Gute Wirtschaftslage Arbeitsminister rechnet mit kräftiger Erhöhung des Mindestlohns

Noch liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 8,84 Euro pro Stunde - doch es gibt Hoffnung auf mehr: Arbeitsminister Heil geht von einer baldigen Erhöhung aus.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD)
DPA

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD)


Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vermutet, dass der Mindestlohn bald deutlich höher liegen wird: "Die Mindestlohnkommission wird noch im Juni eine Erhöhung vorschlagen", sagte Heil der "Bild am Sonntag". Zurzeit liegt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn bei 8,84 Euro pro Stunde.

Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage gehe er von einer kräftigen Erhöhung aus. "Die werde ich dann auch per Gesetz umsetzen", erklärte Heil. Die Mindestlohnkommission besteht aus ehrenamtlich tätigen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern sowie beratenden Mitgliedern aus der Wissenschaft und wird alle fünf Jahre von der Regierung neu berufen.

Minister Heil kündigte zudem schärfere Kontrollen zur Einhaltung des Mindestlohns an. "Wir haben Hinweise darauf, dass Arbeitgeber ihn noch immer unterlaufen."

Dank der guten wirtschaftlichen Lage kann Deutschland laut Heil schon bald Vollbeschäftigung erreichen. Die Unterschiede zwischen etwa Eichstätt mit einer Arbeitslosenquote von 1,4 Prozent und Gelsenkirchen mit einer Quote von 13 Prozent seien aber noch sehr groß.

"Da müssen wir vor allem Langzeitarbeitslose in Jobs bringen", sagte Heil der "BamS". "Dann haben wir die Chance, in den 2020er Jahren in ganz Deutschland Vollbeschäftigung zu erreichen." Nach Heils neuem Gesetzentwurf sollen Zehntausende Langzeitarbeitslose mit Milliardenhilfe staatlich bezuschusste Jobs bekommen.

abl/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.