CDU und Integration Merkel umgarnt Deutschlands Migranten

Deutsche Leitkultur? War gestern. Jetzt präsentiert sich die CDU als politische Heimat für Migranten in Deutschland, Angela Merkel wirbt selbst - und wird dabei ganz persönlich.

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Merkel auf CDU-Konferenz: "Nicht von kleinen Widrigkeiten abhalten lassen"
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Merkel auf CDU-Konferenz: "Nicht von kleinen Widrigkeiten abhalten lassen"


Berlin - Es sind Weiße da und Schwarze, Frauen mit Kopftuch und ohne, Blonde, Schwarzhaarige, Männer im Anzug, Männer in Turnschuhen. Für Cemile Giousouf, erste und einzige türkischstämmige Bundestagsabgeordnete der CDU, ist das ein Traum. "Noch nie waren so viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Konrad-Adenauer-Haus", ruft sie.

Die CDU will zur politischen Heimat für Zuwanderer werden. Unter dem Motto "Zugewandert - Angekommen?!" wird daher an diesem Mittwoch in der Parteizentrale in Berlin diskutiert. Die Kanzlerin und Parteivorsitzende tritt persönlich auf, die Abschlussrede hält Innenminister Thomas de Maizière. Die Botschaft: Ihr, die Migranten, seid uns ganz wichtig.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Parteimitglieder beinahe den Rauswurf fürchten mussten, wenn sie Deutschland als Einwanderungsland bezeichneten. Von diesem Geist ist nichts mehr zu spüren. Den Begriff von der deutschen Leitkultur bemüht in der CDU kaum noch jemand, statt die immergleichen Bekenntnisse von den Migranten zu fordern, nimmt sich die Union selbst in die Pflicht.

Jetzt werden die Chancen betont, die Migranten für Deutschland bieten. Generalsekretär Peter Tauber sagt, man müsse die Menschen einladen in die Union. Nicht junge Menschen, deren Eltern aus anderen Ländern kämen, die aber selbst hier geboren sind, seien hier fremd. "Sondern ich bin hier in Berlin der Fremde." Tauber kommt aus Hessen.

"Tolles Integrationsland"

Auch die Kanzlerin bemüht sich in ihrer Rede um einen warmen Ton. "Menschen willkommen zu heißen, bedeutet auch, ihnen Freiräume zu geben", sagt Angela Merkel. Sie tut, was sie sonst nicht so gerne tut: Merkel wird persönlich, erzählt aus ihrem Leben: Wie sie im Herbst 1989 an der Friedrichstraße vorbeiging und den Geräuschen aus dem Westen lauschte, wie der 9. November kam, wie sie entschied, in die Politik zu gehen und ihren Schreibtisch in der Akademie der Wissenschaften nicht mehr gesehen hat. "Es gibt unglaubliche Möglichkeiten im Leben", sagt die CDU-Chefin.

Als Ostdeutsche habe sie sich stets von den Westdeutschen beäugt gefühlt: Hat sie denn auch unsere Werte wirklich verstanden? "Einmal hat mich jemand als Zonenwachtel beschimpft", erinnert sich Merkel. "Da war ich gar nicht so glücklich." Aber, ruft sie den Migranten zu, man dürfe sich nicht von kleinen Widrigkeiten abhalten lassen. Deutschland habe die Möglichkeit, "ein tolles Integrationsland" zu sein, sagt Merkel. Und dass Deutschland zu jenen Flüchtlingen, die ins Land kämen, menschlich sein müsse. Es ist eine Mahnung nach den Berichten über Misshandlungen und unhaltbare Zustände in Flüchtlingsunterkünften.

