CSU-Chef Seehofer von Trump enttäuscht

Horst Seehofer war in der Union einer der größten Bewunderer Donald Trumps. Im SPIEGEL erklärt er, warum er seine Meinung geändert hat.

Horst Seehofer
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Horst Seehofer


Er lobte ihn und wollte sich sogar mit ihm treffen: CSU-Chef Horst Seehofer war einer der wenigen Unionspolitiker, der sich positiv über US-Präsident Donald Trump äußerte.

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Heft 17/2018
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Das ist vorbei.

Sein Bild von Trump habe sich gewandelt, sagt Seehofer im Gespräch mit dem SPIEGEL. Ihm habe zunächst gefallen, wie Trump konsequent das angepackt habe, was er der amerikanischen Bevölkerung zugesagt hatte. Deshalb habe er ihn vor einem Jahr gelobt.

Seehofer hatte sich seinerzeit beeindruckt über die "Konsequenz und Geschwindigkeit" gezeigt, mit der Trump seine Wahlversprechen umsetze. "In Deutschland würden wir da erst mal einen Arbeitskreis einsetzen, dann eine Prüfgruppe und dann noch eine Umsetzungsgruppe", sagte er vor einem Jahr. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch mit Horst Seehofer im neuen SPIEGEL.)

Nun rudert er zurück. "Was da in den letzten Monaten abgeliefert wurde, würde mich nicht veranlassen, meine Äußerungen zu wiederholen", so Seehofer. Auf die Frage, was ihn an Trump irritiere, sagt der CSU-Chef: "Alles. Lassen wir das so stehen."

Seehofer verteidigt im SPIEGEL zudem die Weigerung der Bundesregierung, sich an den gemeinsamen amerikanischen, britischen und französischen Luftangriffen gegen Syrien zu beteiligen. "Die Bundesregierung setzt auf eine Strategie des Dialogs, des Gesprächs, der Diplomatie", sagt er. "Ich hätte gegen eine militärische Beteiligung Deutschlands mein Veto eingelegt."

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insgesamt 77 Beiträge
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Seite 1
zwurgl 20.04.2018
1. Urteilsfähigkeit?
Da fragt man sich schon, wie es um die Urteilsfähigkeit der handelnden Personen, hier immerhin des Innenministers, bestellt ist, wenn da jemand dermaßen falsch lag ... Seehofer muss ja im seinem Amt ständig Entscheidungen großer Tragweite treffen. Da hätte man doch gerne jemanden sitzen, der einen klareren Blick auf die Dinge hat, finde ich.
dirkozoid 20.04.2018
2. Sein Veto?
Wann checkt er es endlich, dass er sich der Kanzlerin unterzuordnen hat und sie die Richtlinien vorgibt. Er ist enttäuscht von Trump? Warum denn das jetzt? Trumps unglaubliches Verhalten war ja letztes Jahr schon bekannt. Was also hat Seehofer seine Meinung ändern lassen? Der Mann ist doch auf demselben Niveau wie Trump und auch sein Kumpel Orbán. Für Seehofer bzw. seine Anwesenheit in der Regierung kann man sich doch nur schämen.
mickt 20.04.2018
3. Immerhin
Die Einsicht und Kriegsverweigerung ist ja schon mal was. Der Krieg gehört nicht zu Deutschland!
jaka778 20.04.2018
4. Verblendung
Trump hat gegenüber den wiedererstarkten Autokraten einen Vorteil: der Kater der Konservativen, sich der Sehnsucht nach dem großen starken Anführer hingegeben zu haben stellt sich angesichts überbordenden Irrsinns offenbar deutlich schneller ein als bei den Orbans, erdogans etc. dieser Welt... im Zweifel kennt der Seehofersche Opportunismus einfach keine Grenzen und bleibt beweglich in jede Richtung
BoMo_UAE 20.04.2018
5. Wer ist Seehofer?
Seehofer ist von Trump enttaeuscht? Trump weiss wohl kaum, wer Seehofer ist...
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