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Interne Berechnungen: RWE profitiert von Biblis-Ausstieg

Kein Konzern wehrt sich so heftig gegen den Atomausstieg wie RWE. Doch nach SPIEGEL-Informationen könnte das Unternehmen sogar profitieren, falls sein Alt-AKW Biblis vom Netz muss. Deshalb wächst auch intern die Kritik am harten Kurs von Konzernchef Großmann.

Reaktoren in Biblis: Weniger Strom, höhere Preise Zur Großansicht
AP

Reaktoren in Biblis: Weniger Strom, höhere Preise

Hamburg - Die RWE Chart zeigen-Hauptversammlung am kommenden Mittwoch wird spannend. Konzernchef Jürgen Großmann muss vor den Aktionären begründen, warum sein Unternehmen sich so vehement gegen den von der Bundesregierung angekündigten Atomausstieg wehrt. Als einziger Großkonzern klagt RWE gegen die vorübergehende Abschaltung seines Atomkraftwerks Biblis A in Hessen.

Doch auch innerhalb des Unternehmens wächst nach SPIEGEL-Informationen die Kritik am kompromisslosen Pro-Atom-Kurs von Großmann. Hintergrund sind bislang unbekannte interne Berechnungen, nach denen eine Abschaltung der Atomreaktoren in Biblis sich mittelfristig sogar positiv auf das Ergebnis des Energieriesen auswirken könnte.

Eine Stilllegung der Meiler, heißt es in einem im vergangenen Sommer erstellten Ausstiegsszenario, würde die Strommenge verknappen und den Strompreis ansteigen lassen. Davon würden die nur teilweise ausgelasteten Kohlekraftwerke des Konzerns profitieren. Die Zusatzgewinne dort, so das RWE-Szenario, könnten die Ausfälle in Biblis mittelfristig sogar deutlich überkompensieren - zumal der Bund durch die Brennelementesteuer Teile des Atomgewinns wieder abschöpfe.

Kurzfristig, heißt es bei RWE, seien durch die Stilllegung der Meiler Verluste in dreistelliger Millionenhöhe zu verkraften. Das brisante Szenario wurde auch dem Aufsichtsrat zugeleitet. Die Kontrolleure wollen Großmann auf einer Sitzung am Dienstag kritisch zu seinen Plänen befragen.

dab

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1. Natürlich gewinnt RWE
National-Oekonom, 16.04.2011
und der "kleine Mann" zahlt die Hau-Ruck "Energiewende" von Merkel. Jahrzehntelang ist das Geld mit Kohlestrom verdient worden. Die Energieverknappung durch die abgeschalteten KKW wird in ganz Europa zu höheren Strompreisen führen und damit die Marktlage der Stromproduzenten verbessern. Der Preis für die Laufzeitverlängerung waren Brennelementesteuer und Ökofond. Schäuble wollte also einen Großteil des Gewinns aus der Lz-Verlängerung wegsteuern und hat die Einnahmen auch schon eingeplant. Die Milchmädchenrechnungen in Berlin sind realitätsverleugnend. Merkel wird als "Deutschlands teuerster Kanzler" in die Geschichte eingehen.
2. Ziemlich...
loctite 16.04.2011
... tendenziöse Überschrift. Im Text heißt es, RWE KÖNNTE mittel- bis langfristig von der Stilllegung des KKW Biblis profitieren. In der Überschrift wird es als Tatsache im Jetzt verkauft. Man sollte auch beachten, dass der mögliche Mehrgewinn durch die Stilllegung aus der Erhöhung des Strompreises wegen Verknappung der produzierten Leistung resultieren würde. Die Überschrift suggeriert, dass RWE froh sein sollte, endlich den Meiler abschalten zu dürfen, während im Artikel dann klar wird, dass am Ende wieder nur der Endverbraucher draufzahlt.
3. strom
crocodil 16.04.2011
Zitat von National-Oekonomund der "kleine Mann" zahlt die Hau-Ruck "Energiewende" von Merkel. Jahrzehntelang ist das Geld mit Kohlestrom verdient worden. Die Energieverknappung durch die abgeschalteten KKW wird in ganz Europa zu höheren Strompreisen führen und damit die Marktlage der Stromproduzenten verbessern. Der Preis für die Laufzeitverlängerung waren Brennelementesteuer und Ökofond. Schäuble wollte also einen Großteil des Gewinns aus der Lz-Verlängerung wegsteuern und hat die Einnahmen auch schon eingeplant. Die Milchmädchenrechnungen in Berlin sind realitätsverleugnend. Merkel wird als "Deutschlands teuerster Kanzler" in die Geschichte eingehen.
Ist doch klar, dass der Endverbraucher wieder blechen darf. Es ist doch "wunderbar" . wie die Energiekonzerne und Minerlölkonzerne uns abzocken können. Ist das Kartellamt oder die Beamten von denen bestochen?? Die müssen doch blinder als blind sein, dass man nicht merkt , wie die Benzinpreise abgesprochen werden.
4. ...
J4cky 16.04.2011
Zitat von National-Oekonomund der "kleine Mann" zahlt die Hau-Ruck "Energiewende" von Merkel. Jahrzehntelang ist das Geld mit Kohlestrom verdient worden. Die Energieverknappung durch die abgeschalteten KKW wird in ganz Europa zu höheren Strompreisen führen und damit die Marktlage der Stromproduzenten verbessern. Der Preis für die Laufzeitverlängerung waren Brennelementesteuer und Ökofond. Schäuble wollte also einen Großteil des Gewinns aus der Lz-Verlängerung wegsteuern und hat die Einnahmen auch schon eingeplant. Die Milchmädchenrechnungen in Berlin sind realitätsverleugnend. Merkel wird als "Deutschlands teuerster Kanzler" in die Geschichte eingehen.
Ganz ehrlich ... innerlich wünsche ich mir richtig, dass die ganze Sache extrem teuer wird. Denn der kleine Mann wünscht sich ja die Abschaltung so sehr, also soll er es bekommen am besten zu letzter Woche! Energetisch wird heute schon jede Menge Blödsinn gemacht. Das fängt bei Photovoltaik zum Norden ausgerichtet an, geht über Biomassekraftwerken ohne Kraft-Wärme-Kopplung bis hin unbedingt nicht notwendige teure, aber erstrittene Erdkabel. Ich persönlich bin für einen gemäßigten Umbau auf 100% Regenerative, der würde weit hinter 2050 liegen und vor allem auf EU-Ebene abgestimmt ablaufen. Der deutsche Alleingang mit Umbau + Entwicklung + maximalen Anfangskosten ist der größte Blödsinn, aber Tschernobyl und Fukushima treibt die Leute halt auf die Straße.
5. Schwachfug
unente, 16.04.2011
---Zitat von SPON--- ...Eine Stilllegung der Meiler, heißt es in einem im vergangenen Sommer erstellten Ausstiegsszenario, würde die Strommenge verknappen und den Strompreis ansteigen lassen. Davon würden die nur teilweise ausgelasteten Kohlekraftwerke des Konzerns profitieren... ---Zitatende--- Das ist doch völlig unlogisch! Warum sollte eine "Verknappung der Strommenge" eintreten, wenn doch noch genug Reserven in den "nur teilweise ausgelasteten Kohlekraftwerken" schlummern? Warum hinterfragen Journalisten solchen Schwachsinn nicht, sondern drucken das unkritisch einfach ab?
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