Integration Mehr als 100.000 Ausländer eingebürgert

Die Zahl der Einbürgerungen ist in der Bundesrepublik stabil geblieben. Die meisten Ausländer wollen die deutsche Staatsangehörigkeit aber gar nicht - obwohl sie die Voraussetzungen hätten.

Passanten in Stuttgart: Zahl der Einbürgerungen bundesweit sehr unterschiedlich
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Passanten in Stuttgart: Zahl der Einbürgerungen bundesweit sehr unterschiedlich


Berlin - In Deutschland haben sich im vergangenen Jahr so viele Ausländer einbürgern lassen wie im Jahr zuvor. 2013 hätten 112.350 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Die meisten kamen demnach aus der Türkei (28.000), gefolgt von Polen (5500) und der Ukraine (4500).

Innerhalb Deutschlands war die Entwicklung unterschiedlich. So stieg die Zahl der Einbürgerungen in Hamburg um 27,8 Prozent, während sie in Hessen um 7,1 Prozent sank. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gab es 2,2 Prozent Einbürgerungen weniger.

Die meisten Ausländer streben aber offenbar auch dann keine Einbürgerung an, wenn sie dies könnten. Das ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial - also das Verhältnis von Einbürgerungen zur Zahl der Ausländer, die seit mindestens zehn Jahren in Deutschland leben und damit alle Voraussetzungen erfüllen - lag im Jahr 2013 bei durchschnittlich 2,3 Prozent, wie die Statistiker mitteilten. Besonders gering war hier der Anteil bei Menschen aus anderen EU-Staaten mit 1,3 Prozent.

Höher waren die Quoten allerdings für die EU-Staaten Bulgarien mit 9,2 Prozent und Rumänien mit 6,5 Prozent. Die höchsten Werte gab es für Kamerun (25 Prozent bei rund 1000 Einbürgerungen), Nigeria (12,4 Prozent bei fast 900 Einbürgerungen) und Afghanistan (11,1 Prozent bei knapp 3100 Einbürgerungen).

kes/AFP



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