Unmissverständlich stellt sich Merkel an diesem Tag auf die Seite der friedlich hierzulande lebenden Muslime. Sie sei dankbar für die Aktionen der muslimischen Verbände, mit denen sie sich vom Terror des "Islamischen Staats" distanziert hätten. Und sie greift den Satz auf, den Kurzzeit-Bundespräsident Christian Wulff geprägt hat. Der Islam gehöre "inzwischen zu uns", sagt Merkel. Sie hat dieses Bekenntnis schon häufiger abgegeben, aber gerade in diesen Wochen, das weiß die Kanzlerin, hat es eine besondere Bedeutung. Vielen Muslimen in Deutschland ist dieser Satz ungeheuer wichtig.

Unmut in türkischer Community

Und so startet die CDU eine wahre Charmeoffensive gegenüber Deutschlands Migranten - und hängt damit die SPD ab. Dort war zuletzt wenig zum Thema Integration zu hören. Merkels Worte dagegen verfangen auch bei jenen, die ihr politisch eigentlich skeptisch gegenüberstehen. Der Vorsitzende der kurdischen Gemeinde in Deutschland, Ali Ertan Toprak, war früher Mitglied der Grünen. "Merkel bringt Leichtigkeit und Lockerheit in die Debatte, die Migranten können sich glücklich schätzen, dass sie Merkel haben", sagt er.

Dabei ist offensichtlich: Bis Migranten in der Union Normalität sind, wird es noch ein langer Weg sein. Nur acht Bundestagsabgeordnete mit Migrationshintergrund hat die CDU, die SPD 13. Nur eine türkischstämmige Parlamentarierin, Cemile Giousouf, sitzt für die Christdemokraten im Parlament.

Und gerade in der türkischen Community hat sich in den vergangenen Monaten viel Groll angestaut. Die Union hat Einschränkungen bei der Aufhebung der sogenannten Optionspflicht durchgesetzt. Und dass die Regierung das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach Sprachtests als Voraussetzung für den Nachzug türkischer Ehepartner rechtswidrig sind, bislang ignoriert, darüber sind viele entsetzt. Für sie ist das alles andere als ein Willkommenssignal.



