München - Die Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg auf die Politikbühne nimmt immer konkretere Formen an. Nun gibt es sogar schon ein Datum: CSU-Chef Horst Seehofer will den früheren Verteidigungsminister nach den Wahlen 2013 in die Politik zurückholen. "Nach der Wahl werde ich mich darum bemühen", sagte Seehofer am Samstag am Rande des CSU-Parteitags in München. "Aber jetzt machen wir erstmal die Wahl."
Der über die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit gestürzte Guttenberg soll nach Seehofers Vorstellung auch nicht ganz von vorn beginnen müssen. Der frühere Minister solle eine "maßgebliche" Aufgabe übernehmen, sagte Seehofer. Darüber berichtete zuerst das Bayerische Fernsehen.
Der CSU-Chef hatte schon mehrfach gesagt, dass er Guttenberg gerne zurückholen würde, aber bislang noch keinen Termin genannt. Sollte Guttenberg tatsächlich zurückkehren wollen, hätte er allerdings kein Abgeordnetenmandat, weil er bei der Bundestagswahl 2013 nicht kandidiert. Offen blieb daher, was Seehofer sich unter einer maßgeblichen Rolle vorstellt.
Guttenberg galt lange als einer der Hoffnungsträger im konservativen Lager, bis er über die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit stürzte. Im März 2011, nach Aberkennung seines Doktortitels, war Guttenberg von sämtlichen politischen Ämtern zurückgetreten.
Irritation über Seehofers Euro-Politik
Am Mittag wird Seehofer mit einer Abschlussrede den Parteitag der CSU beenden. Am Freitag hatte Seehofer zahlreiche Mitglieder seiner Partei mit einem Kursschwenk in der Euro-Politik überrascht und irritiert. Seehofers neue Linie: Griechenland kann im Euro bleiben. Wenn das Land ein bisschen mehr Zeit brauche, um die Sparauflagen zu erfüllen, könne die CSU auch damit leben.
jok/dpa
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