IS-Anhänger Ex-Rapper Denis Cuspert kommt auf Terrorliste der Uno

Die Bundesregierung will potenzielle Syrien-Kämpfer aus Deutschland abschrecken. Deshalb lässt Berlin nach SPIEGEL-Informationen den bekanntesten deutschen IS-Terroristen mit Uno-Sanktionen belegen: Ex-Gangsta-Rapper Denis Cuspert.

IS-Anhänger Cuspert: Sanktionen sollen Nachahmungstäter abschrecken

IS-Anhänger Cuspert: Sanktionen sollen Nachahmungstäter abschrecken


Berlin - Denis Cuspert, der bekannteste deutsche Dschihadist in den Reihen des "Islamischen Staats", soll auf eine Sanktionsliste der Vereinten Nationen gesetzt werden. Die Bundesregierung will nach SPIEGEL-Informationen in dieser Woche ein Dossier mit den Erkenntnissen über Cuspert beim Sanktionsausschuss der Uno einreichen. (Lesen Sie die komplette Meldung hier im aktuellen SPIEGEL.)

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Heft 41/2014
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Lange galt Cuspert, der sich als Rapper Deso Dogg genannt hatte, nur als Maulheld der Dschihadisten-Szene. Nach einer Analyse der Sicherheitsbehörden ist er aber inzwischen Teil des "terroristischen Establishments". Seit Jahresbeginn sind mehrere Videos aufgetaucht, die nahelegen, dass er Zugang zur Führungsebene des IS hat.

Cuspert stammt aus Berlin. Er saß unter anderem wegen versuchten Totschlags neun Jahre im Gefängnis und wandte sich spätestens 2010 der Salafisten-Szene zu. Seit Anfang 2013 soll er in Syrien sein. Er hat einen Treueeid auf den selbst ernannten IS-"Kalifen" Abu Bakr al-Baghdadi abgelegt. Ein seit Juli kursierendes Video zeigt Cuspert, der sich den Kampfnamen Abu Talha al-Almani zugelegt hat, wie er in der Nähe des syrischen Homs eine Leiche mit einem Stein traktiert.

Cusperts Videos sollen viele junge Dschihadisten zur Ausreise ins Kriegsgebiet animiert haben. Da sich die Sanktionen der Uno auch gegen Personen richten, die Propaganda für den IS machen, ist die Listung Cusperts aus Sicht der Bundesregierung folgerichtig. Nach der Aufnahme in die Terrorkartei könnte Cuspert nach internationalem Recht nicht mehr reisen; Geldzuwendungen, also auch Spendensammlungen für ihn, wären verboten. Die Bundesregierung verspricht sich von Cusperts Listung eine abschreckende Wirkung auf Islamisten, die eine Reise nach Syrien oder Irak erwägen.

syd

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insgesamt 155 Beiträge
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Ich_schon_wieder 05.10.2014
1.
Na das wird potentielle Kämpfer aber abschrecken.
Mara Cash 05.10.2014
2. Cuspert auf die UN-Sanktionsliste zu nehmen...
... ist völlig ineffektiv und meines Erachtens schlicht lächerlich. Man sollte alles daran setzen, ein Video des Leichnams von Cuspert zu präsentieren - das hätte mehr Abschreckungswirkung.
inovatech 05.10.2014
3. Warum
hat man ihn ausreisen lassen ? Es war doch bekannt das er in den heiligen Krieg ziehen wird. Wer hat da geschlafen ? Welche Konsequenzen werden gezogen ? Warum wird das nicht angesprochen ?
unimedior 05.10.2014
4. als junger mann
muss man seine dunklen seiten wohl ausleben...früher gehäuft beim fussballspiel und heut beim islamismus...
kopp 05.10.2014
5. Wie kann man nur wegen dieser Rapperpfeife so einen ...
... Aufwand treiben. Manchmal wünsche ich mir für Deutschland eine Art Mossad, der diesem Treiben ein Ende bereitet.
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