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Islam-Kritik: Trotz Absage will Wallraff in einer Moschee aus Satanischen Versen lesen

Er bleibt stur: Der Autor Günter Wallraff hält an seinem Plan fest, in einer Moschee aus dem islamkritischen Buch des Schriftstellers Salman Rushdie zu lesen. Eine muslimische Organisation hatte Wallraff untersagt, ihr Kölner Gelände dafür zu nutzen.

Hamburg - Der Schriftsteller Günter Wallraff bleibt seinem Ruf als unangepasster Publizist treu: Er will trotz einer Absage an dem Plan festhalten, auf dem Gelände einer Moschee aus den "Satanischen Versen" des Autors Salman Rushdie vorzulesen. "Ich bin weiterhin im Gespräch, damit eine Lesung und Diskussion über Rushdies Buch in einer anderen Begegnungsstätte einer Moschee demnächst stattfinden wird", schreibt Wallraff in der "Zeit".

Autor Wallraff: Hält an seinen Leseplänen fest
DPA

Autor Wallraff: Hält an seinen Leseplänen fest

Im vergangen Jahr hatte die Türkisch-Islamische Union Ditib entsprechende Pläne des Kölner Autors abgelehnt, der mit Rushdie befreundet ist.

Wallraff sollte nach eigenen Angaben von der Ditib als Unterstützer des Neubaus einer Moschee in Köln angeworben werden, knüpfte seine Unterstützung jedoch an eine Bedingung: eine Rushdie-Lesung auf dem Moscheegelände. Vielen Moslems gelten die "Satanischen Verse" aber als Gotteslästerung. Seit der Veröffentlichung des Buches lebt Rushdie aus Angst um sein Leben unter ständigem Polizeischutz.

Wallraff schrieb in der "Zeit", er habe befreundeten und benachbarten Muslimen aus dem Buch vorgelesen. Es habe "keinerlei entsetzte Reaktionen" gegeben, sondern "des Öfteren Schmunzeln, befreiendes Lachen und Nachdenklichkeit". Daher wolle er an seinen Plänen festhalten.

flo/AP

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