Geburten: Immer mehr Väter beziehen Elterngeld

Berufstätige in Deutschland haben sich zuletzt häufiger für ein Kind entschieden als in den Jahren zuvor. Das meldet das Statistische Bundesamt. Und immer öfter bleiben auch die Väter nach der Geburt zu Hause.

Wiesbaden - Immer mehr Berufstätige entscheiden sich für ein Kind - und immer mehr Väter gehen in Elternzeit. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, hat die Väterbeteiligung bei im zweiten Quartal 2011 geborenen Kindern mit 27,3 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Zum Vergleich: Von im ersten Quartal 2008 geborenen Kindern bezogen laut Destatis nur 19,2 Prozent der Väter Elterngeld.

Insgesamt erhielten den Angaben zufolge mehr als 152.000 Mütter und 43.000 Väter für ihr zwischen April und Juni 2011 geborenes Kind Elterngeld. Bei Müttern lag die Inanspruchnahme des Elterngeldes bei mehr als 95 Prozent.

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) begrüßte die Entwicklung. "Immer mehr Väter entscheiden sich für das Elterngeld und nehmen sich so die gewünschte Zeit für ihr Kind und ihre Familie. Die neuen Zahlen bestätigen den Erfolg des Elterngeldes als unverzichtbaren Bestandteil moderner Familienpolitik", erklärte Schröder. Das Elterngeld ermögliche es den Familien, in der ersten Zeit nach der Geburt eines Kindes eng zusammenzuwachsen. Aus der Familienplanung vieler junger Eltern sei das Elterngeld somit nicht mehr wegzudenken.

Wie das Bundesamt weiter berichtete, sind immer mehr Mütter und Väter mit Elterngeldbezug in den zwölf Monaten vor der Geburt ihres Kindes erwerbstätig. Danach beläuft sich der Anteil der zuvor erwerbstätigen Frauen, deren Kind zwischen April und Juni 2011 geboren wurde, auf knapp 66 Prozent und bei den Vätern auf 89 Prozent. Damit setze sich der Trend einer zunehmenden Erwerbsbeteiligung vor Geburt des Kindes fort, berichtet das Statistische Bundesamt.

phw/dapd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. ....
knappege 22.11.2012
beim Elterngeld gehen die Meinungen auseinander, wir (meine Frau und ich) sind bald Bezieher des Eltern Geldes. Ich persönlich finde es richtig und wichtig... würde nur noch ein Beitrags freier Kindergarten für ÜBER 2jährige fehlen... das sind nämlich je nach verdienst 2-400 ? im Monat...
2. Als eventueller...
spon-facebook-10000124960 22.11.2012
Bezieher von Elterngeld in naher Zukunft frage ich mich ernsthaft wie man damit Akademiker in irgendeiner Weise damit zum Kinderkriegen animieren will. Selbst der Höchstsatz von 1800 Euro bedeutet einen Wegfall von mehreren Tausend Euro pro Monat. Das ist in Zeiten in denen 150 Euro gerade mal für einmal volltanken reichen eine Farce.
3. Biblisch
steppell 22.11.2012
Regelmäßig feiern wir es gern, wenn das Statistische Bundesamt die neue Aufstellung über Elterngeld beziehende Väter veröffentlicht. Wer auf der Homepage des Amts genauer nachliest, erfährt: Rund 90 Prozent der Männer beantragen eine Elterngeldzeit von zwei Monaten oder weniger – mindestens zwölf Monate sind möglich. Frauen beantragen entsprechend „umgekehrt“. Es stimmt, 27 Prozent der Neugeborenen haben einen Vater, der für sie Elterngeldzeit in Anspruch nimmt. Aber tatsächlich wird die den Kindern sozusagen insgesamt zustehende bezahlte Elternzeit nur für rund sechs Prozent ihrer Dauer statistisch von einem Vater wahrgenommen (auch weil ja über 70 Prozent der Männer gar nicht beantragen). Das heißt: 94 Prozent der bezahlten Elternzeit verbringen die Mütter. Das ist alttestamentarisch.
4. ........
Sasapi 22.11.2012
Zitat von spon-facebook-10000124960Bezieher von Elterngeld in naher Zukunft frage ich mich ernsthaft wie man damit Akademiker in irgendeiner Weise damit zum Kinderkriegen animieren will. Selbst der Höchstsatz von 1800 Euro bedeutet einen Wegfall von mehreren Tausend Euro pro Monat. Das ist in Zeiten in denen 150 Euro gerade mal für einmal volltanken reichen eine Farce.
Aber Sie müssen schon zugeben- es ist eine Verbesserung zur Erziehungsgeldregelung. Da gabs meist schon für Normalverdiener zumindest nach den ersten 6 Monaten gar kein Erziehungsgeld mehr, weil man über dem Satz lag....
5.
wibramuc 22.11.2012
Zitat von steppellRegelmäßig feiern wir es gern, wenn das Statistische Bundesamt die neue Aufstellung über Elterngeld beziehende Väter veröffentlicht. Wer auf der Homepage des Amts genauer nachliest, erfährt: Rund 90 Prozent der Männer beantragen eine Elterngeldzeit von zwei Monaten oder weniger – mindestens zwölf Monate sind möglich. Frauen beantragen entsprechend „umgekehrt“. Es stimmt, 27 Prozent der Neugeborenen haben einen Vater, der für sie Elterngeldzeit in Anspruch nimmt. Aber tatsächlich wird die den Kindern sozusagen insgesamt zustehende bezahlte Elternzeit nur für rund sechs Prozent ihrer Dauer statistisch von einem Vater wahrgenommen (auch weil ja über 70 Prozent der Männer gar nicht beantragen). Das heißt: 94 Prozent der bezahlten Elternzeit verbringen die Mütter. Das ist alttestamentarisch.
Ein Kulturwandel braucht seine Zeit. In Bayern sind's gar 35,4% der Väter, die monatelang ihrem Kind die Priorität vor dem Job geben. In Akademikerkreisen in Großstädten ist's gar mittlerweile die Regel, dass die Firma nach einer Geburt mal für eine Zeitlang auch auf den Papa verzichten muss. Das wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen, da war für Kleinkinder die männerfreie Gesellschaft die Regel - denn von der Frauenärztin über die Hebamme, später dann die Erzieherin in Krippe und Kindergarten und schließlich die Lehrerin in der Grundschule waren Männer ungefähr so häufig wie wildwachsende Orchideen am Bachufer.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Deutschland
RSS
alles zum Thema Elternzeit
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 5 Kommentare

Fotostrecke
Studie: Gestresste Familien
Bundesländerranking 2012 – Kita-Betreuungsquote
Platzierung Bundesland Betreuungsquote* (in %)
1 Sachsen-Anhalt 56,1
2 Mecklenburg-Vorpommern 51,7
3 Brandenburg 51,6
4 Thüringen 46,9
5 Sachsen 44,1
6 Berlin 41,9
7 Hamburg 32,4
8 Rheinland-Pfalz 24,7
9 Schleswig-Holstein 21,6
10 Hessen 21,5
11 Baden-Württemberg 20,8
12 Bayern 20,6
13 Saarland 20,2
14 Bremen 19,6
15 Niedersachsen 18,6
16 Nordrhein-Westfalen 15,9
* Anteil der in Kindertageseinrichtungen betreuten Kinder unter 3 Jahren an allen Kindern dieser Altergruppe

Quelle: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft / WirtschaftsWoche

Fotostrecke
Umfrage: "Das Betreuungsgeld ist eine fatale Sackgasse"