Interview mit Andreas Schmidt: "Ich rede auch weiterhin mit Helmut Kohl!"

Der Obmann der CDU im Spendenuntersuchungsausschuss, Andreas Schmidt, ist in den Ruch geraten, Absprachen mit Helmut Kohl und anderen Zeugen vor deren Anhörung getroffen zu haben. Die Vorwürfe weist er im SPIEGEL-ONLINE-Interview zurück.

SPIEGEL ONLINE:

Wie bewerten Sie die Befragung von heute?

Schmidt: Es gab ein Drehbuch von den Grünen. Sie wollten auf jeden Fall verhindern, dass Helmut Kohl die Chance bekommt, zu dem Thema Regierungsentscheidungen etwas zu sagen. Unser Ziel war, dass er etwas zum Thema Leuna Minol und zum Thema Panzerlieferungen sagen kann. Das hat man vereitelt, man hat hier einen Skandal produziert und dieser Skandal wird auf die SPD zurückschlagen.

SPIEGEL ONLINE: Wie gehen Sie mit den Vorwürfen gegen sich selbst um?

Schmidt: Ich sehe überhaupt keine Vorwüfe. Ich bin frei gewählter Abgeordneter und ich lasse mir von keinem das Recht nehmen, mit einem Abgeordnetenkollegen aus meiner Fraktion zu sprechen. Ich werde auch weiterhin mit Helmut Kohl reden, das ist ganz klar! Wir haben aber nie etwas gemeinsam abgestimmt, was die Beweisbeschlüsse im Ausschuss angeht.

SPIEGEL ONLINE: Was war denn der Inhalt der Gespräche?

Schmidt: Das werde ich nicht sagen. Ich werde über vertrauliche Gespräche hier nicht berichten. Aber gehen Sie davon aus: Ich kenne meine Rechte als Abgeordneter, ich kenne meine Pflichten. Ich habe mich an meine Pflichten gehalten, und ich werde auch meine Rechte wahrnehmen.

SPIEGEL ONLINE: Können Sie denn verstehen, dass ein merkwürdiger Eindruck entsteht durch den zeitlich engen Zusammenhang von Ihren Treffen mit Helmut Kohl und anderen und den jeweiligen Anhörungsterminen?

Schmidt: Nein, das kann ich überhaupt nicht verstehen, weil ich dem Kollegen Frank Hofmann von der SPD noch vor ein paar Tagen gesagt habe, dass ich ständig Kontakt mit Helmut Kohl habe. Er hat mich danach gefragt und dann gesagt, das sei ja auch ein ganz normaler Vorgang. Deswegen wundert mich auch ein bisschen die Reaktion jetzt. Ich glaube, dass es das Natürlichste der Welt ist, dass ich mit Helmut Kohl spreche, und ich lasse mich nicht in eine Ecke stellen, in die ich nicht gehöre.

SPIEGEL ONLINE: Was wollen Sie denn nun machen, wie kommen Sie da wieder raus?

Schmidt: Ich bin nicht in der Ecke, deshalb brauch' ich da auch nicht rauszukommen.

Das Gespräch führte Lisa Erdmann

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