CDU-Spitzenkandidat: Seehofer fordert Röttgen zum Wechsel nach NRW auf
Horst Seehofer macht Druck: Norbert Röttgen müsse dauerhaft in die Landespolitik wechseln, fordert der CSU-Chef. Auch andere Unionspolitiker verlangen vom CDU-Spitzenkandidaten ein Bekenntnis zu NRW. Doch der Umweltminister will sich erst nach der Wahl festlegen.
Düsseldorf - "Voll für NRW" - das fordert CSU-Chef Horst Seehofer vom Spitzenkandidaten der CDU in Nordrhein-Westfalen, Norbert Röttgen. Der jetzige Bundesumweltminister müsse auch im Fall einer Wahlniederlage in Düsseldorf bleiben, so der bayerische Ministerpräsident.
"Wenn ich mich einer Aufgabe verschreibe, dann ohne Rückfahrkarte", sagte Seehofer der "Süddeutschen Zeitung". Röttgen hat sich bisher nicht festgelegt, ob er auch als Oppositionsführer nach Nordrhein-Westfalen gehen würde. Er trete nicht an, um Oppositionschef zu werden, erklärt er stets.
Der CSU-Vorsitzende betonte, er selbst habe in seiner politischen Karriere ebenfalls Sicherheiten aufgeben müssen, das gehöre nach seinem Verständnis dazu. Seehofer war im unionsinternen Streit um die Gesundheitspolitik im Jahr 2004 als Vizefraktionschef zurückgetreten und hatte den Vorsitz des Sozialverbandes VdK Bayern übernommen. Wo sein Platz im Fall einer Wahlniederlage sei, entscheide die Partei.
Auch in der CDU mehren sich die Stimmen, die von Röttgen einen dauerhaften Wechsel in die Landespolitik verlangen. "Eine Chance, in Nordrhein-Westfalen zu gewinnen, hat nur ein Kandidat, der sich ganz und gar der Sache verschreibt", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer.
Norbert Blüm als warnendes Beispiel
Er nannte den früheren Bundesarbeitsminister und nordrhein-westfälischen CDU-Vorsitzenden Norbert Blüm als abschreckendes Beispiel. Diesem sei es nie gelungen, eine Landtagswahl zu gewinnen. "Es hilft unserer Sache nicht, wenn man Wahlen halbherzig angeht", sagte Pfeiffer.
Auch die nordrhein-westfälischen Bundestagsabgeordneten Detlef Seif und Willi Zylajew plädierten dafür, dass Röttgen in jedem Fall in Düsseldorf bleibt. "Ein Ministerpräsidentenkandidat macht nach der Wahl in NRW weiter, unabhängig vom Ausgang", sagte Zylajew der "Bild"-Zeitung. Sein Kollege Seif ergänzte: "Ich hoffe, dass Norbert Röttgen unsere Politik in Düsseldorf unabhängig vom Wahlausgang anführen wird."
Röttgen strebt nach der Wahl eine Große Koalition oder ein Bündnis mit den Grünen an. Unterstützung erhielt er dabei von Armin Laschet, CDU-Fraktionsvize im Landtag von Nordrhein-Westfalen. "Es gibt ein sachliches und persönlich entspanntes Verhältnis zwischen den Fraktionen im NRW-Landtag", sagte der ehemalige Integrationsminister des Landes der "Welt". "Wenn es notwendig würde, wären Schwarz-Grün und eine Große Koalition möglich."
syd/dpa/dapd/AFP
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