Forum - Was läuft falsch in der deutschen Integrationspolitik?
insgesamt 1418 Beiträge
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Seite 1
Ingmar E. 07.07.2010
1.
1.Wird Kindern aus bildungsfernen Haushalten nicht geholfen die Sprache schon vor der Grundschule zu erlernen. Ein 3-4jähriger ist sicher nicht schuld, wenn er die deutsche Sprache nicht lernt. Und man kann ihn kaum für die Fehler der Eltern sein Leben lang verantwortlich machen. Man muss den Kindern unabhängig vom Elternhaus helfen. Verpflichtende Vorschule für alle Kinder vom 4.ten LJ an, Einschulung mit 5 bis 7 je nach Fähigkeitsstand. 2. In der Grundschule werden Arbeiterkinder und Migranten benachteiligt, gegenüber Akademikern und indigenen Deutschen, weil sie bei gleichen Noten seltener eine Gym-Empfehlung bekommen. http://de.wikipedia.org/wiki/IGLU-Studie#Soziale_Selektion ---Zitat--- Es wurde deutlich, dass selbst bei gleichen kognitiven Grundfähigkeiten und der Lesekompetenz für Kinder aus den beiden oberen Schichten die Odds Ratios, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten 2,63 mal so hoch waren wie für ein Kind aus einem Haushalt aus unteren Schichten. _Auch Kinder, deren beide Eltern in Deutschland geboren waren, wurden von den Lehrkräften bei gleicher Lesekompetenz bevorzugt (Odds Ratios: 2,11)._ Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch die LAU-Studie, die PISA-Studie und die AWO-Studie. ---Zitatende--- Und ein Einzelbeispiel dazu: http://www.politblogger.eu/du-kommst-hier-nicht-rein/ 3.Wenn die Migranten es dann geschafft haben und einen akademischen Abschluss erwarben, reicht es der indigenen Bevölkerung immer noch nicht: er "bleibt der Türke" http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,554163,00.html Man stellt also große Forderungen, behindert aber aktiv auf dem Weg, und wenn die Migranten den Forderungen nachkommen, trotz Steinen im Weg, sagt man am Ende: tja, Pech gehabt, wir akzeptieren euch trotzdem nicht.
dongiovanni25 07.07.2010
2. Privilegierte Migranten-Kicker
es ist genau das, diese Verallgemeinerung, und dass jeder quasi für sein Glück verantwortlich sein soll - dabei spielen andere Dinge eine große Rolle. Natürlich sind die Karrieren aller Profis mit Migrations-Hintergrund ein tolles Beispiel, aber doch nicht repräsentativ... was wäre sonst aus ihnen geworden, hätten sie nicht das Talent? Fakt ist auch, man macht der muslimischen Bevölkerung, bzw. der türkischen Bevölkerungsgruppe zu viele Zugeständnisse, und dass immer noch in der 3. und 4. Generation hier: die Beherrschung der Deutschen Sprache ist einfach ein MUSS - nur so kann man richtig teilhaben hier, Verstehen- natürlich muss man auch die türkischen Wurzeln beibehalten, auch die Sprache pflegen. Aber nicht bewusst abkapseln, immer noch türkische Dolmetscher an Schulen kommen lassen, etc. ich denke, die meisten Türken (kurioserweise auch verstärkt Süditaliener) kapseln sich gern ab, hören und gucken daheim via Satellit nur ihre nationalen Sender - geheiratet wird verstärkt nur unter Ihresgleichen. Also meine Erfahrungen und Erlebnisse an der Basis in einer Großstadt zeigen leider, dass sich Türken, Italiener, Griechen, etc. gerne abgrenzen - immer wieder wird die Aversion gegen die (vorhandene?) deutsche Liberalität artikuliert. Für meine Eltern (ein deutschsprachiger Teil) war es immer klar, Deutsch ist die Hauptsprache hier, an den Schulen, in den Ämtern, etc. dennoch wurde die Sprache meines Vaters nie vernachlässigt... Im Fußball mögen es die Kinder mit Migrationshintergrund leicht haben, im wahren Berufsleben haben sie es nicht immer. Meine Meinung!
Baikal 07.07.2010
3. Merkelmurks
Zitat von Ingmar E.1.Wird Kindern aus bildungsfernen Haushalten nicht geholfen die Sprache schon vor der Grundschule zu erlernen. Ein 3-4jähriger ist sicher nicht schuld, wenn er die deutsche Sprache nicht lernt. Und man kann ihn kaum für die Fehler der Eltern sein Leben lang verantwortlich machen. Man muss den Kindern unabhängig vom Elternhaus helfen. Verpflichtende Vorschule für alle Kinder vom 4.ten LJ an, Einschulung mit 5 bis 7 je nach Fähigkeitsstand. 2. In der Grundschule werden Arbeiterkinder und Migranten benachteiligt, gegenüber Akademikern und indigenen Deutschen, weil sie bei gleichen Noten seltener eine Gym-Empfehlung bekommen. http://de.wikipedia.org/wiki/IGLU-Studie#Soziale_Selektion Und ein Einzelbeispiel dazu: http://www.politblogger.eu/du-kommst-hier-nicht-rein/ 3.Wenn die Migranten es dann geschafft haben und einen akademischen Abschluss erwarben, reicht es der indigenen Bevölkerung immer noch nicht: er "bleibt der Türke" http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,554163,00.html Man stellt also große Forderungen, behindert aber aktiv auf dem Weg, und wenn die Migranten den Forderungen nachkommen, trotz Steinen im Weg, sagt man am Ende: tja, Pech gehabt, wir akzeptieren euch trotzdem nicht.
