Arbeitsministerium Heil legt milliardenschweres Konzept für Grundrente vor

Sie ist eines der Kernprojekte der SPD im Koalitionsvertrag: die Grundrente. Jetzt legt Arbeitsminister Heil ein Konzept vor. Demnach sollen die Altersbezüge früherer Geringverdiener um 447 Euro monatlich aufgestockt werden.

Hubertus Heil (SPD)
DPA

Hubertus Heil (SPD)


Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat ein Konzept für die von der Großen Koalition vereinbarte Grundrente vorgelegt.

Es sei ein milliardenschweres Programm, das für drei bis vier Millionen ehemalige Geringverdiener die Rente um bis zu 447 Euro monatlich aufstocken werde, schreibt die "Bild am Sonntag".

"Sehr viele Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, landen wegen ihrer niedrigen Löhne als Rentner in der Grundsicherung. Das will ich ändern", sagte der SPD-Politiker der Zeitung. "Jemand, der Jahrzehnte lang hart gearbeitet hat, hat das Recht, deutlich mehr zu bekommen als jemand, der nicht gearbeitet hat. Das ist eine Frage des Respekts vor Lebensleistung."

Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass die neue Grundrente ein Alterseinkommen zehn Prozent oberhalb des Grundsicherungsbedarfs garantieren soll. Bekommen sollen sie all jene, die 35 Jahre mit Beitragszahlung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit aufweisen.

Heil sagte, er rechne mit jährlichen Kosten in Höhe eines mittleren einstelligen Milliardenbetrags. "Mein Ziel ist es, dass wir das aus Steuermitteln finanzieren."



Sie wollen die Sonntagsfrage für den Bund beantworten? Stimmen Sie hier ab:


mal/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 130 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mundusvultdecipi 03.02.2019
1. Ein Leben lang hart gearbeitet...
..haben auch viele, kleine Solo Selbständige.Nein sie haben nicht in die Sozialkassen eingezahlt und auch keine eigene Alterversorgung aufbauen können.Aber auch die haben Steuern gezahlt und waren Teil der Wertschöpfungskette.Warum werden diese Menschen anders behandelt als die Sozialversicherten? p.s viele wurden auch vom Jobcenter in die Selbstständigkeit geschickt(Ich AG)
Godoitis 03.02.2019
2. Wieder ein Levenszeichen...
... von der SPD. So wird sich diese ehemelas soziale Partei im Rückblick auf die Ära Merkel immerhin den Mindestlohn und die Grundrente auf die Fahne schreiben können, sofern Heil diese durchbekommt. Beide Veränderungen fallen aufgrund drastisch steigender Mieten nur leider für viele Regionen viel zu gering aus, um den Rentnern und Geringverdienern wirtschaftlich anständige Verhältnisse zu garantieren.
Koana 03.02.2019
3. Traumland
Im Traumland träumt der gew öhnliche Mensch, die politische Führung würde den lebenslang ausgebeuteten schlicht die Hälfte Ihrer Versorgungsrückstellungen p.a. überschreiben. Die "Führer" hätten dann immer noch das etwa fünffache der Höchstrenten (jene die praktisch 40 Jahre die Beitragsbemessungsgrenze mit ihrem Verdienst überschritten.... und somit die maximal mögliche Höchstrente für das gemeine Volk erhalten). Die Rückstellungen betrugen 2018 bereits über 10 Milliarden Euro - würde man davon die Hälfte in den Topf Rückstellungen für Geringverdiener abtreten, hätten sechs Millionen wenigstens etwas mehr - ca. 10.000 Privilegierte müssten etwas weniger privilegiert Ihren Ruhestand genießen. Das wäre mal ein Signal der Politprofis (ich fürchte die LINKE würde ebenso empört ablehnen, als die FDP Wesen, die dergleichen erwarten dürfen) - eben Traumland.
Nordstadtbewohner 03.02.2019
4. Nichts verstanden
"Es sei ein milliardenschweres Programm, das für drei bis vier Millionen ehemalige Geringverdiener die Rente um bis zu 447 Euro monatlich aufstocken werde" Wer solche Programme einführt, hat die Fehlkonstruktion der gesetzlichen Rentenversicherung nicht verstanden. Die Zahl derer, die mehr Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen als sie eingezahlt haben, wird sich durch Hubertus Heils Programm noch mehr erhöhen. Die jungen Menschen, die ohnehin schon die gekniffenen sind und immer mehr Alte finanzieren müssen, obwohl sie weniger haben werden als die Alten von heute, müssen jetzt auch noch jene subventionieren, die in ihrer Lebensarbeitszeit kaum etwas eingezahlt haben. Ob nun über Steuergelder oder über die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung: Die Jungen müssen mal wieder zahlen, ob sie wollen oder nicht. Ich kann nur hoffen, dass die jungen Menschen die Chancen der Globalisierung nutzen und sich dort niederlassen, wo sie sich diesen Zwangsbelastungen entziehen können.
legeips62 03.02.2019
5. Ah, jetzt
wird klar woher das Geld kommen wird. Soli wird abgeschafft, Rentensoli wird kommen. Dazu noch eine "Elektroabgabe" statt einer Mineralölsteuer für PKW und LKW. Was leider in Deutschland keinen mehr aufregt, ist die Besteuerung der aktuellen Renten. Da wird von den 447 € (dann Brutto) nicht mehr viel übrig bleiben. Herr Heil sollte mal bei Herrn Ex Kanzler Schröder (SPD) nachfragen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.