Urteil in Hamburg Haftstrafen für IS-"Schläfer" in Deutschland

Seit 2015 hielten sich drei Syrer in Deutschland für den "Islamischen Staat" bereit, Anschläge für die Terrormiliz durchzuführen. Dafür müssen sie jetzt ins Gefängnis.

Prozess in Hamburg
DPA

Prozess in Hamburg


Wegen der Mitgliedschaft in der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind drei Syrer in Hamburg zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Der mit 27 Jahren älteste Beschuldigte muss demnach sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Die beiden anderen zum Tatzeitpunkt minderjährigen Angeklagten wurden jeweils zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die drei Männer im November 2015 auf Befehl des IS von Syrien nach Deutschland gereist waren, um sich für Anschläge bereitzuhalten. Sie seien "Schläfer" gewesen und hätten in Deutschland auf Anweisungen des IS warten sollen, sagte der Vorsitzende Richter. Im September 2016 waren die drei Syrer festgenommen worden.

Nur der 27-Jährige hatte kurz vor Ende des Prozesses seine Mitgliedschaft in der Terrormiliz gestanden, die anderen beiden Angeklagten schwiegen. Das Geständnis sei teilweise taktischer Natur gewesen, sagte der Richter. Die Angeklagten können innerhalb einer Woche Revision gegen das Urteil einlegen.

aev/dpa



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