CSU-Ministerin Aigner beklagt Gerüchte über ihr Privatleben

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner wird als mögliche Kandidatin für die Nachfolge von Horst Seehofer gehandelt - und ärgert sich im SPIEGEL-Gespräch über Vorbehalte gegen alleinstehende Frauen.

DPA

Von und Britta Stuff


Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat Vorbehalte gegenüber alleinstehenden Frauen in der Politik beklagt.

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Heft 16/2017
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"Offenbar ist eine alleinstehende Frau für viele noch immer das Schlimmste, ein vollkommen inakzeptabler Zustand", sagte Aigner, die keinen Lebensgefährten hat, im Gespräch mit dem SPIEGEL. "Man kann geschieden sein, zum vierten Mal verheiratet, man kann schwul, lesbisch, irgendwas sein, aber alleinstehend, das geht nicht, da ist was faul." (Lesen Sie hier das ganze Gespräch mit Ilse Aigner im neuen SPIEGEL.)

Vielleicht fehle das Verständnis, dass man auch ganz gut alleine durch sein Leben kommen könne, sagte Aigner: "Vielleicht ertragen das manche Männer nicht. Ich weiß es nicht." Weil sie alleinstehend sei, werde ihr mitunter unterstellt, heimlich lesbisch zu sein. Das sei vollkommen absurd. "Und es regt mich auf. Also: Ich bin es nicht!", sagte Aigner. Es wäre aber auch kein Grund, jemanden zu diskreditieren. "Das ist mehr als schäbig. Das Privatleben anderer politisch zu instrumentalisieren ist für mich grundsätzlich unterirdisch."

Aigner erklärte, dass Bayern ihrer Ansicht nach bereit für eine weibliche Regierungschefin sei. "Wir haben in Bayern die höchste Frauenerwerbsquote in den alten Bundesländern, wir haben die meisten Männer, die in Elternzeit gehen", sagte Aigner, die als mögliche Nachfolgerin für Ministerpräsident und Parteichef Horst Seehofer gilt. "Es gibt also keinen Grund, warum ausgerechnet die Politik hinterherhinken sollte."

Allerdings stelle sich diese Frage derzeit nicht. Seehofer will Ende April erklären, ob er als Parteichef und Ministerpräsident weitermachen will.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 69 Beiträge
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Seite 1
CaptainSubtext 14.04.2017
1.
Wir da mal wieder eine patriarchalische Verschwörung gesehen wo keine ist? Unser Herr Kanzleramtsminister musste auch stechende Fragen und Gerüchte zu seinem Privatleben aushalten.
ingnazwobel 14.04.2017
2.
Sie hat zwar Recht. Aber es kommt mir vor als ob Sarah Wagenknecht sich beklagen würde das die Unternehmenssteuern in Deutschland zu hoch seien.
hockeyer12 14.04.2017
3. Ja...
Frau Aigner. Ich glaube das liegt vielleicht auch daran das Sie in der CSU und in Bayern sind. Da ticken die Uhren halt immer noch anders. Und das dort "Man kann geschieden sein, zum vierten Mal verheiratet, man kann schwul, lesbisch, irgendwas sein," glaube ich auch nicht so ganz. Das ist dort zu großen Teilen halt eine konservative Altmänner Clique. NOCH schlimmer als n anderen politischen Parteien
seriennummer 14.04.2017
4. Wo
Sie recht hat, hat sie recht. Ganz davon abgesehen, wen geht das Privatleben von Politikern etwas an, wenn es nicht strafrechtliche relevant oder sonst wie anstößig ist. Beides kann man bei Frau Aigner wohl ausschließen. Frau Aigner , machen Sie sich nichts daraus; lassen Sie sie reden und leben Sie Ihr Leben, wie Sie es wollen.
RalfHenrichs 14.04.2017
5. Blödsinn
Natürlich spielt das Privatleben eine Rolle. Ob sie lesbisch ist oder nicht, macht sie zwar nicht inkompetent(er), aber es ist so entscheidend. Bei Schröder wurde es noch intensiv thematisiert, dass er dreimal verheiratet war. Auch bei Wowereit war es wichtig. In den USA wird es extrem thematisiert. Nun ist es raus, dass sie allein und hetero ist - und das ist auch gut so (wie es das auch wäre, wenn es anders wäre). Sich aber darüber zu beklagen, dass so etwas Leute interessiert, ist peinlich.
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