FDP-Lokalpolitiker bei Ahmadinedschad: Die unglaubliche Reise des Herrn Hübscher

Die Reise eines niedersächsischen FDP-Landtagskandidaten sorgt für Aufregung: Der Trip nach Iran führte Claus Hübscher auch zu Mahmud Ahmadinedschad. Der habe ihm versichert, kein Holocaust-Leugner zu sein, verteidigt der Liberale den weltweit geächteten Präsidenten. Die FDP ist entsetzt.

FDP-Landtagskandidat Claus Hübscher (6.v.l.): "Liberaler ohne Rücksicht auf Verluste" Zur Großansicht
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FDP-Landtagskandidat Claus Hübscher (6.v.l.): "Liberaler ohne Rücksicht auf Verluste"

Berlin - Am Donnerstag erreicht der Aufreger aus der Provinz über Twitter die Berliner Politik. "Widerlich!", schreibt der Grünen-Abgeordnete Sven Kindler. Linken-Vorstand Bodo Ramelow fragt sich: "Geht's noch?" Und Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, ruft nach dem FDP-Vorsitzenden: "Hallo Herr Rösler!"

Die Geschichte, über die sich die Polit-Profis aus der Hauptstadt so empören, spielt im niedersächsischen Delmenhorst - und in Teheran. Dorthin führte den frisch gekürten Delmenhorster FDP-Landtagskandidaten Claus Hübscher, 65, kürzlich eine Studienreise. Hübscher reiste privat, aber der Trip wird nun hochpolitisch. Denn Hübscher schaute sich nicht nur kulturelle Sehenswürdigkeiten an. Er traf mit seiner Reisegruppe auch den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. So berichten es am Donnerstag übereinstimmend mehrere Lokalzeitungen - inklusive Foto von der Privataudienz.

Hübscher scheint vom etwa 90-minütigen Gespräch mit dem umstrittenen Staatschef, der immer wieder öffentlich den Holocaust in Frage stellt und Israel mit Vernichtung droht, beeindruckt. Er habe die Gelegenheit nutzen wollen, sich selbst eine Meinung zu bilden, sagte der FDP-Mann dem "Weser-Kurier". So habe er beim Präsidenten nachgefragt, ob er wirklich den Holocaust leugne: "Definitiv nein", zitiert die Zeitung Hübschers Erkenntnis. Auch dass sein Land an Atomwaffen arbeite, habe Ahmadinedschad abgestritten.

"Seelenverwandt mit Günter Grass"

In der "Nordwest-Zeitung" ("NWZ") erklärte Hübscher, der Besuch bei Irans Präsident habe vor Beginn der Reise nicht zur Diskussion gestanden. Vor Ort soll dann Yavuz Özuguz, Vorsitzender der Delmenhorster schiitischen Gemeinde und des bundesweiten Vereins "Islamischer Weg" die Türen geöffnet haben. "Mein Bruder und meine Wenigkeit genießen in Iran ein hohes Ansehen", sagte Özuguz der "NWZ". Özuguz hatte die Reise gemeinsam mit seiner Frau begleitet. Sie gelten als Betreiber der Internetseite Muslim-Markt, die schon ins Visier der Verfassungsschützer geraten ist. Auch im Antisemitismusbericht der Bundesregierung findet die Online-Plattform Erwähnung.

In der Partei sorgt Hübschers Iran-Reise nun für Ärger. "Es ist unsäglich, dass Herr Hübscher diese Reise unternommen hat", sagte die FDP-Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst, im Parlament Chefin der niedersächsischen Landesgruppe, der "NWZ". Im "Weser-Kurier" fügte sie hinzu: "Kooperation zu zeigen mit einem Land, das sich die Zerstörung Israels zum Staatsziel gemacht hat, ist inakzeptabel."

