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Forsa-Umfrage: Das deutsche Volk mag den Islam

Protest gegen Pegida: Mehrheit der Deutschen verneint die Aussage, Muslime seien grundsätzlich gewaltbereit Zur Großansicht
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Protest gegen Pegida: Mehrheit der Deutschen verneint die Aussage, Muslime seien grundsätzlich gewaltbereit

Pegida und Co. behaupten, Deutschland habe Angst vor dem Islam. Stimmt nicht, zeigt eine aktuelle Umfrage. Die überwältigende Mehrheit der Deutschen hat keine Probleme mit Muslimen.

Hamburg - Woche für Woche gehen Anhänger von Pegida auf die Straße, um ihrer Ablehnung gegenüber dem Islam Ausdruck zu verleihen. Das rechtspopulistische Bündnis behauptet, für das Volk zu sprechen, und ruft die Parole der DDR-Montagsdemonstrationen: "Wir sind das Volk." Doch eine Umfrage kommt zu einem Ergebnis, das den Gegnern von Pegida recht gibt: Der Mehrheit der Deutschen bereitet der Islam kein Unbehagen.

Das geht aus einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des "Stern" hervor. Demnach verneinten 82 Prozent der Deutschen die Aussage, dass Muslime grundsätzlich gewaltbereiter seien als Menschen anderer Religionen.

Nur 18 Prozent der Befragten gaben an, dass der Islam eine Religion sei, die ihnen Unbehagen bereite. Unter den Anhängern der AfD stimmten 56 Prozent dieser Aussage zu. Eine Mehrheit aller Befragten von 79 Prozent erklärte, dass ihnen der Islam kein Unbehagen bereite.

Viele fürchten einen Anschlag in Deutschland

Nach den Terroranschlägen von Paris äußerten 63 Prozent der Befragten die Auffassung, dass sich muslimische Verbände in Deutschland stärker als bisher gegen radikale Islamisten zu Wort melden und engagieren müssten. Unter AfD-Anhängern sagen dies 77 Prozent. 30 Prozent, also knapp ein Drittel der Befragten, sind nicht dieser Ansicht.

Der Forsa-Erhebung zufolge befürchten 42 Prozent der Bundesbürger, dass in absehbarer Zeit auch mit terroristischen Gewalttaten in Deutschland zu rechnen sei. Im Dezember hatten sich nur 26 Prozent so geäußert.

In der vergangenen Woche war der ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap zu dem Ergebnis gekommen, dass die Angst der Deutschen vor terroristischen Attacken im Vergleich zum Oktober 2014 gesunken sei. Laut der Umfrage fürchten sich 49 Prozent der Deutschen vor Terrorangriffen. Im Oktober 2014 waren es noch 59 Prozent gewesen.

Für die Erhebung des "Stern" befragte Forsa im Januar 2015 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei drei Prozentpunkten.

mka/AFP

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