag betonte er noch einmal: "Es gibt nichts von Belang. Punkt."

Immer wieder Spekulationen über Seehofers Gesundheit

Seine Termine nahm Seehofer am Montag eingeschränkt war: Eine für Montag vorgesehene Teilnahme an der Eröffnung des Zentrums für Digitalisierung in Garching wurde abgesagt. Das Treffen mit dem serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vučic fand dagegen statt, wurde jedoch kurzfristig vom Prinz-Carl-Palais in die nahe Staatskanzlei verlegt, den Amtssitz Seehofers. Am Dienstagmorgen will der Ministerpräsident die wöchentliche Kabinettsitzung leiten.

Die gesundheitlichen Probleme geben den anhaltenden Spekulationen über einen früheren Rückzug des Ministerpräsidenten neue Nahrung. Noch in einem am Wochenende erschienen Interview hatte Seehofer betont, sein Amt bis zum Ende der Wahlperiode ausüben zu wollen - "wenn mir der Herrgott die Gesundheit schenkt", wie er der "Welt am Sonntag" sagte. Im November wolle er sich zudem erneut für den Parteivorsitz bewerben. "Wie es 2017 an der Spitze der Partei weitergeht, lasse ich offen", sagte Seehofer.

In der Vergangenheit waren immer wieder Zweifel an der körperlichen Fitness des 66-jährigen CSU-Chefs laut geworden. Auch der SPIEGEL berichtete noch im Februar dieses Jahres über die angeschlagenen Gesundheit Seehofers. 2002 hatte er eine Grippe so lange verschleppt, bis es lebensgefährlich wurde. Wochenlang musste sich Seehofer im Krankenhaus von einer Herzmuskelentzündung erholen.

Seehofers vorzeitiger Abschied beim Bayreuther Premierenabend wäre fast untergegangen, weil zunächst Angela Merkel bei den Festspielen mit angeblichen gesundheitlichen Probleme für Aufregung gesorgt hatte. Die Berichte über einen Schwächeanfall der Bundeskanzlerin in der Pause von "Tristan und Isolde" wurden von einem Regierungssprecher allerdings dementiert. Nicht Merkel sei zusammengebrochen, sondern ihr Stuhl.

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