Interview zur DDR-Vergangenheit Merkel neigt zu Vorratskäufen

Soljanka, "Kaufhalle" statt Supermarkt, ein Hang zu Vorratskäufen: Deutschland ist beinahe 20 Jahren wiedervereint - die Kanzlerin pflegt immer noch Gewohnheiten aus ihrer DDR-Zeit. Wie der Sozialismus auch heute in ihrem Alltag nachwirkt, darüber plaudert Merkel jetzt in der "Super-Illu".

Kanzlerin Merkel: "Der Hang zur Vorratshaltung steckt tief in mir drin"
dapd

Kanzlerin Merkel: "Der Hang zur Vorratshaltung steckt tief in mir drin"


Berlin - Angela Merkel spürt ihre DDR-Vergangenheit noch immer im Alltag - manche Einschränkungen, die es im sozialistischen Teil Deutschlands gab, wirken bei der Kanzlerin nach. "Mir geht es manchmal noch so, dass ich etwas kaufe, weil ich es gerade sehe, ohne es in dem Moment wirklich zu brauchen", sagte Merkel in einem am Montag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu".

"Dieser Hang zu einer Form von Vorratshaltung steckt tief in mir drin, weil man früher in der Mangelwirtschaft genommen hat, was man kriegen konnte."

Kulinarisch hält die Kanzlerin immer noch an Gerichten aus der DDR fest: Bei ihr stünden nach wie vor typische Speisen wie Soljanka, Schaschlik und das ungarische Gericht Letscho auf dem Tisch.

Und noch andere Gewohnheiten habe sie beibehalten, sagte die Kanzlerin. Sie spüle mit einer aus DDR-Zeiten bekannten Geschirrspülmarke und trinke ihren Kaffee nach wie vor türkisch.

Auch der Begriff Kaufhalle habe noch sehr lange zu ihrem aktiven Wortschatz gehört. "So etwa seit dem 15. oder 16. Jahr der Deutschen Einheit kommt mir das Wort Supermarkt lockerer über die Lippen", sagte Merkel.

anr/DAPD



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