Wildbad Kreuth Seehofer erleidet Schwächeanfall - und redet im Sitzen weiter

Beim CSU-Treffen in Wildbad Kreuth wurde Horst Seehofer schummrig. Während der Rede vor Abgeordneten musste sich Bayerns Ministerpräsident von Parteifreunden stützen lassen.


CSU-Chef Horst Seehofer hat am Dienstag während seiner Rede vor den Landtagsabgeordneten seiner Partei in Wildbad Kreuth kurzzeitig einen Schwächeanfall erlitten. Der bayerische Ministerpräsident sei gestützt und von Parteifreunden zu seinem Platz geleitet worden. Dann habe er im Sitzen weitergesprochen.

Zuvor hatte Seehofer rund 45 Minuten über die Flüchtlingskrise geredet, dann sei seine Stimme immer leiser geworden, erfuhr SPIEGEL ONLINE aus Teilnehmerkreisen. Der Parteichef habe plötzlich aufgehört zu reden und sei leicht nach vorn gekippt, habe sich aber noch am Rednerpult festhalten können. Der 66-Jährige habe einige Minuten gebraucht, um zu seinem Sitzplatz zurückzukehren. Teilnehmern zufolge sagte Seehofer wenig später, dass er zuletzt eine Grippe gehabt habe. Er habe aber geglaubt, wieder fit zu sein.

Die Lage sei "nicht dramatisch", sagte ein Seehofer-Sprecher dem "Münchner Merkur". Der Korrespondent der Regionalzeitung zitierte bei Twitter den CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer mit den Worten, es sei eine "Schrecksekunde" gewesen, aber es gehe Seehofer gut. Seehofer habe gesagt: "Machma weiter." Dann sei ein Arzt gerufen worden, das Treffen ging in eine Sitzungspause. Einen Transport in ein Krankenhaus habe Seehofer abgelehnt. Der Notartz bleibe in Bereitschaft vor Ort, berichtet die "Tegernseer Stimme".

Im Juli 2015 hatte Seehofer während einer Opernaufführung in Bayreuth einen Schwächeanfall erlitten. Er verbrachte daraufhin eine Nacht im Krankenhaus, nachdem er auf der Intensivstation wegen seiner Beschwerden behandelt worden war. 2002 hatte Seehofer eine Herzmuskelentzündung verschleppt und sich damit in Lebensgefahr gebracht.

cht/cne/hen/dpa/AFP

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