Führungsteam im Innenministerium Das sind Seehofers Männer

Horst Seehofer hat die Führungsspitze des Innenministeriums neu aufgestellt - und ausschließlich mit Männern besetzt. Die Aufregung ist groß. Aber wer sind die Herren eigentlich? Der Überblick.

BMI

Es ist ein Foto, das unspektakulärer kaum daherkommen könnte: Neun Leute stehen da, dezent lächelnd, nebeneinander vor einer Wand. Alle gekleidet im dunklen Anzug mit Krawatte, in der Mitte ihr Vorgesetzter: der Bundesminister des Innern, für Bauen und Heimat, Horst Seehofer.

Im Netz sorgte das Motiv für große Aufregung. Denn die Überschrift "Führungsmannschaft", unter der das Ministerium das Bild veröffentlichte, ist durchaus wörtlich zu nehmen: Das Spitzenpersonal des CSU-Chefs, das unter seiner Leitung die verschiedenen Bereiche des Ministeriums führen soll, besteht ausschließlich aus Männern.

Viele stören sich daran, dass es ausgerechnet in jenem Ressort, das seit Neuestem auch für das Themenfeld Heimat zuständig ist, an Diversität mangelt. Aber wer sind die fünf beamteten und drei parlamentarischen Staatssekretäre, die künftig zu Seehofers Führungszirkel zählen?

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Innenministerium: Seehofers Führungsriege

Außerdem fällt auf, dass nicht nur Frauen unterrepräsentiert sind - sondern beispielsweise auch Menschen mit Migrationshintergrund, Nicht-Juristen oder jüngere Leute: Der Jüngste in der Runde ist Marco Wanderwitz, Jahrgang 1975, Klaus Vitt hingegen wird in diesem Jahr 66 Jahre alt. Seehofer selbst ist 68.

Zudem kommen alle Staatssekretäre aus traditionell eher katholischen Gegenden: Je zwei wuchsen in Bayern, Sachsen und dem Rheinland auf, die beiden anderen stammen aus Hessen und Westfalen.

Das Ministerium hat sich inzwischen auch selbst zu der Angelegenheit geäußert - wenn auch nur zur Frage, warum das heiß diskutierte Gruppenfoto zwischenzeitlich entfernt wurde: "Tatsächlich wurde das Bild nach kurzzeitiger Veröffentlichung wieder depubliziert", sagte ein Ministeriumssprecher. Das soll aber nichts mit der Aufregung um das Motiv zu tun haben. Es liege daran, dass einige Personalien der Staatssekretäre noch nicht offiziell vom Bundeskabinett beschlossen worden seien.

Tatsächlich ist das Bild inzwischen wieder auf der Homepage des Ministeriums zu finden.

mxw



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jufo 28.03.2018
1. Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang
Hach, danach sehen mir die Mannsbilder aus! Keine Sorge liebe Frauen, es wird schon nicht zu Burkaverbot und Dirndlzwang kommen, das bleibt alles ganz freiwillig. Aber daran wird man sehen, welche sich zu ihrem Volk bekennt und welche nicht .... Im Ernst: typisch CSU , zum Schreien komisch wenn es denn nur Theater wäre.
Kreaktivist 28.03.2018
2. Merkel'scher Flohzirkus
Eine imposante Männerreihe. Analog dazu fehlt ein Bild der Führungsriege des Kanzleramts, wo Merkel seit Jahren -außer früher Altmeier und jetzt seinen Nachfolger- nur Frauen um sich scharte. Wären in der Innenministeriumsreihe nicht schon unangenehm aufgefallene Funktionäre (einschl. des Ministers) könnte man mit "Kompetenz vor Geschlecht" argumentieren. Aber das ist ja leider nicht so. Selten ist mir eine Regierung -fast querbeet- täglich so richtig "im Magen gelegen". Etwas bösartig gesagt, sind aus meiner Sicht zu viele aus reinem Selbsterhaltungstrieb zu allem fähig, aber nur zu wenig zu gebrauchen. Es bedarf aufmerksamer und stark recherchierender Medien, um diesen Merkel'schen Flohzirkus im Auge zu behalten. Spon gehört hoffentlich weiter dazu!
Ch. Demian 28.03.2018
3. Das sind Seehofers Männer...
Sagt man da nicht eigentlich Mannen? Und weher diese Überraschung? Es heißt ja deutliches "Mannschaft" des BMI... Wir schreiben das Jahr 2018 und der öffentliche Eindruck in man(n)chen Gegenden des Landes ist: die Hälfte der Bevölkerung ist verschwunden. Und komme mir einer nicht damit, dass es immer der beste sei, der den Job bekommen solle. Klar - und der Beweis ist der neue Verkehrsminister. Zwar heiß es in den Gleichstellungsrichtlinien "Bei gleicher Befähigung ist die Bewerberin zu bevorzugen. Die Wirklichkeit sieht aber eher so aus: Unbeeindruckt von jeder Abwägung der Befähigung arbeite man die Liste seiner Buddies ab... Aber vielleicht liege ich auch falsch und es ist die Attraktivität der bayerischen Herdprämie, die die fähigen Aspirantinnen wegbleiben läßt? Na, das würde ja in das propagierte Fifties-Weltbild passen.
Richard.M 28.03.2018
4. Und was KÖNNEN die Herrschaften?
Die entscheidende Frage sollte doch nicht sein, welchem Geschlecht die ausgesuchten Leute angehören, oder welcher Religion sie angehören oder auch nicht, sondern wie qualifiziert sie für die Stellen sind und ob es jemand gegeben hätte, der merklich besser befähigt gewesen wäre. Wenn sie ihre Sache gut machen, ist mir der Rest echt ziemlich egal. Leider äußert sich der Artikel dazu mit keinem Wort.
m.m.s. 28.03.2018
5. Die Besten, keine Quote
Was in allen Bereichen des Lebens gilt, um zum Erfolg zu kommen, gilt auch für die Politik. Die Besten unabhängig von Rasse, Geschlecht, Religion bekommen die Aufgabe. Für Quotensubjekte gibt es keine Ausnahme.
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