Hübscher, der Mitglied im Delmenhorster "Freundeskreis der Jüdischen Gemeinde" ist, versucht sich zu verteidigen. "Der Holocaust ist ein Teil der Geschichte Deutschlands." Er könne und dürfe nicht geleugnet werden, sagte der FDP-Politiker der dpa. Ein bisschen, sagt Hübscher, fühle er sich in diesen Tagen seelenverwandt mit Günter Grass, dessen Gedicht "Was gesagt werden muss" so viel Empörung verursacht hat. Sich selbst nennt Hübscher einen "Liberalen ohne Rücksicht auf Verluste".

phw

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insgesamt 202 Beiträge
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1. Widerlich
qranqe 03.05.2012
Das ist wirklich schlimm und dafür fehlt mir jedes Verständnis! Allerdings besuchen vor allem Politiker der Linkspartei den Irren aus Teheran regelmäßig und es steht nicht groß in der Zeitung, weil die ja eh mit ihren Umsturzplänen hin zu Sozialismus und Kommunismus eh zur Achse des Bösen zählen.
2. So langsam
rolandmuck 03.05.2012
Zitat von sysopDPADie Reise eines niedersächsischen FDP-Landtagskandidaten sorgt für Aufregung: Der Trip nach Iran führte Claus Hübscher auch zu Mahmud Ahmadinedschad. Der habe ihm versichert, kein Holocaust-Leugner zu sein, verteidigt der Liberale den weltweit geächteten Präsidenten. Die FDP ist entsetzt. Iran: FDP-Politiker Claus Hübscher zu Besuch bei Mahmud Ahmadinedschad - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,831165,00.html)
So langsam bekomme ich einen dicken Hals, wer hat denn darüber zu empfinden wer wohin und zu wem reist? SPON? Irgendwelche Ökofaschisten und Linkstrolle? Die FDP ist entsetzt? Welche FDP?
3.
garfield, 03.05.2012
Zitat von sysopDPADie Reise eines niedersächsischen FDP-Landtagskandidaten sorgt für Aufregung: Der Trip nach Iran führte Claus Hübscher auch zu Mahmud Ahmadinedschad. Der habe ihm versichert, kein Holocaust-Leugner zu sein, verteidigt der Liberale den weltweit geächteten Präsidenten. Die FDP ist entsetzt. Iran: FDP-Politiker Claus Hübscher zu Besuch bei Mahmud Ahmadinedschad - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,831165,00.html)
Auauau, und das vor so wichtigen Wahlen. Erst den Schulterschluss mit honduranischen Putschisten (http://www.spreeblick.com/2009/07/06/honduras-und-die-fdp-freunde-der-putschisten/) üben und nun mit dem Irren von Teheran. Andere geißelt man wegen eines Glückwunschtelegramms an einen Revolutions-Opa. Das ist bestimmt viiiel schlimmer. Zur Not kann man sich ja noch damit rausreden, in diesem Fall handelt es sich um einen Hinterbänkler. Aber die Medien können dennoch vermelden: "mission accomplished". Dank überreichlicher Berichterstattung hat man es bestimmt geschafft, diesen zahlenmäßigen Hasenzüchterverein wieder in die Parlamente von NRW und SH zu schreiben, während man die "Gratulanten" vermutlich erfolgreich draußen halten kann. Wie sagt schon die Elektronikkette: SO muss "Demokratie" Wählt (Markt-)Radikale in die Parlamente.
4. Meine Güte....
sista72 03.05.2012
der Mann möge sich eigenständig eine Anschlussverwendung suchen! Fingerspitzengefühl ist halt so ne Sache; und es lohnt sich überdies auch immer zu checken, wem man da Glauben schenkt. Aber wenn der Präsident selbst doch sagt, er leugne doch nicht die Shoah.... oweia. Wie hieß noch der Wahlbezirk, der diesen Menschen ganz sicher nicht wählen sollte???
5.
gladiator66 03.05.2012
Und? Spätestens seit dem SPIEGEL-Interview weiß man, der Präsident ist ein Spitzenneurotiker!
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