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Terrorgefahr: EU-Chefgrenzschützer warnt vor falschen echten Pässen

Die Terrormiliz IS hat der EU-Grenzschutzbehörde zufolge in Syrien, im Irak und in Libyen zahlreiche echte Passdokumente erbeutet. Die Gefahr: Islamisten könnten unkontrolliert nach Europa einreisen.

Griechische Polizisten kontrollieren die Papiere eines Flüchtlings (18. Dezember): "Natürlich ein Sicherheitsrisiko" Zur Großansicht
DPA

Griechische Polizisten kontrollieren die Papiere eines Flüchtlings (18. Dezember): "Natürlich ein Sicherheitsrisiko"

Echte Pässe, die von den falschen Menschen benutzt werden, könnten zu einem Sicherheitsproblem werden: Die für die Überwachung illegaler Einwanderung zuständige EU-Grenzschutzagentur Frontex warnt vor Gefahren wegen gestohlener Pässe. "Die großen Ströme von Menschen, die derzeit unkontrolliert nach Europa einreisen, stellen natürlich auch ein Sicherheitsrisiko dar", sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri der "Welt am Sonntag".

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat in Syrien, im Irak und in Libyen in mehreren Städten die offiziellen Behörden übernommen und zahlreiche echter Passdokumente erbeutet - der Zeitung zufolge sind es mutmaßlich Zehnttausende. Die Sicherheitsbehörden befürchten, dass Extremisten den Flüchtlingsstrom nutzen könnten, um mit gefälschten Pässen nach Europa zu gelangen.

Der Frontex-Chef sagte, seine Beamten kontrollierten zwar sehr genau, ob Flüchtlinge möglicherweise mit falschen Papieren einreisten. "Dennoch ist die Aussagekraft von Flüchtlingspässen aus unserer Sicht sehr begrenzt", so Leggeri. In einem Bürgerkriegsland wie Syrien könne schließlich niemand garantieren, "dass die Dokumente, die echt aussehen, auch wirklich von einer offiziellen Behörde ausgestellt wurden oder wirklich von dem rechtmäßigen Inhaber mitgeführt werden".

In diesem Monat wurde bekannt, dass die Behörden europäischer Staaten über Listen mit den Seriennummern abhandengekommener Pässe aus Syrien und dem Irak verfügen. Vermisst werden Diplomaten zufolge rund 5000 Pässe aus den syrischen Provinzen Rakka und Deir al-Sor sowie etwa 10.000 aus den irakischen Gebieten Anbar, Ninive und Tikrit.

Bereits im März war berichtet worden, dass der Terrormiliz IS im ostsyrischen Rakka rund 3800 syrische Blanko-Reisepässe in die Hände gefallen waren.Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE war einer der Paris-Attentäter mit einem in Syrien gestohlenen Blanko-Pass unterwegs. Der Ausweis eines anderen Terroristen könnte einem getöteten Soldaten gehört haben.

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yes/dpa/Reuters

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