Würde dafür gesorgt nicht unbedingt Deutschland erst zur Weltschule aller Analphabeten zu machen, würde für eine vernünftige Auswahl von Immigranten gesorgt (etwa nach einem Punktsystem wie es Kanada, die USA, Australien etc) schon lange machen, müßte nicht ständig nach Integration gejault werden. Wieso stellt sich denn etwa die türkische Gemeinde gegen jede Neuregelung des sogenannten Familiennachzuges - wenn sie denn nicht einer ungehinderten Zuwanderung aller türkischen Benachteiligten und Beladenen das Wort reden möchten? Die Hälfte der in Berlin lebenden Türken hat weder eine Ausbildung noch Arbeit - das reicht doch schließlich.
Schlüssel, 07.07.2010
4. Die Integrationspolitik ist in Ordnung!
Zitat von sysopDeutschland jubelt über seine Multikulti-Mannschaft - aber viele Migranten brechen die Schule ab, brauchen ewig um einen Job zu finden und leiden unter Krankheiten. Der Regierungsbericht zur "Lage von Ausländern" offenbart die Mängel der Integrationspolitik. Was läuft falsch in der deutschen Integrationspolitik?
Die Integrationspolitik ist in Ordnung! Das Problem ist ein anders. Es sind die Massen mit dem wir es hier zu tun haben. Die Deutschen selbst - ziehen sich zurück, weil sie sich durch die Massen an Ausländern bedrängt fühlen. Wenn in einer Klasse mit 20 Kindern mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen aus dem Ausland stammen und dazu noch aus den unterschiedlichsten Ländern, dann gibt das Spannungen unter den Kindern. Die deutschen Kinder ziehen sich zurück und bleiben weitestgehend unter sich. In einer Klasse in der mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen Deutsche sind und maximal ein Viertel der Kinder ausländischer Herkunft da läßt sich das gut steuern. Je mehr es aber werden desto größer ist das Aufbegehren der zu Integrierenden. Denn sie wollen sich dann nicht mehr integrieren lassen und statt dessen ihr eigenes Süppchen kochen. Die meisten Deutschen ziehen sich vor den Ausländern zurück. Die wollen nichts damit zu tun haben. Aber leider wird das von der Politik nicht gesehen bzw. die Politik will das nicht sehen. Man kann niemandem etwas aufzwingen was er nicht will. Es wird sich rächen. Wann? Wissen wir noch nicht.
hardnoxanddurtysox 07.07.2010
5.
Zitat von dongiovanni25es ist genau das, diese Verallgemeinerung, und dass jeder quasi für sein Glück verantwortlich sein soll - dabei spielen andere Dinge eine große Rolle. Natürlich sind die Karrieren aller Profis mit Migrations-Hintergrund ein tolles Beispiel, aber doch nicht repräsentativ... was wäre sonst aus ihnen geworden, hätten sie nicht das Talent? Fakt ist auch, man macht der muslimischen Bevölkerung, bzw. der türkischen Bevölkerungsgruppe zu viele Zugeständnisse, und dass immer noch in der 3. und 4. Generation hier: die Beherrschung der Deutschen Sprache ist einfach ein MUSS - nur so kann man richtig teilhaben hier, Verstehen- natürlich muss man auch die türkischen Wurzeln beibehalten, auch die Sprache pflegen. Aber nicht bewusst abkapseln, immer noch türkische Dolmetscher an Schulen kommen lassen, etc. ich denke, die meisten Türken (kurioserweise auch verstärkt Süditaliener) kapseln sich gern ab, hören und gucken daheim via Satellit nur ihre nationalen Sender - geheiratet wird verstärkt nur unter Ihresgleichen. Also meine Erfahrungen und Erlebnisse an der Basis in einer Großstadt zeigen leider, dass sich Türken, Italiener, Griechen, etc. gerne abgrenzen - immer wieder wird die Aversion gegen die (vorhandene?) deutsche Liberalität artikuliert. Für meine Eltern (ein deutschsprachiger Teil) war es immer klar, Deutsch ist die Hauptsprache hier, an den Schulen, in den Ämtern, etc. dennoch wurde die Sprache meines Vaters nie vernachlässigt... Im Fußball mögen es die Kinder mit Migrationshintergrund leicht haben, im wahren Berufsleben haben sie es nicht immer. Meine Meinung!
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